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Metatron‘s Weisheiten

Casanova Forumensis – Osculum, Morbus et Ego Maximus

Da gibt es da noch jene ganz besondere Erscheinung im Forum, die nicht nur überzeugt ist, dass Frauen angeblich alle nicht blasen können, sondern offenbar nebenbei auch noch ein vollständiges Medizinstudium absolviert hat – irgendwo zwischen Login, Kommentarspalte und Frühstückskaffee.

Homo Casanovensis Diagnosticus.

Unterart:

Kusskritiker Maximus.

Fachgebiet:
weibliches Fehlverhalten, angeblich mangelhafte Lippenarbeit und spontane Ferndiagnosen ohne Untersuchung.
Andere Menschen bekommen einen BJ und denken:
„War schön.“
Er denkt:
„Technisch unzureichend.“
Andere erleben einen Moment.
Er erstellt innerlich ein Prüfprotokoll.
Lippenposition:
mangelhaft.
Rhythmus:
verbesserungswürdig.
Zungeneinsatz:
nicht DIN-konform.
Gesamtnote:
„Frauen können einfach nicht blasen“
Natürlich.
Alle.
Millionen Frauen.
Verschiedene Länder.
Verschiedene Persönlichkeiten.
Verschiedene Erfahrungen.
Aber glücklicherweise existiert irgendwo ein einzelner Mann im Internet, der endlich das weltweite Geheimnis entschlüsselt hat.

Professor Osculum Maximus.

A.K.A. dgb


Lehrstuhl für angewandte Lippenkritik an der Universitas Forumensis.
Seine wissenschaftliche Grundlage:
„Ich habe da meine Erfahrungen.“
Ah.
Damit ist die Forschung abgeschlossen.

Argumentum ex Bettkante.

Harvard kann schließen.
Oxford kann die Schlüssel abgeben.
Die Menschheit hat ihre Antwort.
Wenn eine Frau seiner Meinung nach schlecht küsst, kann sie nicht küssen.
Wenn die nächste ebenfalls schlecht küsst, kann auch sie nicht küssen.
Wenn Nummer drei, vier, fünf und sechs angeblich ebenfalls nichts taugen, dann ist selbstverständlich klar:
Es liegt an den Frauen.
An wem denn sonst?
Bei jedem normalen Experiment würde man irgendwann fragen:
„Was ist eigentlich die einzige Variable, die jedes Mal gleich geblieben ist?“

Aber diese Frage fällt unter:

Scientia prohibita.

Verbotene Wissenschaft.
Denn der gemeinsame Nenner darf selbstverständlich niemals untersucht werden.

Communis denominator: ipse.

Der gemeinsame Nenner:
er selbst.
Doch bevor dieser Gedanke gefährlich nahekommt, erfolgt bereits die nächste Stufe seiner Expertise.
Denn unser Casanova bewertet nicht nur das Blasen.
Nein.
Er diagnostiziert gleich mit.
Eine Frau bläst anders, als er erwartet?
„Da stimmt bestimmt etwas nicht.“
Eine Frau hat keine Lust?
„Da steckt vielleicht etwas dahinter.“
Eine Frau lehnt ihn ab?
Plötzlich wird aus dem enttäuschten Casanova der Oberarzt der Kommentarspalte.

Medicus Interneticus Absolutus.

Andere Ärzte benötigen Studium, Staatsexamen, Facharztausbildung, Untersuchung, Laborwerte und Anamnese.
Er benötigt:
einen Eindruck.
Einen Verdacht.
Und WLAN.

Diagnostica sine examine.

Diagnose ohne Untersuchung.
Aber selbstverständlich mit hundert Prozent Überzeugung.
Besonders faszinierend ist der Übergang.
Vor fünf Minuten:
„Die Frau kann nicht blasen.“
Kurz darauf:
„Vielleicht hat sie ja irgendeine Krankheit.“
Das nenne ich Karriere.
Vom Lippen-TÜV direkt in die Innere Medizin.
Ohne Umweg.
Ohne Studium.
Ohne weißen Kittel.
Nur mit Benutzerkonto.

Doctor Honoris Causa Universitatis Googleensis.

Man wartet förmlich auf die Visitenkarte:
„Spezialist für Blasmängel, Frauenprobleme und medizinische Vermutungen auf Basis persönlicher Enttäuschung.“
Dabei funktioniert sein System makellos.
Bläst eine Frau zu wenig leidenschaftlich:
schlecht.
Bläst sie zu leidenschaftlich:
auch verdächtig.
Zu viel Zunge:
keine Technik.
Zu wenig:
irgendwas stimmt nicht.
Will sie nicht blasen:
Problem.
Will sie gehen:
noch größeres Problem.
Widerspricht sie:
auffällig.
Wird sie sauer:
Beweis erbracht.
Sagt sie gar nichts:
besonders verdächtig.

Circulus Casanovensis Perfectus.

Ein perfekter Kreis, in dem jedes Ergebnis bereits vorher feststeht.
Die Frau kann praktisch gar nichts richtig machen, weil selbst ihre Reaktion auf eine Unterstellung sofort zur nächsten Unterstellung verarbeitet wird.
Sie sagt:
„Das ist Unsinn.“
Er:
„Warum reagierst du denn so empfindlich?“
Sie bleibt ruhig.
Er:
„Komisch.“
Sie lacht.
Er:
„Sie überspielt etwas.“
Sie geht.
Er:
„Hab ich doch gewusst.“
Genial.
Ein wissenschaftliches System, das niemals verlieren kann.
Nicht weil es richtig ist.
Sondern weil jede Widerlegung automatisch als Bestätigung umetikettiert wird.

Logica Egoensis Invicta.

Unbesiegbare Ego-Logik.
Besonders praktisch ist dabei, dass die medizinische Lupe immer nur in eine Richtung zeigt.
Nie heißt es:
„Vielleicht lag es einfach an fehlender Chemie.“
Nie:
„Vielleicht passen zwei Menschen beim Küssen / Blasen einfach nicht zusammen.“
Nie:
„Vielleicht sollte ich nicht Millionen Frauen verallgemeinern.“
Und ganz sicher nie:
„Vielleicht war ich selbst einfach nicht ihr Typ.“
Nein.
Das wäre eine Theorie mit extremen Nebenwirkungen.
Mögliche Symptome:
Selbstreflexion.
Einsicht.
Realitätskontakt.
In schweren Fällen sogar:
Respekt vor anderen Menschen.

Periculum maximum.

Daher besser sofort zurück zur bewährten Methode.
Frau beurteilen.
Blasen bewerten.
Krankheit vermuten.
Beitrag abschicken.
Fertig.

Semper femina culpabilis.

Die Frau ist schuld.
Wenn das Blasen schlecht war:
ihre Schuld.
Wenn die Chemie nicht stimmt:
ihre Schuld.
Wenn sie ihn nicht will:
wahrscheinlich stimmt mit ihr etwas nicht.
Wenn sie anderer Meinung ist:
dann erst recht.
So wird aus einem simplen BJ irgendwann eine medizinische Fallkonferenz, bei der nur eine entscheidende Person fehlt:
ein tatsächlicher Arzt.
Dafür haben wir den Casanova Forumensis.
Sein Untersuchungszimmer:
die Kommentarspalte.
Sein Stethoskop:
Vorurteil.
Sein Labor:
Bauchgefühl.
Seine Fachliteratur:
„Hab ich mal irgendwo gelesen.“
Seine Diagnose:
steht bereits fest, bevor die Frau überhaupt den Mund aufmacht.
Oder bläst.
Und während echte Medizin vorsichtig mit Diagnosen umgeht, arbeitet unser Professor nach dem bewährten Prinzip:

Veni, vidi, diagnostici.

Ich kam, ich sah, ich diagnostizierte.
Man stelle sich nur vor, die Frauen würden dasselbe tun.
Eine Frau befriedigt drei Männer oral, in Stellung 69 und schreibt anschließend:
„Männer können grundsätzlich nicht lecken und vermutlich stimmt medizinisch bei denen irgendetwas nicht.“
Man kann sich ungefähr vorstellen, wie schnell unser Professor plötzlich ein Seminar über Fairness, Vorurteile und unzulässige Verallgemeinerungen veranstalten würde.

Quod licet Casanovae, non licet feminae.

Was der Forums-Casanova darf, darf eine Frau natürlich noch lange nicht.
Und so sitzt er da, Abend für Abend, als letzter großer Qualitätsprüfer der romantischen Welt.
Andere erinnern sich an schöne Begegnungen.
Er erinnert sich an Mängellisten.
Andere sagen:
„Hat halt nicht gepasst.“
Er sagt:
„Die konnte nicht blasen.“
Andere akzeptieren Ablehnung.
Er sucht nach Erklärungen bei ihr.
Und wenn ihm gar nichts mehr einfällt, wird eben noch eine Krankheit vermutet.
Denn alles ist offenbar wahrscheinlicher als die schlichte Möglichkeit:

Vielleicht wollte sie dich einfach nicht.

Oder:

Vielleicht war die 69er für sie genauso schlecht.

Diese beiden Gedanken liegen allerdings im Hochsicherheitsbereich des Forums und dürfen nur mit Schutzkleidung betreten werden.
Denn plötzlich könnte man entdecken, dass Beziehungen, Anziehung und Blasen keine TÜV-Prüfung sind.
Dass Menschen verschieden sind.
Dass Chemie nicht einseitig funktioniert.
Und dass eine Frau keine medizinische Diagnose benötigt, nur weil sie nicht so bläst, reagiert oder empfindet, wie irgendein Mann es gern hätte.

Mysterium magnum.

Am Ende bleibt daher eigentlich nur eine Sache, die wirklich dringend überprüft werden sollte:
nicht die Gesundheit der Frauen,
nicht deren Blastechnik,
nicht deren angebliche Defekte,
sondern die erstaunliche Fähigkeit eines Mannes, bei jeder Begegnung immer exakt denselben Schuldigen zu finden:
alle anderen.

Semper iudicans, numquam se ipsum.

Immer urteilen, niemals sich selbst betrachten.
Und irgendwo sitzt ein echter Arzt, liest den Beitrag und denkt:
„Elf Jahre Ausbildung. Hätte ich gewusst, dass ein Forumsaccount Names dgb reicht.“
Während irgendwo anders eine Frau vermutlich einfach nur erleichtert denkt:

„Gott sei Dank war es nur ein Blowjob.“

Requiescat in Ego.

Denn manchmal liegt das Problem weder auf den Lippen noch in irgendeiner Krankheit.
Manchmal sitzt es einfach vor der Tastatur und schreibt gerade den nächsten Beitrag.
🤣🤣🤣...
 
Vor kurzem schrieb ich von dem Verdacht auf Feigwarzen bei einer WG, was von einem Schreiber nicht gut aufgenommen wurde. Und ich verstehe das, denn es ist ein heikles Thema. Es ging um Gottes willen nicht darum, jemanden schlechtzureden. Schon gar nicht im Sinne von Schuldzuweisung. Andererseits ist eine Infektion mit Papillomaviren keine Kleinigkeit.
Daher generell die Frage, wie Ihr damit umgeht, denn hier im Forum findet sich wenig. Ich erwähne die folgenden, weil man keine speziellen Tests braucht, um zumindest den begründeten Verdacht zu haben.
1. Feigwarzen (Condylomata acuminata), Bedingt durch Papillomaviren. <https://de.wikipedia.org/wiki/Condylomata_acuminata>
2. Bakterielle Vaginose. Erkennbar am streng fischigen Geruch. Sie ist sogar ziemlich häufig. <https://de.wikipedia.org/wiki/Bakterielle_Vaginose>

Diese Themen sind für alle unangenehm, aber vielleicht sollten wir doch einmal darüber sprechen. Es ist wahrscheinlich, dass diese beiden genannten Infektionen den schon länger Aktiven bekannt sind. Also, nehmt Euch ein Herz und laßt es raus.
Eigene kleine Anekdote: ich habe einmal unvorsichtigerweise eine WG mit B.V. gefingert. Der penetrante Geruch ging durch Seifenlösung überhaupt nicht weg. Erst nach zigfachem Ansprühen mit Desinfektionslösung über Stunden war er dann am Ende endlich weg :-)
dgb
Meistens verzichte ich auf FO. Die wenigsten Frauen können vernünftig blasen, insofern verpaßt man da wenig.
Gleich poppen mit Gummi, und gut ist.
CIM ist einfach nur igittigitt. Am besten, nachdem man vorher in Asien Transen blanko gepoppt hat :eek:🤣

Casanova Forumensis – Osculum, Morbus et Ego Maximus

Da gibt es da noch jene ganz besondere Erscheinung im Forum, die nicht nur überzeugt ist, dass Frauen angeblich alle nicht blasen können, sondern offenbar nebenbei auch noch ein vollständiges Medizinstudium absolviert hat – irgendwo zwischen Login, Kommentarspalte und Frühstückskaffee.

Homo Casanovensis Diagnosticus.

Unterart:

Kusskritiker Maximus.

Fachgebiet:
weibliches Fehlverhalten, angeblich mangelhafte Lippenarbeit und spontane Ferndiagnosen ohne Untersuchung.
Andere Menschen bekommen einen BJ und denken:
„War schön.“
Er denkt:
„Technisch unzureichend.“
Andere erleben einen Moment.
Er erstellt innerlich ein Prüfprotokoll.
Lippenposition:
mangelhaft.
Rhythmus:
verbesserungswürdig.
Zungeneinsatz:
nicht DIN-konform.
Gesamtnote:
„Frauen können einfach nicht blasen“
Natürlich.
Alle.
Millionen Frauen.
Verschiedene Länder.
Verschiedene Persönlichkeiten.
Verschiedene Erfahrungen.
Aber glücklicherweise existiert irgendwo ein einzelner Mann im Internet, der endlich das weltweite Geheimnis entschlüsselt hat.

Professor Osculum Maximus.

A.K.A. dgb


Lehrstuhl für angewandte Lippenkritik an der Universitas Forumensis.
Seine wissenschaftliche Grundlage:
„Ich habe da meine Erfahrungen.“
Ah.
Damit ist die Forschung abgeschlossen.

Argumentum ex Bettkante.

Harvard kann schließen.
Oxford kann die Schlüssel abgeben.
Die Menschheit hat ihre Antwort.
Wenn eine Frau seiner Meinung nach schlecht küsst, kann sie nicht küssen.
Wenn die nächste ebenfalls schlecht küsst, kann auch sie nicht küssen.
Wenn Nummer drei, vier, fünf und sechs angeblich ebenfalls nichts taugen, dann ist selbstverständlich klar:
Es liegt an den Frauen.
An wem denn sonst?
Bei jedem normalen Experiment würde man irgendwann fragen:
„Was ist eigentlich die einzige Variable, die jedes Mal gleich geblieben ist?“

Aber diese Frage fällt unter:

Scientia prohibita.

Verbotene Wissenschaft.
Denn der gemeinsame Nenner darf selbstverständlich niemals untersucht werden.

Communis denominator: ipse.

Der gemeinsame Nenner:
er selbst.
Doch bevor dieser Gedanke gefährlich nahekommt, erfolgt bereits die nächste Stufe seiner Expertise.
Denn unser Casanova bewertet nicht nur das Blasen.
Nein.
Er diagnostiziert gleich mit.
Eine Frau bläst anders, als er erwartet?
„Da stimmt bestimmt etwas nicht.“
Eine Frau hat keine Lust?
„Da steckt vielleicht etwas dahinter.“
Eine Frau lehnt ihn ab?
Plötzlich wird aus dem enttäuschten Casanova der Oberarzt der Kommentarspalte.

Medicus Interneticus Absolutus.

Andere Ärzte benötigen Studium, Staatsexamen, Facharztausbildung, Untersuchung, Laborwerte und Anamnese.
Er benötigt:
einen Eindruck.
Einen Verdacht.
Und WLAN.

Diagnostica sine examine.

Diagnose ohne Untersuchung.
Aber selbstverständlich mit hundert Prozent Überzeugung.
Besonders faszinierend ist der Übergang.
Vor fünf Minuten:
„Die Frau kann nicht blasen.“
Kurz darauf:
„Vielleicht hat sie ja irgendeine Krankheit.“
Das nenne ich Karriere.
Vom Lippen-TÜV direkt in die Innere Medizin.
Ohne Umweg.
Ohne Studium.
Ohne weißen Kittel.
Nur mit Benutzerkonto.

Doctor Honoris Causa Universitatis Googleensis.

Man wartet förmlich auf die Visitenkarte:
„Spezialist für Blasmängel, Frauenprobleme und medizinische Vermutungen auf Basis persönlicher Enttäuschung.“
Dabei funktioniert sein System makellos.
Bläst eine Frau zu wenig leidenschaftlich:
schlecht.
Bläst sie zu leidenschaftlich:
auch verdächtig.
Zu viel Zunge:
keine Technik.
Zu wenig:
irgendwas stimmt nicht.
Will sie nicht blasen:
Problem.
Will sie gehen:
noch größeres Problem.
Widerspricht sie:
auffällig.
Wird sie sauer:
Beweis erbracht.
Sagt sie gar nichts:
besonders verdächtig.

Circulus Casanovensis Perfectus.

Ein perfekter Kreis, in dem jedes Ergebnis bereits vorher feststeht.
Die Frau kann praktisch gar nichts richtig machen, weil selbst ihre Reaktion auf eine Unterstellung sofort zur nächsten Unterstellung verarbeitet wird.
Sie sagt:
„Das ist Unsinn.“
Er:
„Warum reagierst du denn so empfindlich?“
Sie bleibt ruhig.
Er:
„Komisch.“
Sie lacht.
Er:
„Sie überspielt etwas.“
Sie geht.
Er:
„Hab ich doch gewusst.“
Genial.
Ein wissenschaftliches System, das niemals verlieren kann.
Nicht weil es richtig ist.
Sondern weil jede Widerlegung automatisch als Bestätigung umetikettiert wird.

Logica Egoensis Invicta.

Unbesiegbare Ego-Logik.
Besonders praktisch ist dabei, dass die medizinische Lupe immer nur in eine Richtung zeigt.
Nie heißt es:
„Vielleicht lag es einfach an fehlender Chemie.“
Nie:
„Vielleicht passen zwei Menschen beim Küssen / Blasen einfach nicht zusammen.“
Nie:
„Vielleicht sollte ich nicht Millionen Frauen verallgemeinern.“
Und ganz sicher nie:
„Vielleicht war ich selbst einfach nicht ihr Typ.“
Nein.
Das wäre eine Theorie mit extremen Nebenwirkungen.
Mögliche Symptome:
Selbstreflexion.
Einsicht.
Realitätskontakt.
In schweren Fällen sogar:
Respekt vor anderen Menschen.

Periculum maximum.

Daher besser sofort zurück zur bewährten Methode.
Frau beurteilen.
Blasen bewerten.
Krankheit vermuten.
Beitrag abschicken.
Fertig.

Semper femina culpabilis.

Die Frau ist schuld.
Wenn das Blasen schlecht war:
ihre Schuld.
Wenn die Chemie nicht stimmt:
ihre Schuld.
Wenn sie ihn nicht will:
wahrscheinlich stimmt mit ihr etwas nicht.
Wenn sie anderer Meinung ist:
dann erst recht.
So wird aus einem simplen BJ irgendwann eine medizinische Fallkonferenz, bei der nur eine entscheidende Person fehlt:
ein tatsächlicher Arzt.
Dafür haben wir den Casanova Forumensis.
Sein Untersuchungszimmer:
die Kommentarspalte.
Sein Stethoskop:
Vorurteil.
Sein Labor:
Bauchgefühl.
Seine Fachliteratur:
„Hab ich mal irgendwo gelesen.“
Seine Diagnose:
steht bereits fest, bevor die Frau überhaupt den Mund aufmacht.
Oder bläst.
Und während echte Medizin vorsichtig mit Diagnosen umgeht, arbeitet unser Professor nach dem bewährten Prinzip:

Veni, vidi, diagnostici.

Ich kam, ich sah, ich diagnostizierte.
Man stelle sich nur vor, die Frauen würden dasselbe tun.
Eine Frau befriedigt drei Männer oral, in Stellung 69 und schreibt anschließend:
„Männer können grundsätzlich nicht lecken und vermutlich stimmt medizinisch bei denen irgendetwas nicht.“
Man kann sich ungefähr vorstellen, wie schnell unser Professor plötzlich ein Seminar über Fairness, Vorurteile und unzulässige Verallgemeinerungen veranstalten würde.

Quod licet Casanovae, non licet feminae.

Was der Forums-Casanova darf, darf eine Frau natürlich noch lange nicht.
Und so sitzt er da, Abend für Abend, als letzter großer Qualitätsprüfer der romantischen Welt.
Andere erinnern sich an schöne Begegnungen.
Er erinnert sich an Mängellisten.
Andere sagen:
„Hat halt nicht gepasst.“
Er sagt:
„Die konnte nicht blasen.“
Andere akzeptieren Ablehnung.
Er sucht nach Erklärungen bei ihr.
Und wenn ihm gar nichts mehr einfällt, wird eben noch eine Krankheit vermutet.
Denn alles ist offenbar wahrscheinlicher als die schlichte Möglichkeit:

Vielleicht wollte sie dich einfach nicht.

Oder:

Vielleicht war die 69er für sie genauso schlecht.

Diese beiden Gedanken liegen allerdings im Hochsicherheitsbereich des Forums und dürfen nur mit Schutzkleidung betreten werden.
Denn plötzlich könnte man entdecken, dass Beziehungen, Anziehung und Blasen keine TÜV-Prüfung sind.
Dass Menschen verschieden sind.
Dass Chemie nicht einseitig funktioniert.
Und dass eine Frau keine medizinische Diagnose benötigt, nur weil sie nicht so bläst, reagiert oder empfindet, wie irgendein Mann es gern hätte.

Mysterium magnum.

Am Ende bleibt daher eigentlich nur eine Sache, die wirklich dringend überprüft werden sollte:
nicht die Gesundheit der Frauen,
nicht deren Blastechnik,
nicht deren angebliche Defekte,
sondern die erstaunliche Fähigkeit eines Mannes, bei jeder Begegnung immer exakt denselben Schuldigen zu finden:
alle anderen.

Semper iudicans, numquam se ipsum.

Immer urteilen, niemals sich selbst betrachten.
Und irgendwo sitzt ein echter Arzt, liest den Beitrag und denkt:
„Elf Jahre Ausbildung. Hätte ich gewusst, dass ein Forumsaccount Names dgb reicht.“
Während irgendwo anders eine Frau vermutlich einfach nur erleichtert denkt:

„Gott sei Dank war es nur ein Blowjob.“

Requiescat in Ego.

Denn manchmal liegt das Problem weder auf den Lippen noch in irgendeiner Krankheit.
Manchmal sitzt es einfach vor der Tastatur und schreibt gerade den nächsten Beitrag.
 

Metatron

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6 Okt. 2025
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38

Homo Forumensis Negativus – In defectu veritas

Es gibt Menschen, die morgens aufstehen und sich freuen, dass die Sonne scheint.
Und dann gibt es ihn.
Den Forenschreiber.
Den Suchenden.
Den Mann, der selbst bei blauem Himmel erst einmal prüft, ob das Blau nicht möglicherweise einen Produktionsfehler aufweist.
Homo Forumensis Negativus.

Unterart:

Querulantus Permanentus.

Gattung:

Defectus Suchensis Maximus.

Lebensraum: Internetforum.
Natürliche Feinde: Zufriedenheit, Gelassenheit und Menschen, die einfach sagen:
„Bei mir funktioniert’s.“
Sein wissenschaftliches Motto lautet:

„Omnia mala sunt, sed nondum inventa.“

Alles ist schlecht. Man hat es nur noch nicht gefunden.
Denn dieser Mensch glaubt nicht an fehlerfreie Produkte.
Er glaubt auch nicht an Zufall.
Und an Zufriedenheit schon gar nicht.
Zufriedenheit ist für ihn lediglich die bedauerliche Folge mangelnder Recherche.
Wo ein normaler Mensch sagt:
„Mein Auto läuft seit drei Jahren problemlos.“
antwortet er:
„Interessant.“
Und dieses „Interessant“ klingt nicht nach Interesse.
Es klingt wie der Pathologe, der gerade etwas Ungewöhnliches in deiner Leber entdeckt hat.
„Interessant …“
Pause.
„Wie viele Kilometer?“
„45.000.“
„Aha.“
Da ist es wieder.
Aha.
Das lateinische Aha mortalis.
Der Moment, in dem dein eigentlich völlig funktionierendes Fahrzeug plötzlich emotional bereits auf dem Schrottplatz steht.
Dann beginnt die Untersuchung.
Nicht fahren.
Nicht genießen.
Untersuchen.
Taschenlampe raus.
Lesebrille auf.
Handyzoom auf 12-fach.
Und hinein in die heilige Liturgie des Mangels.
In nomine Spaltmaß, Lacknase et Kunststoffknarzen. Amen.
Die Tür wird nicht einfach geschlossen.
Nein.
Sie wird analysiert.
„Hört ihr das?“
Nein.
„Da.“
Nein.
„Dieses ganz leichte … tack.“
Nein, Smarteyes.
Wir hören nichts.
„Doch. Wenn man genau hinhört.“
Wenn man genau genug hinhört, hört man vermutlich auch die eigene Ehe zerbrechen.
Aber Smarteyes hört:
tack.
Und damit beginnt ein 87-seitiger Thread.
Titel:

„Qualitätsproblem bei Modell XY???“​

Drei Fragezeichen.
Mindestens.
Denn ein Fragezeichen wäre eine Frage.
Drei Fragezeichen sind bereits ein Ermittlungsverfahren.
Im ersten Beitrag schreibt er:
„Ich möchte hier wirklich keine Panik verbreiten.“
Natürlich nicht.
Deshalb auch nur 14 Fotos, fünf rote Kreise, drei Pfeile und ein Video in Zeitlupe.
„Aber mir ist aufgefallen, dass bei meinem Fahrzeug die linke Türdichtung im Bereich zwischen 14 und 17 Zentimetern oberhalb der unteren Kante möglicherweise minimal anders aussieht als rechts.“

Possibilis Dichtungsabweichung Minor.

Gefahrenstufe Rom.
Das Forum hält den Atem an.
Rom brennt.
Nero spielt Geige.
Smarteyes misst Gummi.
Ein anderer Nutzer schreibt:
„Sieht bei mir genauso aus.“
Smarteyes:
„Dann betrifft es offenbar mehrere.“
Natürlich.
Schon haben wir keinen Einzelfall mehr.
Wir haben eine Serie.
Noch drei Beiträge und die Tagesschau muss eine Sondersendung machen.
Dann meldet sich jemand:
„Also bei mir sieht alles normal aus.“
Fehler.
Großer Fehler.
Denn jetzt kommt Smarteyes’ stärkste rhetorische Waffe:

„Noch.“​

„Bei mir klappert nichts.“
„Noch.“
„Mein Akku ist super.“
„Noch.“
„Ich habe keinerlei Probleme.“
„Noch.“
„Mein Arzt sagt, ich bin gesund.“
„Noch.“
Dieser Mann könnte auf einer Taufe stehen, das Baby anschauen und sagen:
„Ja, süß. Aber warten wir mal die Langzeiterfahrung ab.“

Memento mori.

Alles ist vergänglich.
Vor allem Garantieansprüche.
Der Negativus Maximus besitzt außerdem eine außergewöhnliche Begabung:
Er kann gute Nachrichten rückwärts lesen.
Hersteller:
„Neue Software verbessert Reichweite um fünf Prozent.“
Negativus:
„Dann war sie vorher also fünf Prozent schlechter.“
Hersteller:
„Wir bieten ab sofort zehn Jahre Garantie.“
Negativus:
„Warum braucht man zehn Jahre Garantie, wenn das Produkt angeblich so gut ist?“
Hersteller:
„Kostenloses Upgrade für Bestandskunden.“
Negativus:
„Dann muss vorher ja etwas falsch gewesen sein.“
Hersteller:
„Wir haben ein Problem behoben.“
Negativus:
„Aha! Also gab es ein Problem!“
Hersteller:
„Es gab kein Problem.“
Negativus:
„Typisch. Vertuschung.“

Checkmate.

Gegen diese Logik kommt man nicht an.
Sie ist wasserdicht.
Oder zumindest wird Smarteyes morgen prüfen, ob sie wirklich wasserdicht ist.
Seine höchste Kunst ist allerdings die präventive Unzufriedenheit.
Dabei beschwert man sich bereits über Dinge, die noch gar nicht passiert sind.
„Das wird bestimmt irgendwann Probleme machen.“
Wann?
„Irgendwann.“
Was genau?
„Wird man sehen.“
Belege?
„Erfahrung.“
Welche Erfahrung?
„Meine.“
Was ist passiert?
„Noch nichts.“
Perfekt.

Defectus Futurus.

Der Fehler der Zukunft.
Schrödingers Mangel.
Er existiert und existiert gleichzeitig nicht, bis jemand im Forum einen Thread eröffnet.
Besonders schön wird es, wenn Smarteyes auf einen glücklichen Besitzer trifft.
Der schreibt:
„Ich liebe das Auto. 80.000 Kilometer, null Probleme.“
Smarteyes antwortet:
„Freut mich für dich.“
Lüge.
Es freut ihn überhaupt nicht.
Innerlich ist sofort Krisensitzung.
80.000 Kilometer?
Null Probleme?
Unmöglich.
Da muss etwas übersehen worden sein.
Also beginnt die Befragung.
„Welche Bauwoche?“
„Welches Werk?“
„Welche Softwareversion?“
„Welche Felgengröße?“
„Welche Außentemperatur?“
„Überwiegend Kurz- oder Langstrecke?“
„Lädst du AC oder DC?“
„Mit welcher Hand schließt du die Fahrertür?“
Spätestens hier merkt man:
Das ist kein Forum mehr.
Das ist Nürnberger Prozess gegen ein Auto.
Und das Auto hat keinen Anwalt.
Natürlich findet Smarteyes irgendwann etwas.
Man findet immer etwas.
Ein Pixel.
Ein Geräusch.
Eine Verzögerung.
Ein Schatten.
Eine Kante.
Ein Geruch.
Vielleicht sitzt sogar irgendwo eine Schraube und sieht verdächtig zufrieden aus.
Und dann ist er da.
Der Moment der Erlösung.
Smarteyes zoomt hinein.
Sein Puls steigt.
Die Pupillen weiten sich.
Engel singen.
Ein römischer Legionär bläst irgendwo in ein Horn.
Und Smarteyes schreibt:

„Hab ich mir doch gedacht.“​

Eureka Defectum!
Gefunden.
Eine Kunststoffkante weist unter direkter Beleuchtung bei einem Betrachtungswinkel von exakt 37 Grad eine minimale optische Unregelmäßigkeit auf.
Endlich.
Das Leben hat wieder Sinn.
Die Frau kann aufatmen.
Die Kinder bekommen ihren Vater zurück.
Zumindest bis morgen.
Denn dann entdeckt jemand, dass Version 4.7.2 veröffentlicht wurde.
Und Smarteyes fragt:
„Hat jemand schon Probleme damit?“
Das Update ist seit sieben Minuten online.
Noch hat es kaum jemand heruntergeladen.
Egal.
Smarteyes wartet.
Geduldig.
Wie ein Geier über der Autobahn.

Vultur Interneticus.

Irgendjemand wird etwas melden.
Bluetooth.
Navigation.
Verbrauch.
Knarzen.
Display.
Irgendetwas.
Und wenn nach drei Tagen immer noch niemand einen Fehler gefunden hat?
Dann eröffnet Smarteyes selbst einen Thread:

„Merkwürdig wenig Rückmeldungen zum neuen Update.“​

Untertitel:
„Traut sich keiner?“
Denn völlige Fehlerfreiheit ist für ihn keine gute Nachricht.
Sie ist höchst verdächtig.
Vielleicht werden negative Beiträge gelöscht.
Vielleicht schweigen die Betroffenen.
Vielleicht steckt der Hersteller dahinter.
Vielleicht steckt sogar das Forum dahinter.
Vielleicht steckt die Regierung dahinter.
Und spätestens Seite 19 erfahren wir, dass Smarteyes seit 1998 sowieso keinem Softwareupdate mehr traut.

Conspiratio Defectus Maximus.

Doch man muss auch fair sein:
Menschen wie Smarteyes erfüllen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.
Ohne sie würden wir Produkte einfach benutzen.
Wir würden morgens in unser Auto steigen.
Losfahren.
Musik hören.
Vielleicht sogar Spaß haben.
Unverantwortlich.
Ohne Homo Forumensis Negativus wüssten wir gar nicht, dass unser Armaturenbrett bei minus sieben Grad möglicherweise ein Geräusch macht, das bei plus acht Grad nicht existiert.
Wir würden niemals erfahren, dass irgendein Nutzer in Buxtehude im November 2023 einmal kurz einen schwarzen Bildschirm hatte.
Wir würden friedlich schlafen.
Und Frieden ist bekanntlich der natürliche Feind jedes guten Forums.
Darum wacht Smarteyes.

Semper vigilans. Semper querulans. Semper online.

Wenn wir schlafen, recherchiert er.
Wenn wir fahren, misst er.
Wenn wir genießen, zweifelt er.
Wenn wir lachen, öffnet er einen neuen Thread.
Er ist der Wächter des Mangels.
Der Apostel des Defekts.
Der Hohepriester des Spaltmaßes.
Pontifex Maximus Meckerensis.
Und irgendwann, eines fernen Tages, wird Smarteyes sterben.
Man wird ihn in einen wunderschönen Sarg legen.
Massivholz.
Handarbeit.
Perfekte Verarbeitung.
Die Familie wird schweigend danebenstehen.
Der Bestatter wird sagen:
„Ein wirklich hochwertiges Modell.“
Und aus dem Sarg hört man ganz leise:
„Die linke Ecke schließt nicht bündig.“
Requiescat in pace?
Nein.

Requiescat in Reklamatione.

Denn manche Menschen finden selbst im Jenseits noch etwas zu beanstanden.
Und sollte der Himmel tatsächlich perfekt sein, wird Smarteyes spätestens am zweiten Tag einen Beitrag eröffnen:

„Hat sonst noch jemand Probleme mit der Ewigkeit?“​

Erster Kommentar:
„Bei mir läuft alles problemlos.“

Smarteyes:

„Noch.“

 
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