Seichner86
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KI lässt grüßen 
Casanova Forumensis – Osculum, Morbus et Ego Maximus
Da gibt es da noch jene ganz besondere Erscheinung im Forum, die nicht nur überzeugt ist, dass Frauen angeblich alle nicht blasen können, sondern offenbar nebenbei auch noch ein vollständiges Medizinstudium absolviert hat – irgendwo zwischen Login, Kommentarspalte und Frühstückskaffee.
Homo Casanovensis Diagnosticus.
Unterart:
Kusskritiker Maximus.
Fachgebiet:
weibliches Fehlverhalten, angeblich mangelhafte Lippenarbeit und spontane Ferndiagnosen ohne Untersuchung.
Andere Menschen bekommen einen BJ und denken:
„War schön.“
Er denkt:
„Technisch unzureichend.“
Andere erleben einen Moment.
Er erstellt innerlich ein Prüfprotokoll.
Lippenposition:
mangelhaft.
Rhythmus:
verbesserungswürdig.
Zungeneinsatz:
nicht DIN-konform.
Gesamtnote:
„Frauen können einfach nicht blasen“
Natürlich.
Alle.
Millionen Frauen.
Verschiedene Länder.
Verschiedene Persönlichkeiten.
Verschiedene Erfahrungen.
Aber glücklicherweise existiert irgendwo ein einzelner Mann im Internet, der endlich das weltweite Geheimnis entschlüsselt hat.
Professor Osculum Maximus.
A.K.A. dgb
Lehrstuhl für angewandte Lippenkritik an der Universitas Forumensis.
Seine wissenschaftliche Grundlage:
„Ich habe da meine Erfahrungen.“
Ah.
Damit ist die Forschung abgeschlossen.
Argumentum ex Bettkante.
Harvard kann schließen.
Oxford kann die Schlüssel abgeben.
Die Menschheit hat ihre Antwort.
Wenn eine Frau seiner Meinung nach schlecht küsst, kann sie nicht küssen.
Wenn die nächste ebenfalls schlecht küsst, kann auch sie nicht küssen.
Wenn Nummer drei, vier, fünf und sechs angeblich ebenfalls nichts taugen, dann ist selbstverständlich klar:
Es liegt an den Frauen.
An wem denn sonst?
Bei jedem normalen Experiment würde man irgendwann fragen:
„Was ist eigentlich die einzige Variable, die jedes Mal gleich geblieben ist?“
Aber diese Frage fällt unter:
Scientia prohibita.
Verbotene Wissenschaft.
Denn der gemeinsame Nenner darf selbstverständlich niemals untersucht werden.
Communis denominator: ipse.
Der gemeinsame Nenner:
er selbst.
Doch bevor dieser Gedanke gefährlich nahekommt, erfolgt bereits die nächste Stufe seiner Expertise.
Denn unser Casanova bewertet nicht nur das Blasen.
Nein.
Er diagnostiziert gleich mit.
Eine Frau bläst anders, als er erwartet?
„Da stimmt bestimmt etwas nicht.“
Eine Frau hat keine Lust?
„Da steckt vielleicht etwas dahinter.“
Eine Frau lehnt ihn ab?
Plötzlich wird aus dem enttäuschten Casanova der Oberarzt der Kommentarspalte.
Medicus Interneticus Absolutus.
Andere Ärzte benötigen Studium, Staatsexamen, Facharztausbildung, Untersuchung, Laborwerte und Anamnese.
Er benötigt:
einen Eindruck.
Einen Verdacht.
Und WLAN.
Diagnostica sine examine.
Diagnose ohne Untersuchung.
Aber selbstverständlich mit hundert Prozent Überzeugung.
Besonders faszinierend ist der Übergang.
Vor fünf Minuten:
„Die Frau kann nicht blasen.“
Kurz darauf:
„Vielleicht hat sie ja irgendeine Krankheit.“
Das nenne ich Karriere.
Vom Lippen-TÜV direkt in die Innere Medizin.
Ohne Umweg.
Ohne Studium.
Ohne weißen Kittel.
Nur mit Benutzerkonto.
Doctor Honoris Causa Universitatis Googleensis.
Man wartet förmlich auf die Visitenkarte:
„Spezialist für Blasmängel, Frauenprobleme und medizinische Vermutungen auf Basis persönlicher Enttäuschung.“
Dabei funktioniert sein System makellos.
Bläst eine Frau zu wenig leidenschaftlich:
schlecht.
Bläst sie zu leidenschaftlich:
auch verdächtig.
Zu viel Zunge:
keine Technik.
Zu wenig:
irgendwas stimmt nicht.
Will sie nicht blasen:
Problem.
Will sie gehen:
noch größeres Problem.
Widerspricht sie:
auffällig.
Wird sie sauer:
Beweis erbracht.
Sagt sie gar nichts:
besonders verdächtig.
Circulus Casanovensis Perfectus.
Ein perfekter Kreis, in dem jedes Ergebnis bereits vorher feststeht.
Die Frau kann praktisch gar nichts richtig machen, weil selbst ihre Reaktion auf eine Unterstellung sofort zur nächsten Unterstellung verarbeitet wird.
Sie sagt:
„Das ist Unsinn.“
Er:
„Warum reagierst du denn so empfindlich?“
Sie bleibt ruhig.
Er:
„Komisch.“
Sie lacht.
Er:
„Sie überspielt etwas.“
Sie geht.
Er:
„Hab ich doch gewusst.“
Genial.
Ein wissenschaftliches System, das niemals verlieren kann.
Nicht weil es richtig ist.
Sondern weil jede Widerlegung automatisch als Bestätigung umetikettiert wird.
Logica Egoensis Invicta.
Unbesiegbare Ego-Logik.
Besonders praktisch ist dabei, dass die medizinische Lupe immer nur in eine Richtung zeigt.
Nie heißt es:
„Vielleicht lag es einfach an fehlender Chemie.“
Nie:
„Vielleicht passen zwei Menschen beim Küssen / Blasen einfach nicht zusammen.“
Nie:
„Vielleicht sollte ich nicht Millionen Frauen verallgemeinern.“
Und ganz sicher nie:
„Vielleicht war ich selbst einfach nicht ihr Typ.“
Nein.
Das wäre eine Theorie mit extremen Nebenwirkungen.
Mögliche Symptome:
Selbstreflexion.
Einsicht.
Realitätskontakt.
In schweren Fällen sogar:
Respekt vor anderen Menschen.
Periculum maximum.
Daher besser sofort zurück zur bewährten Methode.
Frau beurteilen.
Blasen bewerten.
Krankheit vermuten.
Beitrag abschicken.
Fertig.
Semper femina culpabilis.
Die Frau ist schuld.
Wenn das Blasen schlecht war:
ihre Schuld.
Wenn die Chemie nicht stimmt:
ihre Schuld.
Wenn sie ihn nicht will:
wahrscheinlich stimmt mit ihr etwas nicht.
Wenn sie anderer Meinung ist:
dann erst recht.
So wird aus einem simplen BJ irgendwann eine medizinische Fallkonferenz, bei der nur eine entscheidende Person fehlt:
ein tatsächlicher Arzt.
Dafür haben wir den Casanova Forumensis.
Sein Untersuchungszimmer:
die Kommentarspalte.
Sein Stethoskop:
Vorurteil.
Sein Labor:
Bauchgefühl.
Seine Fachliteratur:
„Hab ich mal irgendwo gelesen.“
Seine Diagnose:
steht bereits fest, bevor die Frau überhaupt den Mund aufmacht.
Oder bläst.
Und während echte Medizin vorsichtig mit Diagnosen umgeht, arbeitet unser Professor nach dem bewährten Prinzip:
Veni, vidi, diagnostici.
Ich kam, ich sah, ich diagnostizierte.
Man stelle sich nur vor, die Frauen würden dasselbe tun.
Eine Frau befriedigt drei Männer oral, in Stellung 69 und schreibt anschließend:
„Männer können grundsätzlich nicht lecken und vermutlich stimmt medizinisch bei denen irgendetwas nicht.“
Man kann sich ungefähr vorstellen, wie schnell unser Professor plötzlich ein Seminar über Fairness, Vorurteile und unzulässige Verallgemeinerungen veranstalten würde.
Quod licet Casanovae, non licet feminae.
Was der Forums-Casanova darf, darf eine Frau natürlich noch lange nicht.
Und so sitzt er da, Abend für Abend, als letzter großer Qualitätsprüfer der romantischen Welt.
Andere erinnern sich an schöne Begegnungen.
Er erinnert sich an Mängellisten.
Andere sagen:
„Hat halt nicht gepasst.“
Er sagt:
„Die konnte nicht blasen.“
Andere akzeptieren Ablehnung.
Er sucht nach Erklärungen bei ihr.
Und wenn ihm gar nichts mehr einfällt, wird eben noch eine Krankheit vermutet.
Denn alles ist offenbar wahrscheinlicher als die schlichte Möglichkeit:
Vielleicht wollte sie dich einfach nicht.
Oder:
Vielleicht war die 69er für sie genauso schlecht.
Diese beiden Gedanken liegen allerdings im Hochsicherheitsbereich des Forums und dürfen nur mit Schutzkleidung betreten werden.
Denn plötzlich könnte man entdecken, dass Beziehungen, Anziehung und Blasen keine TÜV-Prüfung sind.
Dass Menschen verschieden sind.
Dass Chemie nicht einseitig funktioniert.
Und dass eine Frau keine medizinische Diagnose benötigt, nur weil sie nicht so bläst, reagiert oder empfindet, wie irgendein Mann es gern hätte.
Mysterium magnum.
Am Ende bleibt daher eigentlich nur eine Sache, die wirklich dringend überprüft werden sollte:
nicht die Gesundheit der Frauen,
nicht deren Blastechnik,
nicht deren angebliche Defekte,
sondern die erstaunliche Fähigkeit eines Mannes, bei jeder Begegnung immer exakt denselben Schuldigen zu finden:
alle anderen.
Semper iudicans, numquam se ipsum.
Immer urteilen, niemals sich selbst betrachten.
Und irgendwo sitzt ein echter Arzt, liest den Beitrag und denkt:
„Elf Jahre Ausbildung. Hätte ich gewusst, dass ein Forumsaccount Names dgb reicht.“
Während irgendwo anders eine Frau vermutlich einfach nur erleichtert denkt:
„Gott sei Dank war es nur ein Blowjob.“
Requiescat in Ego.
Denn manchmal liegt das Problem weder auf den Lippen noch in irgendeiner Krankheit.
Manchmal sitzt es einfach vor der Tastatur und schreibt gerade den nächsten Beitrag.
Vor kurzem schrieb ich von dem Verdacht auf Feigwarzen bei einer WG, was von einem Schreiber nicht gut aufgenommen wurde. Und ich verstehe das, denn es ist ein heikles Thema. Es ging um Gottes willen nicht darum, jemanden schlechtzureden. Schon gar nicht im Sinne von Schuldzuweisung. Andererseits ist eine Infektion mit Papillomaviren keine Kleinigkeit.
Daher generell die Frage, wie Ihr damit umgeht, denn hier im Forum findet sich wenig. Ich erwähne die folgenden, weil man keine speziellen Tests braucht, um zumindest den begründeten Verdacht zu haben.
1. Feigwarzen (Condylomata acuminata), Bedingt durch Papillomaviren. <https://de.wikipedia.org/wiki/Condylomata_acuminata>
2. Bakterielle Vaginose. Erkennbar am streng fischigen Geruch. Sie ist sogar ziemlich häufig. <https://de.wikipedia.org/wiki/Bakterielle_Vaginose>
Diese Themen sind für alle unangenehm, aber vielleicht sollten wir doch einmal darüber sprechen. Es ist wahrscheinlich, dass diese beiden genannten Infektionen den schon länger Aktiven bekannt sind. Also, nehmt Euch ein Herz und laßt es raus.
Eigene kleine Anekdote: ich habe einmal unvorsichtigerweise eine WG mit B.V. gefingert. Der penetrante Geruch ging durch Seifenlösung überhaupt nicht weg. Erst nach zigfachem Ansprühen mit Desinfektionslösung über Stunden war er dann am Ende endlich weg
dgb
Meistens verzichte ich auf FO. Die wenigsten Frauen können vernünftig blasen, insofern verpaßt man da wenig.
Gleich poppen mit Gummi, und gut ist.
CIM ist einfach nur igittigitt. Am besten, nachdem man vorher in Asien Transen blanko gepoppt hat![]()
