Wir sind also Trolle, die auf diese Weise vertrieben werden sollen.
Statt Kommunikation zu suchen, läuft es anonym und hinter den Kulissen im "Forum ohne Zensur".
Verstanden.
Seit gestern Morgen kann ich jetzt wieder nur massiv eingeschränkt hier im Forum teilnehmen. Nachdem 4 Wochen alles wie am Schnürchen lief, muss ich jetzt wieder Minuten warten, bis ich mich einwählen kann, werden die Seiten nicht richtig aufgerufen, kann ich kaum etwas posten.
Das ist jetzt schon das 3. Mal on/off. Das Problem muss doch dauerhaft zu beheben sein! Jedes Mal, wenn ich mich hier beklage und der Admin sich an den „externen Serververantwortlichen“ wendet, ist das Problem nach kurzer Zeit behoben. Bis es scheinbar irgendjemand wieder einschaltet. An meinen Geräten und Einstellungen ändert sich dagegen nie etwas.
Ich bitte nochmals herzlich darum, dass man mir wie allen anderen auch einen freien und unbehinderten Zugang zu diesem Forum gewährt.
Libi
und ich unterstelle bewusst niemandem etwas!
Conclave Infallibilium – dgb & LIBI oder: Wenn zwei Endstationen der Erkenntnis einander finden
Habemus Duo
Es gibt im Internet Begegnungen, die wirken zufällig.
Und dann gibt es Begegnungen, bei denen man sich fragt, warum die Vorsehung so lange gebraucht hat.
Andere Menschen finden zusammen, weil sie dieselbe Musik mögen.
Dieselben Autos.
Dieselben Reiseziele.
dgb und LIBI scheinen sich auf einer wesentlich höheren Ebene gefunden zu haben:
Beide besitzen eine bemerkenswerte Begabung, sehr genau zu wissen, was bei anderen nicht stimmt.
Concordia Certitudinis.
Die Eintracht der Gewissheit.
Zwei Männer.
Zwei Spezialgebiete.
Ein gemeinsamer Grundsatz:
Omnes examinantur – ipsi numquam.
Alle werden untersucht.
Nur sie selbst erstaunlich selten.
Beginnen wir mit
dgb.
Caput I – DGB, Doctor Osculorum, Morborum et Omnium
dgb ist kein gewöhnlicher Teilnehmer zwischenmenschlicher Begegnungen.
Andere Menschen geniessen den BJ einer Frau.
dgb scheint eine Abnahmeprüfung durchzuführen.
Andere denken:
„Hat gepasst.“
Oder:
„Hat eben nicht gepasst.“
dgb dagegen scheint innerlich bereits Formblatt 17b auszufüllen:
Osculum inspectum est.
Blasen geprüft.
Lippenführung:
mangelhaft.
Rhythmus:
fragwürdig.
Technik:
verbesserungswürdig.
Chemie:
offenbar ebenfalls Fehler der Gegenseite.
Und nach einer gewissen Zahl solcher Begegnungen entsteht jene wundervolle wissenschaftliche Erkenntnis:
Frauen können offenbar nicht blasen.
Mehrere Frauen.
Unterschiedliche Menschen.
Unterschiedliche Situationen.
Unterschiedliche Begegnungen.
Aber erstaunlicherweise immer derselbe Befund.
Ein gewöhnlicher Wissenschaftler würde irgendwann vorsichtig fragen:
Communis denominator quis est?
Wer ist eigentlich der gemeinsame Nenner?
Eine Frage von geradezu revolutionärer Gefährlichkeit.
Denn plötzlich könnte auffallen:
In sämtlichen Versuchsreihen war eine Person durchgehend beteiligt.
dgb.
Ipse.
Er selbst.
Doch exakt an diesem Punkt endet offenbar die Forschung.
Laboratorium clausum est.
Das Labor ist geschlossen.
Stromausfall.
Feiertag.
Keine Termine.
Das Mikroskop funktioniert hervorragend – solange es nach außen zeigt.
Microscopium unilateralum.
Einseitige Hochpräzisionsoptik mit automatischer Selbstabschaltung.
Und als wäre der Lehrstuhl für Blastechnik noch nicht anspruchsvoll genug, erweitert sich das Forschungsgebiet gelegentlich sogar auf gesundheitliche Vermutungen.
Das ist akademisch beeindruckend.
Vom Blaskritiker zum medizinischen Kommentator in wenigen Beiträgen.
Ab osculo ad diagnosin.
Vom Blowjob zur Diagnose.
Andere benötigen dafür Medizinstudium, Staatsexamen, Facharztausbildung, Untersuchung, Befunde und Anamnese.
Hier genügen offenbar:
Erfahrung.
Eindruck.
Vermutung.
WLAN.
Doctor Interneticus sine examine.
Der Internetarzt ohne Untersuchung.
Natürlich wird selbstverständlich nichts diagnostiziert.
Nein.
Es werden nur Dinge „angesprochen“.
Möglichkeiten „in den Raum gestellt“.
Vermutungen „erwogen“.
Und sobald jemand darauf reagiert, beginnt die rhetorische Rückwärtsfahrt:
„Das habe ich so gar nicht gesagt.“
„So war das nicht gemeint.“
„Meine Aussage wird verzerrt.“
Transsubstantiatio argumenti.
Die wundersame Verwandlung des Arguments nach erfolgter Kritik.
Vor der Reaktion:
deutlich genug zum Veröffentlichen.
Nach der Reaktion:
so hochdifferenziert, dass jeder, der es wörtlich verstanden hat, offensichtlich selbst schuld ist.
Eine äußerst komfortable Konstruktion.
Iudicium externum, immunitas interna.
Urteil nach außen.
Immunität nach innen.
Doch dann greift das Schicksal ein.
Der große Diagnostiker erlebt plötzlich selbst etwas, das sich seiner sonst so zuverlässigen Ursachenforschung entzieht:
das Forum funktioniert nicht richtig.
Seiten laden langsam.
Beiträge hängen.
Weiße Seiten.
Fehlermeldungen.
Mal funktioniert alles.
Mal nichts.
Error intermittens, furor permanens.
Der Fehler kommt gelegentlich.
Der Ärger bleibt.
Und plötzlich sitzt jener Mann, der sonst bei fremden Menschen erstaunlich schnell Ursachen findet, vor einem Ladebalken und muss sich mit einer völlig neuen Diagnose auseinandersetzen:
„Keine Ahnung.“
Fast rührend.
Humilitas per Browser.
Demut durch Technik.
Router?
Browser?
Cache?
Provider?
DNS?
Mondphase?
Sonnensturm?
Irgendwann wird aus dem Forumsbesuch ein Forschungsprogramm der NASA.
Nur eine Sache bleibt unverändert:
Die Überzeugung, dass irgendwo
irgendetwas nicht stimmt.
Und genau an dieser Stelle betritt unser zweiter Protagonist die Bühne.
Caput II – LIBI, Pontifex Certitudinis Maximus
Wenn dgb Professor für Fremdbegutachtung ist, dann ist LIBI der
Pontifex der Gewissheit.
Man muss LIBI eines lassen:
Die nahezu übernatürliche Sicherheit, mit der er gelegentlich zu Themen auftritt, besitzt nicht jeder.
Gewöhnliche Menschen überlegen.
Sie wägen ab.
Sie lesen nach.
Manche erlauben sich sogar den geradezu skandalösen Gedanken:
„Vielleicht könnte ich mich irren.“
LIBI wirkt häufiger, als sei dieser lästige Teil der Erkenntnisgewinnung längst abgeschlossen.
Andere haben Gedanken.
LIBI hat Beschlüsse.
Andere schreiben:
„Meiner Meinung nach.“
Bei LIBI hört man zwischen den Zeilen häufiger:
Roma locuta, causa finita.
Rom hat gesprochen.
Die Sache ist beendet.
Nur heißt Rom inzwischen LIBI und besitzt einen Forumslogin.
Veni, legi, correxi.
Ich kam.
Ich las.
Ich korrigierte.
Wobei das „legi“ inzwischen sogar eine besondere Qualität besitzt.
Wortlawinen werden schließlich nur
kursorisch überflogen.
Aus Sicherheitsgründen.
Vernünftig.
Schließlich könnte zwischen zwei Absätzen plötzlich Kontext lauern.
Cave contextum!
Vorsicht vor Zusammenhang.
Das Faszinierende geschieht erst danach.
Man liest nur kursorisch und stellt anschließend fest:
„Meine Aussagen werden verzerrt wiedergegeben und grob missverstanden.“
Lectio brevis, indignatio longa.
Kurze Lektüre.
Lange Beschwerde.
Manche Menschen brauchen einen ganzen Text, um ihn misszuverstehen.
Hier reichen offenbar ausgewählte Stichproben.
Effizienz muss man anerkennen.
Und dann liefert LIBI schließlich jenes rhetorische Meisterstück, das einen Ehrenplatz im Museum für angewandte Selbstwidersprüche verdient.
Es geht um technische Probleme im Forum.
Wochenlang funktioniert alles.
Dann wieder nicht.
Das ist ärgerlich.
Völlig nachvollziehbar.
Dann allerdings schreibt LIBI sinngemäß:
„Bis es scheinbar irgendjemand wieder einschaltet.“
Moment.
Langsam.
IRGENDJEMAND.
SCHALTET.
ES WIEDER EIN.
Wir haben also plötzlich einen Akteur.
Eine Person.
Jemanden, der etwas tut.
Nicht:
„Der Fehler tritt wieder auf.“
Nicht:
„Das Problem kehrt zurück.“
Nicht:
„Vielleicht liegt ein technischer Zusammenhang vor.“
Sondern:
„Irgendjemand schaltet es wieder ein.“
Man sieht förmlich einen dunklen Serverraum vor sich.
In der Ecke sitzt eine Gestalt.
Vor ihr ein riesiger roter Schalter:
LIBI
NORMALBETRIEB ◯
ÄRGERN ●
Klick.
„So. Jetzt wieder.“
Doch unmittelbar danach geschieht das Wunder:
„UND ICH UNTERSTELLE BEWUSST NIEMANDEM ETWAS!“
Grandios.
Accusatio sine accusatione.
Die Unterstellung ohne Unterstellung.
Erst wird eine handelnde Person eingeführt.
Dann wird feierlich erklärt, dass selbstverständlich überhaupt niemandem eine Handlung unterstellt wurde.
Das ist kein kleiner logischer Stolperstein.
Das ist ein rhetorischer Treppensturz über drei Stockwerke.
Contradictio Maxima.
Ein unbekannter Täter bleibt ein unterstellter Täter.
Er ist lediglich unbekannt.
Nomen ignotum, suspicio manifesta.
Name unbekannt.
Unterstellung vorhanden.
Wenn jemand sagt:
„Irgendjemand klaut hier Geld aus der Kasse“,
dann hat er sehr wohl behauptet, dass jemand Geld klaut.
Der Satz
„Aber ich beschuldige niemanden“
löscht die vorherige Behauptung nicht.
Ein Disclaimer ist schließlich kein Radiergummi.
Oder:
„Ich unterstelle meinem Nachbarn selbstverständlich nichts. Ich stelle nur fest, dass mein Fernseher weg ist und er seit gestern exakt denselben besitzt.“
Natürlich.
Nulla accusatio!
Gar keine Unterstellung.
Nur ein Zufall mit Täterbeschreibung.
Man könnte ebenso sagen:
„Ich behaupte nicht, dass jemand absichtlich meinen Reifen beschädigt. Ich sage lediglich, dass ihn offenbar jemand absichtlich beschädigt.“
Danach:
„Bitte nichts hineininterpretieren!“
Herrlich.
Primum insinuo, deinde nego.
Erst deute ich es an.
Dann bestreite ich, etwas angedeutet zu haben.
Und genau hier beginnen DGB und LIBI plötzlich erstaunlich gut zusammenzupassen.
Caput III – Et invenerunt se
Und sie fanden einander.
dgb und LIBI.
Der eine beurteilt Frauen, Kusstechnik und gelegentlich gesundheitliche Möglichkeiten.
Der andere beurteilt Argumentationen, Interpretationen und nun offenbar auch die Wahrscheinlichkeit eines unbekannten Mannes am imaginären Störungsschalter.
Beide besitzen unterschiedliche Spezialgebiete.
Aber dieselbe rhetorische Grundversicherung:
Wenn wir über andere sprechen, ist es Analyse.
Wenn andere über uns sprechen, ist es Verzerrung.
dgb:
„Bei den Frauen stimmt etwas nicht.“
Antwort:
„Vielleicht könnte die gemeinsame Konstante eine Rolle spielen?“
Plötzlich:
Missverständnis.
LIBI:
„Irgendjemand schaltet es offenbar wieder ein.“
Antwort:
„Das klingt aber nach einer Unterstellung.“
Plötzlich:
„ICH UNTERSTELLE NIEMANDEM ETWAS!“
Gladius emissus, manus lavantur.
Das Schwert ist geworfen.
Die Hände werden gewaschen.
Pontius Pilatus hätte vermutlich anerkennend genickt.
Und nun kommt etwas hinzu, das jede feste Überzeugung besonders liebt:
Bestätigung.
dgb liest LIBI.
LIBI liest dgb.
Einer sagt:
„Sehe ich auch so.“
Der andere:
„Genau.“
Et facta est evidentia.
Und Evidenz ward.
Vorher:
eine Meinung.
Jetzt:
zwei Meinungen.
Im Forum manchmal bereits ausreichend, um innerlich eine Pressekonferenz einzuberufen.
Consensus duorum, veritas aeterna.
Zwei stimmen überein.
Also kann die ewige Wahrheit nicht weit entfernt sein.
Stichprobengröße:
2.
Peer Review:
gegenseitiges Kopfnicken.
Konfidenzintervall:
vom eigenen Bildschirm bis zum Horizont.
Caput IV – Universitas dgb-LIBI
Eigentlich sollte man jetzt eine gemeinsame Hochschule gründen:
Universitas Omniscientiae Forumensis
Institutum dgb-LIBI pro Certitudine Absoluta
Fakultät I:
KBlasechnik und Lippenprüfung
Direktor:
dgb.
Fakultät II:
Gesundheitliche Vermutungen ohne Patientenkontakt
Direktor:
dgb.
Fakultät III:
Allgemeine Frauenbegutachtung
Direktor:
ebenfalls dgb.
Fakultät IV:
Endgültige Diskussionsauslegung
Direktor:
LIBI.
Fakultät V:
Kursorisches Lesen bei vollständiger Urteilsfähigkeit
Direktor:
LIBI.
Fakultät VI:
Technische Kausalitätsforschung mit unbekanntem Schalterbetätiger
Direktor:
LIBI.
Fakultät VII:
Nachträgliche Bedeutungskorrektur eigener Aussagen
Gemeinschaftsprofessur.
Nur ein Lehrstuhl bleibt unbesetzt:
Facultas Reflexionis Suae.
Selbstreflexion.
Geschlossen.
Personalmangel.
Angeblich gab es einmal einen Bewerber.
Er stellte jedoch zu viele Fragen.
Caput V – Der Spiegel, der nur nach außen zeigt
Man müsste dem neuen Institut ein Wappen geben.
Oben:
eine Lupe.
Daneben:
ein Stethoskop.
Darunter:
ein Router.
In der Mitte:
ein großer Spiegel.
Nur besitzt dieser Spiegel eine Besonderheit:
Er zeigt ausschließlich nach außen.
Speculum externum.
dgb sieht darin:
Frauen.
Blastechnik.
mögliche Defizite.
mögliche gesundheitliche Ursachen.
LIBI sieht:
falsche Interpretationen.
schlechte Argumente.
unbekannte Schalterbetätiger.
Missverständnisse.
Nur zwei Menschen erscheinen darin niemals:
dgb und LIBI.
Miraculum speculi.
Ein Spiegel ohne Rückspiegelung.
Fast revolutionäre Physik.
Und genau hier liegt die vielleicht schönste Gemeinsamkeit:
Die asymmetrische Empfindlichkeit.
Nach außen:
großzügige Analyse.
Andere Menschen dürfen eingeordnet werden.
Bewertet.
Interpretiert.
Ihre Motive dürfen vermutet werden.
Ihre Gesundheit darf Gegenstand von Spekulationen werden.
Eine unbekannte Person darf sogar „irgendetwas wieder einschalten“.
Aber sobald die eigene Aussage untersucht wird:
Alarm.
„Verzerrt!“
„Missverstanden!“
„Nicht so gemeint!“
„Ich unterstelle niemandem etwas!“
Scutum Egoensis Maximus.
Der große Schutzschild des Ichs.
Das ist ungefähr wie ein Mann, der den ganzen Nachmittag mit Steinen wirft und beim ersten Stein in seine Richtung empört ruft:
„Vorsicht! Hier stehen Menschen!“
Oder ein Boxer, der zehn Runden austeilt und beim ersten Gegentreffer die Handschuhe fallen lässt:
„Moment! Das wird jetzt persönlich.“
Pugilator sine receptione.
Austeilen:
ja.
Empfangen:
nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung.
Caput VI – Ordo Infallibilium
Vielleicht ist eine Universität sogar zu wenig.
Vielleicht braucht es einen Orden.
Ordo Sanctissimae Certitudinis
Der heilige Orden der unerschütterlichen Gewissheit
Ordensregel I:
Andere Menschen dürfen analysiert werden.
Ordensregel II:
Eigene Aussagen dürfen ausschließlich wohlwollend und unter vollständiger Berücksichtigung sämtlicher ungeschriebener Bedeutungen interpretiert werden.
Ordensregel III:
Wer zustimmt, hat den Beitrag verstanden.
Ordensregel IV:
Wer widerspricht, hat nicht richtig gelesen.
Ordensregel V:
Wer wörtlich zitiert, reißt aus dem Zusammenhang.
Ordensregel VI:
Eine Vermutung über andere ist Erfahrung.
Eine Vermutung über ein Ordensmitglied ist Unterstellung.
Ordensregel VII:
Der Satz
„Ich unterstelle niemandem etwas“
darf jederzeit verwendet werden, insbesondere unmittelbar nachdem man etwas unterstellt hat.
Ordensregel VIII:
Das Wort
„scheinbar“
dient als diplomatische Immunität.
Ordensregel IX:
Der gemeinsame Nenner wird niemals untersucht.
Denominator communis sacer est.
Der gemeinsame Nenner ist heilig.
Ordensregel X:
Sollte die eigene Aussage trotzdem problematisch erscheinen, gilt:
„So war das nicht gemeint.“
Damit ist jedes Risiko beseitigt.
Ein nahezu perfektes System.
Stimmt jemand zu:
Bestätigung.
Widerspricht jemand:
Missverständnis.
Zitiert jemand:
Kontextproblem.
Zeigt jemand einen Widerspruch:
Fehlinterpretation.
Perpetuum mobile egoensis.
Das Perpetuum mobile der Selbstbestätigung.
Die Physik behauptet, so etwas könne nicht funktionieren.
Das Forum erwidert:
„Geschenkt.“
Caput VII – Zwei Päpste, ein Forum
Die wirklich spannende Frage lautet allerdings:
Was geschieht an dem Tag, an dem dgb und LIBI einmal
nicht derselben Meinung sind?
Solange beide dasselbe Dogma verkünden:
Frieden.
Eintracht.
Brüderlichkeit.
Aber zwei unfehlbare Instanzen mit unterschiedlichen Wahrheiten?
Duo Papae, unum forum – quid mali evenire potest?
Zwei Päpste.
Ein Forum.
Was könnte schon schiefgehen?
dgb:
„Das ist eindeutig.“
LIBI:
„Nein.“
dgb:
„Du hast mich falsch verstanden.“
LIBI:
„Du hast meinen Beitrag nur kursorisch gelesen.“
dgb:
„Du verzerrst meine Aussage.“
LIBI:
„Geschenkt.“
dgb:
„Das habe ich nie behauptet.“
LIBI:
„Doch, das steht da.“
dgb:
„Aber so war es nicht gemeint.“
Stille.
Dann erkennt LIBI plötzlich seinen eigenen natürlichen Feind:
sich selbst in einem anderen Benutzerkonto.
Schisma Forumensis Maximus.
Das große Schisma.
Aristoteles bestellt Popcorn.
Sokrates zieht einen Stuhl heran.
Und irgendwo flüstert Cicero:
„Endlich wird es interessant.“
Bis dahin aber:
Harmonie.
Caput VIII – Habemus Duo
Der eine:
dgb – Doctor Osculorum et Morborum
Sachverständiger für die Fehler der weiblichen Welt und Großmeister der externen Ursachenforschung.
Der andere:
LIBI – Pontifex Certitudinis Maximus
Oberste Instanz für endgültige Meinungen, kursorische Textprüfung und unbekannte Personen, die offenbar geheimnisvolle Dinge „wieder einschalten“.
Gemeinsam:
Duo Infallibilium.
Zwei unterschiedliche Fachrichtungen.
Eine gemeinsame Philosophie:
Wenn genügend andere Menschen problematisch erscheinen, sollte man auf keinen Fall voreilig den gemeinsamen Nenner untersuchen.
Das könnte schließlich unangenehm werden.
Ego ultimus suspectus.
Das eigene Ich ist immer der letzte Verdächtige.
Und damit hat das Forum möglicherweise gefunden, was ihm bislang fehlte:
einen Doctor und einen Pontifex.
Der eine diagnostiziert.
Der andere verkündet.
Der eine weiß, was mit anderen nicht stimmt.
Der andere weiß, dass jemand offenbar etwas einschaltet.
Beide unterstellen selbstverständlich niemandem etwas.
Nemo accusatur, omnes suspecti sunt.
Niemand wird beschuldigt.
Alle sind verdächtig.
Und sollte dieser Beitrag nun als übertrieben, verzerrt, grob missverstanden oder falsch interpretiert bezeichnet werden, wäre die passende Antwort eigentlich schon vorhanden:
Primum insinuo, deinde nego.
Erst unterstellen.
Dann erklären, man habe nichts unterstellt.
Oder in der inzwischen klassischen deutschen Fassung:
„Irgendjemand schaltet es offenbar wieder ein.“
Unmittelbar gefolgt von:
„ICH UNTERSTELLE BEWUSST NIEMANDEM ETWAS!“
Quod erat contradictum.
Was zu widersprechen war.
Und irgendwo dreht sich weiterhin ein kleiner Ladebalken.
Requiescat in Certitudine.