...

Metatron‘s Weisheiten

„Zu spät. Bereits probegefahren und für gut befunden.“


Aus ärztlicher Sicht entspricht dies ungefähr einer eigeninitiativ durchgeführten Felduntersuchung mit anschließender subjektiver Outcome-Bewertung.

Eine Randomisierung erfolgte nicht.

So ist es:
selectio non erat accidentalis.
Somit war auch das Studiendesign weder einfach noch doppel-blind. Es geschah alles sehenden Auges.

Eine Kontrollgruppe existierte ebenfalls nicht.

Das ist so nun nicht richtig, denn die erFAHRUNG der famosen G. diente als Meßlatte.

Die Fallzahl betrug n = 1.

Insofern Kohortenstudie mit n=2

Die persönliche Überzeugung hinsichtlich der statistischen Signifikanz lag dagegen offenbar bei ungefähr 100 %.

Die objektiven Befunde überlassen wir Metatron und seinen Weisheiten.


DGB fährt Probe.

Kauf war leider nicht möglich, wir müssen uns mit Kurzzeitmiete zufriedengeben.

(y) Libi gefällt das.

und erst Recht dem guten Metatron.
 
Ach Mist … jetzt ist mir derselbe Fehler tatsächlich schon zum zweiten Mal passiert.

Lieber Admin, könntest du den Beitrag bitte wieder in den richtigen Thread verschieben? Ich möchte ungern alles löschen und anschließend noch einmal komplett neu einstellen.

Entschuldigung für die zusätzliche Arbeit. Ich sehe ein: Der Fehler liegt diesmal eindeutig zwischen Bildschirm und Stuhl.

Ich bin nun mal auch nicht mehr der Jüngste, und offenbar braucht mein Orientierungssinn im Forum inzwischen gelegentlich fachkundige Unterstützung.

Bitte einmal retten und verschieben – vielen Dank!
 
Zuletzt bearbeitet:
Du hast Recht @dgb, das Wort steht da. Der Sinn des ganzen Satz ist, dass sie zwar schlank, aber nicht knöchern-eckig ist, sondern dass es auch ihr viel Schönes anzufassen gibt. Die straffen und trotzdem weichen B-Titten genauso wie der kleine aber feine Po. Die Fotos auf der Homepage geben das sehr realitätsnah wieder.

Ich gehe auch in Anwesenheit meiner Favorita gerne mit ihr. Sie ist eigen, ein Bißchen scheuer, unbeständiger aber schlußendlich immer gut. Zudem ist sie an der Bar oder auf der Terasse ein fröhliches Wesen, bei der man gerne auch mal nur sitzt.

Ich kann auch sie herzlich empfehlen.

Libi

Klinischer Verlaufsbericht: DGB & Libi – spontane Remission einer chronisch-foralen Konfliktsymptomatik​

Aufnahmeanlass:
Erneute Vorstellung zweier seit längerer Zeit forenmedizinisch auffälliger Probanden im Rahmen einer akut aufgetretenen, bislang in dieser Konstellation kaum beschriebenen interpersonellen Harmonisierung.

Leitsymptom:

„Du hast Recht @dgb.“

Bereits bei Erstinspektion imponiert dieser Satz als hochgradig atypischer Befund.

Bei bekannter Vorgeschichte mit rezidivierender verbaler Reizung, intermittierender Rechthaberei, chronischer Kommentaraktivität und gelegentlich überschießender Gegenreaktion musste zunächst differentialdiagnostisch an eine vorübergehende Dysregulation des foralen Antagonismus gedacht werden.

Eine akute Bewusstseinsstörung konnte jedoch ausgeschlossen werden.

Der Patient war wach, ansprechbar, allseits orientiert und offenbar in der Lage, den @-Tag zielgerichtet zu setzen.

Damit ergab sich kein Hinweis auf ein delirantes Geschehen.

Auch eine akute Störung des semantischen Sprachverständnisses ließ sich klinisch nicht objektivieren.

Mit anderen Worten:

Libi wusste offenbar ganz genau, was er da geschrieben hat.


Anamnese​

Der anamnestische Verlauf ist bemerkenswert.

DGB hatte zuvor bereits die praktische Exploration übernommen und den Fall mit der bemerkenswert prägnanten Formulierung

„Zu spät. Bereits probegefahren und für gut befunden.“

dokumentiert.

Aus ärztlicher Sicht entspricht dies ungefähr einer eigeninitiativ durchgeführten Felduntersuchung mit anschließender subjektiver Outcome-Bewertung.

Eine Randomisierung erfolgte nicht.

Eine Kontrollgruppe existierte ebenfalls nicht.

Die Fallzahl betrug n = 1.

Die persönliche Überzeugung hinsichtlich der statistischen Signifikanz lag dagegen offenbar bei ungefähr 100 %.

Man könnte also sagen:

Methodisch fragwürdig.

Emotional jedoch hochsignifikant.


Klinischer Untersuchungsbefund​

Während ein Teil des Forums noch mit der semantischen Differenzierung zwischen „schlank“, „Rundungen“, „knöchern“ und „eckig“ beschäftigt war, hatte DGB die diagnostische Phase bereits weitgehend abgeschlossen.

Es erfolgte offenbar eine umfassende phänotypische Inspektion mit anschließender subjektiver Palpationsbewertung und finaler positiver Gesamtbeurteilung.

Der Prüfer sah sich danach offensichtlich in der Lage, eine belastbare Aussage zur Gebrauchstauglichkeit abzugeben.

An diesem Punkt trat Libi hinzu.

Und nun wurde aus einem simplen Erfahrungsbericht plötzlich eine interdisziplinäre Fallbesprechung.

Libi übernahm gewissermaßen die fachärztliche Supervision.

Er bestätigte zunächst den Ausgangsbefund von DGB mit:

„Du hast Recht @dgb.“

Damit lag erstmals eine Zweitmeinung vor.

Die bis dahin monozentrische Studie wurde quasi multizentrisch.

Gut, zwei Zentren.

Aber immerhin.


Morphologische Befundbeschreibung​

Es folgte eine ausführliche Beschreibung der äußeren Konstitution mit besonderem Augenmerk auf das Verhältnis zwischen schlankem Habitus und gleichzeitig vorhandener Weichteilausprägung.

Aus anatomisch-morphologischer Sicht wurde damit versucht, eine zuvor offenbar kontrovers diskutierte Frage zu klären:

Kann ein insgesamt graziler Körperbau gleichzeitig über ausreichend ausgeprägte Weichteilkomponenten verfügen?

Libi sagt:

Ja.

DGB offenbar ebenfalls.

Damit besteht nun Konsens.

Die zuvor bestehende diagnostische Unsicherheit konnte somit durch kombinierte visuelle Evaluation, subjektive Erfahrungsparameter und postinterventionelle Meinungsbildung weitgehend ausgeräumt werden.

Ein MRT war nicht erforderlich.

Auch auf eine Sonographie konnte verzichtet werden.

Die klinische Untersuchung genügte.


Zusatzbefunde​

Neben der rein morphologischen Beurteilung wurden zusätzlich psychosoziale Parameter erhoben.

Dokumentiert wurden unter anderem:

  • Verhalten im Barbereich
  • Sozialverträglichkeit auf der Terrasse
  • Stimmungslage im informellen Setting
  • interpersonelle Zugänglichkeit
  • situativ wechselnde Zurückhaltung
  • Schwankungen der Kontaktfrequenz
  • subjektiv positive Gesamtbeurteilung trotz intermittierender Unbeständigkeit
Das ist bemerkenswert.

Denn damit wurde aus einer einfachen Empfehlung faktisch eine multidimensionale Funktionsdiagnostik.

Wir befinden uns damit nicht mehr im klassischen Erfahrungsbericht.

Wir befinden uns irgendwo zwischen psychosomatischer Ambulanz, arbeitsmedizinischer Eignungsuntersuchung und TÜV-Abnahme.


Interdisziplinäres Konsil​

Zur abschließenden Bewertung wäre theoretisch ein gemeinsames Konsil denkbar.

Die Urologie fragt sich, warum sie gerufen wurde.

Die Dermatologie schaut kurz rein und verschwindet wieder.

Die Orthopädie erklärt, dass für Rundungen eigentlich keine knöcherne Pathologie vorliegt.

Die Psychiatrie möchte wissen, warum zwei erwachsene Männer über mehrere Beiträge hinweg ein einzelnes Adjektiv diskutieren.

Die Radiologie lehnt eine Bildgebung mangels medizinischer Indikation ab.

Und die Innere Medizin schreibt auf den Konsilschein lediglich:

„Klinisch stabil. Kein Handlungsbedarf.“


Differentialdiagnostik​

Das plötzliche Auftreten von Zustimmung zwischen Libi und DGB erforderte selbstverständlich eine sorgfältige differentialdiagnostische Abklärung.

In Betracht gezogen wurden:

  1. akute Forumsverwirrtheit
  2. transienter Verlust des Widerspruchsreflexes
  3. spontane Remission einer chronischen Streitneigung
  4. postinterventionelle Euphorisierung
  5. situativ bedingte Konsensbildung
  6. seltenes Syndrom einer unerwarteten gegenseitigen Validierung
Nach Ausschluss offensichtlicher organischer Ursachen verbleibt als wahrscheinlichste Diagnose:

Akute bilaterale Zustimmung bei chronisch rezidivierender Forumsaktivität.

ICD-Code bislang nicht vergeben.

Forschungslücke.


Verlaufsbeurteilung​

Besonders auffällig ist die rasche Normalisierung der zuvor vermutlich inflammatorisch überhitzten Kommunikationsdynamik.

Wo früher verbal entzündliche Prozesse mit gelegentlicher Exazerbation beobachtet wurden, zeigt sich aktuell ein deutlich regredientes Reizmuster.

Die gegenseitige kommunikative Schleimhaut scheint abgeheilt.

Keine frische Nekrose.

Keine Fistelbildung.

Keine relevante Sekretion.

Allenfalls noch leichte Restirritationen bei Provokation.

Der Befund ist somit derzeit als stabil einzustufen.


Pharmakologische Betrachtung​

Eine medikamentöse Therapie erscheint aktuell nicht erforderlich.

Sollte die Harmonie jedoch erneut dekompensieren, könnte zunächst ein konservativer Therapieversuch mit folgenden Maßnahmen erwogen werden:

Reduktion der Postingfrequenz.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Temporärer Verzicht auf semantische Haarspalterei.

Bei fehlendem Ansprechen gegebenenfalls niedrig dosierte Gabe von Humor.

In therapierefraktären Fällen zusätzlich kontrollierte Exposition gegenüber dem Satz:

„Vielleicht ist es gar nicht so wichtig.“

Aufgrund möglicher schwerer Nebenwirkungen sollte dies allerdings nur unter fachärztlicher Aufsicht erfolgen.


Epikrise​

Zusammenfassend zeigt sich ein insgesamt bemerkenswerter Verlauf.

DGB führte initial die praktische Untersuchung durch und bewertete den Befund positiv.

Libi bestätigte anschließend nicht nur den Sachverhalt, sondern validierte öffentlich den Kollegen.

Damit liegen sowohl Erstbefund als auch Zweitmeinung vor.

Die diagnostische Sicherheit ist entsprechend erhöht.

Aus einem einzelnen Wort entwickelte sich ein vollständiges forales Konsil mit Anamnese, klinischer Untersuchung, morphologischer Differenzierung, Sozialprognose und abschließender Empfehlung.

Das Ganze gipfelte in einem Satz, der noch vor kurzer Zeit vermutlich als medizinisch kaum plausibel gegolten hätte:

„Du hast Recht @dgb.“


Abschließender Arztbrief​

Diagnosen:

  1. Spontane interforale Konsensbildung
  2. Zustand nach erfolgreicher praktischer Feldprüfung
  3. Morphologisch bestätigte Rundung bei schlankem Habitus
  4. Positive Bar- und Terrassenanamnese
  5. Chronisch rezidivierende Detaildiskussion mit aktuell erfreulicher Remission
Therapie:
Derzeit keine Intervention erforderlich.

Empfehlung:
Verlaufskontrolle beim nächsten Thread.

Bei erneutem Auftreten von Rechthaberei, semantischer Überinterpretation oder plötzlicher wechselseitiger Zustimmung Vorstellung zur erneuten forenmedizinischen Evaluation.

Prognose:
Kurzfristig stabil.

Langfristig ungewiss.

Ein Rezidiv ist jederzeit möglich.

Insbesondere bei Exposition gegenüber Begriffen wie „Rundungen“, „Service“, „Empfehlung“ oder „ich sehe das anders“.


DGB fährt Probe.

Libi diktiert den Arztbrief.

Und irgendwo sitzt ein Oberarzt nach einer zwölfstündigen Schicht vor diesem Thread, liest drei Absätze und murmelt:

„Dafür habe ich also sechs Jahre studiert und fünf Jahre Facharzt gemacht.“

Wir wünschen den beiden weiterhin einen komplikationslosen Verlauf, stabile Kommunikationsparameter und vor allem keine akute Abstoßungsreaktion.

Kontrolle bei Bedarf.

Wiedervorstellung jederzeit.

(y) Libi gefällt das.
 
Eher so, daß dies bei Zeus, Neuenhof etc. regelmäßig gemacht wird. Und das nicht erst seit gestern.
DATA NON MENTIUNT


Eben weil es ein wiederkehrendes Verhaltensmuster ist.
Statistica non mendicat.
Lieber DGB,

zunächst einmal danke ich dir, dass du überhaupt antwortest. Das muss man dir wirklich lassen: Du hast wenigstens die Eier, dich der Diskussion zu stellen. Das ist mir allemal lieber, als aus sicherer Entfernung einen Like zu verteilen und ansonsten schweigend hinter der digitalen Hecke zu bleiben.

Mit LIBI würde ich nämlich ebenfalls ausgesprochen gern ein wenig diskutieren. Stoff gäbe es inzwischen wahrlich genug. Nur scheint die direkte Auseinandersetzung bislang nicht ganz sein bevorzugtes Fachgebiet zu sein. Likes funktionieren hervorragend, Zustimmung per Daumen offenbar ebenfalls – bei einer unmittelbaren Antwort wird es dagegen auffallend still.

Pollex fortis, responsio timida.

Der Daumen ist mutig, die Antwort eher zurückhaltend.

Aber gut. Vielleicht kommt das noch. Ich würde mich tatsächlich freuen. Schließlich ist eine Diskussion wesentlich interessanter, wenn derjenige, dessen Aussagen man bespricht, nicht nur aus der Ferne den Like-Pontifex gibt, sondern auch selbst einmal in die Arena steigt.

DGB jedenfalls ist da. Also: Respekt dafür.

De Statisticis Miraculosis – Wenn Häufigkeit plötzlich Gedanken lesen kann

Du schreibst „DATA NON MENTIUNT“, anschließend „Statistica non mendicat“ und begründest dein Wort „GENAU“ mit: „Eben weil es ein wiederkehrendes Verhaltensmuster ist.“

Und genau an dieser Stelle wird es herrlich.

Ursprünglich lautete deine Behauptung sinngemäß: „Sie wissen schon vorher GENAU, dass sie gar nicht kommen werden.“ Auf die naheliegende Frage, woher dieses „GENAU“ eigentlich kommt, lautet die Antwort nun: „Weil es ein wiederkehrendes Verhaltensmuster ist.“

Ein wiederkehrendes Verhaltensmuster kann selbstverständlich zeigen, dass etwas wiederholt passiert. Wenn angekündigte Personen regelmäßig nicht erscheinen, kann man völlig legitim sagen: „Das kommt offenbar häufiger vor.“ Man kann auch sagen: „Da scheint ein Muster zu bestehen.“

Alles vollkommen in Ordnung.

Was daraus allerdings nicht automatisch folgt, ist: „Der Betreiber weiß schon vorher GENAU, dass die betreffende Person nicht kommen wird.“

Das eine ist eine Beobachtung. Das andere ist eine Behauptung über den Wissensstand eines anderen Menschen.

Frequentia non est telepathia.

Häufigkeit ist keine Telepathie.

Wenn mein Zug zehnmal hintereinander verspätet ist, habe ich ein wiederkehrendes Muster. Daraus folgt trotzdem nicht automatisch, dass der Lokführer morgens beim Kaffee sitzt und sagt: „Heute komme ich absichtlich 23 Minuten später.“

Wenn mein Paketdienst dreimal nicht klingelt, obwohl ich zu Hause bin, kann ich durchaus ein Muster erkennen. Daraus folgt aber nicht: „Der Fahrer wusste schon beim Verlassen des Depots GENAU, dass er bei mir heute nicht klingeln wird.“

Und wenn es jeden November regnet, ist auch das ein wiederkehrendes Muster. Trotzdem sitzt nicht irgendwo Petrus mit einer Excel-Tabelle und sagt: „Donnerstag, 14:32 Uhr – heute machen wir ihn nass.“

Patternum non probat intentionem.

Ein Muster beweist keine Absicht. Und erst recht beweist es nicht automatisch vorheriges Wissen.

Genau das ist der entscheidende Unterschied zwischen „Es passiert regelmäßig“ und „Sie wissen vorher GENAU, dass es passieren wird.“

Zwischen diesen Aussagen liegt keine sprachliche Fußmatte. Da liegt ungefähr der Brennerpass.

Die erste Aussage beschreibt beobachtete Ereignisse. Die zweite behauptet etwas über den inneren Wissensstand anderer Menschen.

Factum externum, mens interna.

Äußeres Ereignis und inneres Wissen sind nun einmal zwei verschiedene Dinge.

Und genau hier helfen die groß angekündigten Daten plötzlich erstaunlich wenig.

Daten könnten zum Beispiel zeigen: 10 Ankündigungen, 6 Absagen, 4 tatsächliche Anwesenheiten. Sehr schön. Das ist Statistik.

Aber in welcher Spalte steht: „Der Betreiber wusste es vorher“?

Spalte A: Datum.
Spalte B: Ankündigung.
Spalte C: erschienen – ja/nein.
Spalte D: Gedankeninhalt des Veranstalters um 08:37 Uhr.

Diese Excel-Version hätte ich tatsächlich auch gern.

Telepathia Office 365.

Vielleicht gibt es inzwischen ein Plugin dafür.

Formel: =WISSEN(Club; vorher; GENAU)
Ergebnis: WAHR

Forschung abgeschlossen.

Quod erat tabellandum.

Und dann kommen wir zu deinem feierlichen „DATA NON MENTIUNT“.

Da wird es sprachlich sogar noch ein bisschen schöner. Denn wenn man schon mit Latein den wissenschaftlichen Vorschlaghammer auspackt, sollte der wenigstens einen Stiel besitzen.

Bei data als Mehrzahl müsste es heißen: Data non mentiuntur. – „Die Daten lügen nicht.“

Mentiunt hingegen lässt Cicero vermutlich kurz aus seinem Grab aufstehen, einen Rotstift suchen und anschließend freiwillig wieder hineinklettern.

Latinum non mentitur.

Das Latein lügt nicht. Es verrät gelegentlich nur, wer es gerade misshandelt.

Noch schöner ist allerdings dein:

„Statistica non mendicat.“

Das ist wirklich großartig.

Denn mendicare bedeutet nicht „lügen“, sondern eher betteln.

Damit lautet dein stolzer wissenschaftlicher Lehrsatz ungefähr:

„Die Statistik bettelt nicht.“

Und da bin ich vollkommen bei dir. Das tut sie tatsächlich nicht. Sie sitzt normalerweise auch nicht vor Aldi und fragt nach zwei Euro für den Bus.

Eine bahnbrechende Erkenntnis. Das Statistische Bundesamt dürfte bereits an einer Pressemitteilung arbeiten.

Vermutlich wolltest du schreiben: Statistica non mentitur. – „Die Statistik lügt nicht.“

Das wäre sprachlich zumindest näher an deinem beabsichtigten Gedanken. Nur löst selbst korrektes Latein das eigentliche logische Problem nicht.

Grammatica correcta non creat telepathiam.

Korrekte Grammatik erzeugt keine Telepathie.

Selbst wenn die Statistik vollkommen korrekt ist, kann sie immer noch nicht automatisch beweisen, was jemand vorher wusste.

Nehmen wir dein Argument also einmal vollständig ernst. Du sagst: Es gibt ein wiederkehrendes Muster. Gut. Dann wäre die Schlussfolgerung: „Es passiert offenbar regelmäßig.“

Das lässt sich aus einem wiederkehrenden Muster durchaus ableiten.

Aber nicht automatisch: „Sie wissen vorher GENAU, dass es passieren wird.“

Und genau hier findet der eigentliche Sprung statt.

Wir beginnen mit Daten. Dann kommt Muster. Anschließend Interpretation. Und plötzlich landen wir bei:

GENAU.

Dieses Wort ist der interessanteste Teil deiner Aussage.

Nicht „Ich vermute“. Nicht „Es könnte sein“. Nicht „Nach meiner Erfahrung liegt der Verdacht nahe“. Nicht einmal „Ich halte es für wahrscheinlich“.

Nein.

GENAU.

Das Wissen anderer Menschen ist plötzlich vollständig erschlossen. Der Mentalzustand fremder Personen wurde offenbar erfolgreich vermessen.

Scientia mentis alienae.

Wissenschaft vom fremden Gedanken.

Und genau deshalb ist dein Verweis auf Statistik keine Antwort auf die ursprüngliche Frage.

Denn die Frage lautet nicht: „Kommt es häufiger vor?“ Darauf könnte die Statistik tatsächlich antworten.

Die Frage lautet: „Woher weißt du, dass der Betreiber es vorher GENAU wusste?“

Und darauf antwortest du: „Weil es häufiger vorkommt.“

Das ist eine Antwort. Nur leider auf eine andere Frage.

Du hast damit Häufigkeit begründet, nicht Vorwissen.

Ex frequentia fit omniscientia.

Aus Häufigkeit wird plötzlich Allwissenheit.

Das ist beeindruckend. Wissenschaftlich aber eher:

Quod erat non demonstrandum.

Was gerade eben nicht bewiesen wurde.

Und das Ganze wird noch interessanter, wenn wir deine eigene Logik konsequent anwenden.

Du sagst: Ein wiederkehrendes Verhaltensmuster ist aussagekräftig.

Gut. Dann müssen wir diesen Maßstab allerdings überall gelten lassen – nicht nur dort, wo uns das Ergebnis gefällt.

Wenn ein bestimmtes Erlebnis immer wieder auftritt, könnte man nach deiner Logik schließlich anfangen, nach einer Konstante zu suchen.

Communis denominator redit.

Der gemeinsame Nenner kehrt zurück.

Wenn beispielsweise immer und immer wieder andere Menschen angeblich nicht blasen können, könnte man auch dort sagen: „Interessant. Wiederkehrendes Muster.“

Dann wäre allerdings dieselbe methodische Vorsicht angebracht. Denn auch dort dürfte man aus einem Muster nicht automatisch schließen, warum es entsteht.

Vielleicht liegt es an den anderen. Vielleicht an der gegenseitigen Chemie. Vielleicht an unterschiedlichen Erwartungen. Vielleicht am gemeinsamen Nenner.

Genau deshalb ist Statistik eben kein Orakel.

Statistica describit, non divinat.

Statistik beschreibt. Sie wahrsagt nicht.

Die Daten können vollkommen ehrlich sein. Aber Menschen können aus ihnen Schlussfolgerungen ziehen, die in den Daten selbst überhaupt nicht enthalten sind.

Data non mentiuntur – interpretatio interdum saltat.

Die Daten lügen nicht. Die Interpretation macht gelegentlich nur einen erstaunlich großen Sprung.

Und deshalb bleibt von deiner Verteidigung des Wortes „GENAU“ am Ende ungefähr Folgendes übrig:

DGB: „Sie wissen vorher GENAU, dass sie nicht kommen.“
Nachfrage: „Woher weißt du, was sie vorher wissen?“
DGB: „Weil es regelmäßig vorkommt.“

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer.

Du belegst ein wiederkehrendes Ereignis, behauptest daraus aber einen inneren Wissensstand.

Das ist ungefähr so, als würde ich sagen: „Mein Drucker streikt immer dann, wenn ich es eilig habe.“ Wiederkehrendes Muster.

Also wusste HP bereits bei der Herstellung des Geräts: „Am 4. September um 16:42 Uhr wird er dringend zwei Seiten ausdrucken müssen. Dann schlagen wir zu.“

DATA NON MENTIUNT!


Oder ich vergesse dreimal meinen Regenschirm und dreimal regnet es. Wiederkehrendes Muster.

Also: Der Himmel weiß GENAU, wann ich meinen Schirm vergessen habe.

Statistica non mendicat!


Nein. Die Statistik bettelt tatsächlich nicht.

Sie fleht höchstens inzwischen darum, nicht für Dinge verantwortlich gemacht zu werden, die sie gar nicht gesagt hat.

Parce statisticis.

Hab Erbarmen mit der Statistik.

Und deshalb noch einmal ganz ohne Sarkasmus: Ein wiederkehrendes Muster kann deinen Verdacht verständlich machen. Es kann Anlass für eine kritische Nachfrage sein. Es kann möglicherweise sogar eine Vermutung plausibler machen.

Aber es beweist nicht automatisch, dass jemand im Vorfeld GENAU wusste, was später passieren würde.

Dafür bräuchte man zusätzliche Informationen: interne Kommunikation, Aussagen, Belege – irgendetwas, das tatsächlich den vorherigen Wissensstand zeigt.

Sonst bleibt es eine Schlussfolgerung. Vielleicht eine nachvollziehbare. Vielleicht sogar eine plausible. Aber eben keine bewiesene Gewissheit.

Und genau an diesem Punkt wäre ein kleiner Satz vollkommen ausreichend gewesen:

„Nach meiner Erfahrung vermute ich das.“

Damit wäre praktisch die gesamte Diskussion erledigt.

Aber „GENAU“ ist eben ein großes Wort. Wer GENAU schreibt, beansprucht Gewissheit. Und wer Gewissheit beansprucht, darf sich nicht wundern, wenn jemand nach dem Beleg fragt.

Qui dicit „certe“, probet.

Wer „sicher“ sagt, möge es belegen.

In diesem Sinne nochmals ernst gemeint: Danke, DGB, dass du antwortest.

Du stellst dich wenigstens hin und argumentierst. Damit kann man arbeiten. Man kann widersprechen, lachen, sich gegenseitig die Logik um die Ohren hauen und danach trotzdem weiterdiskutieren. So sollte ein Forum eigentlich funktionieren.

Bei LIBI warte ich weiterhin gespannt darauf, dass aus dem mutigen Daumen vielleicht irgendwann einmal eine mutige Tastatur wird.

Pollex iam venit – verba adhuc exspectamus.

Der Daumen ist bereits eingetroffen. Auf die Worte warten wir noch.

Vielleicht überrascht er uns ja.

Bis dahin bleiben die beiden großen wissenschaftlichen Erkenntnisse dieses Tages:

Data non mentiuntur. Die Daten lügen nicht.

Und:

Statistica non mendicat. Die Statistik bettelt nicht.

Da sind wir vollkommen einer Meinung.

Sie bittet lediglich darum, nicht als Kronzeugin für Gedanken vorgeladen zu werden, die sie niemals gelesen hat.

Finis statisticus.

 
Das geht ab hier voll bekloppt. Der Mann voll eingeschossen auf @Libi und @dgb. Find ich geil, meh Dräck immer gut!
Aber @Metatron schreib doch mal wat nützliches. Nutten, Fotzen, Ficken, diese Richtung.
Aber klar, er ist so ein superschlauer Looser Translate Lateiner wie Fotzenjunky @Vaginaedux.

Kleiner Rat Jungs, prüft mal eure Latten am Zaun!

De Stercore Rhetorico – oder: Wenn „Nutten, Fotzen, Ficken“ plötzlich als Diskussionsbeitrag durchgehen soll

Lieber neuer Mitstreiter,
zunächst einmal: willkommen in der Diskussion.
Dein Einstieg besitzt zweifellos etwas Erfrischendes.
Andere Menschen arbeiten mit Argumenten, Beispielen, Gegenargumenten oder wenigstens einem halbwegs nachvollziehbaren Gedankengang.
Du hast dich für die wesentlich kompaktere Variante entschieden:

„Nutten, Fotzen, Ficken.“

Respekt.
Drei Wörter.
Drei Volltreffer unterhalb der Gürtellinie.
Und argumentativ ungefähr so ergiebig wie ein Aschenbecher nach einem Nichtraucherkongress.

Tria verba, argumentum nullum.

Drei Wörter, kein Argument.
Man muss diese sprachliche Ökonomie fast bewundern.
Cicero brauchte ganze Reden.
Seneca schrieb Bücher.
Tacitus immerhin mehrere Absätze.
Du benötigst:
Nutten. Fotzen. Ficken.

Brevitas vulgaris maxima.

Kürzer kann man intellektuelle Inhaltsvermeidung kaum formulieren.
Eigentlich fehlt nur noch:
„Titten.“
Dann wäre das philosophische System geschlossen.
Du schreibst sinngemäß, hier gehe alles „voll bekloppt“ ab, findest das aber gleichzeitig „geil“ und möchtest gern noch „meh Dräck“.
Das ist bereits eine bemerkenswerte Ausgangslage.
Man steht mitten im Schlamm, beschwert sich über den Dreck und ruft anschließend:

„MEHR DAVON!“

Das ist ungefähr so, als würde jemand in eine Jauchegrube springen, sich über den Geruch beschweren und dann fragen, ob man nicht noch einen Eimer nachgießen könnte.

Contradictio per stercus.

Der Widerspruch durch Gülle.
Aber gut.
Jeder setzt Prioritäten.
Dann folgt die freundliche Aufforderung, ich möge doch einmal etwas „Nützliches“ schreiben.
Das finde ich tatsächlich interessant.
Denn offenbar besitzen wir zwei verschiedene Definitionen von Nützlichkeit.
Meine Definition wäre ungefähr:
Gedanke.
Argument.
Beleg.
Vielleicht Humor.
Deine scheint eher zu lauten:

Nutten + Fotzen + Ficken = gesellschaftlicher Mehrwert.

Auch ein Ansatz.
Vielleicht kein Nobelpreis.
Aber für die Rückseite eines Bierdeckels reicht es.

Philosophia genitalis.

Die Philosophie des Genitalwortes.
Man könnte daraus sogar einen Studiengang machen:
Bachelor of Arts in angewandter Stammtischrhetorik
Schwerpunkt:
„Wie ersetze ich einen Gedanken durch ein Körperteil?“
Modul 1:
Fotzen als Konjunktion.
Modul 2:
Ficken als Argument.
Modul 3:
Nutten als Quellenangabe.
Abschlussprüfung:

„Schreibe einen Satz mit Inhalt.“

Durchfallquote vermutlich erschreckend hoch.
Und dann kommt dein kleines sprachliches Meisterwerk:

„superschlauer Looser Translate Lateiner“

Oh.
Das ist schön.
Wirklich schön.
Das ist jene seltene Form von Beleidigung, die beim Anlauf über ihre eigenen Schnürsenkel stolpert.
Denn wenn man jemanden sprachlich treffen möchte und dabei „Looser“ schreibt, geschieht etwas Wunderbares.
„Loser“ wäre im Englischen der Verlierer.
„Looser“ bedeutet eher:
lockerer.
Du hast mich also möglicherweise gerade als:

„superschlauen, lockeren Translate-Lateiner“

bezeichnet.
Danke.
Damit kann ich überraschend gut leben.

Insultatio mutatur in complimentum.

Die Beleidigung verwandelt sich versehentlich in ein Kompliment.
Das muss man erst einmal schaffen.
Man wirft einen Stein und trifft sich selbst am Hinterkopf.

Ballistica rhetorica imperfecta.

Rhetorische Ballistik mit Rückstoß.
Und gerade diese Kombination ist herrlich:
Man macht sich über Sprache lustig und liefert dabei selbst ein orthografisches kleines Osterei.

Orthographia ultio divina est.

Die Rechtschreibung besitzt gelegentlich einen ausgeprägten Sinn für schwarze Komik.
Aber geschenkt.
Wir wollen schließlich niemanden wegen eines Tippfehlers kreuzigen.
Rom hatte genug Kreuze.
Dann gibt es noch:

„Fotzenjunky“

Auch hier zeigt sich ein erkennbares stilistisches Muster.
Wenn ein Gedanke möglicherweise zu kompliziert erscheint:
Genitalwort nehmen.
An anderes Wort kleben.
Fertig.

Argumentum ad obscenitatem.

Die Argumentation durch Obszönität.
Das funktioniert ungefähr so gut wie bei einem Koch, dessen Suppe nach nichts schmeckt.
Statt ein vernünftiges Rezept zu verwenden, kippt er einfach eine Packung Chili hinein.
Danach schmeckt die Suppe zwar immer noch nicht gut.
Aber wenigstens brennt jetzt allen das Maul.

Stercus conditum.

Gewürzte Inhaltslosigkeit.
Dabei habe ich grundsätzlich überhaupt nichts gegen derbe Sprache.
Im Gegenteil.
Ein gut gesetztes „Scheiße“ kann mehr Wirkung haben als vier Absätze akademisches Blabla.
Ein wirklich guter schwarzer Witz darf wehtun.
Eine gute Polemik darf knallen.
Aber:

Vulgaritas sine substantia est solum strepitus.

Vulgarität ohne Substanz ist nur Lärm.
Und genau da liegt der kleine Unterschied.
Wenn hinter dem Dreck ein Gedanke steckt:
wunderbar.
Wenn der Dreck der Gedanke selbst sein soll:
wird es dünn.
Sehr dünn.
Fast homöopathisch.
Und offenbar möchtest du außerdem LIBI und DGB ein wenig zur Seite springen.
Das ist fast rührend.
Aber keine Sorge:
Die beiden sind erwachsene Männer.
DGB braucht keinen rhetorischen Rettungssanitäter.
Der antwortet selbst.
Das muss man ihm lassen.
Mit DGB kann man diskutieren.
Man kann sich widersprechen.
Man kann sich über Statistik streiten.
Man kann Latein verhunzen und anschließend gemeinsam die Leiche der Grammatik identifizieren.
Aber:

Er antwortet.

Das respektiere ich.
LIBI dagegen hat inzwischen eine wesentlich effizientere Kommunikationsform perfektioniert:

👍

Pollex LIBIensis Maximus.

Der Große Daumen von Rom.
Andere Menschen schreiben ganze Absätze.
LIBI bewegt einen Finger.
Energieeffizienzklasse:
A+++.

Pollex loquitur, homo quiescit.

Der Daumen spricht, der Mensch ruht.
Das ist eigentlich genial.
Ein kompletter Diskussionsbeitrag in einem Symbol.
Gefällt mir.
Gefällt mir nicht.
Mehr soll die Nachwelt offenbar nicht erfahren.
Und deshalb benötigt LIBI meines Erachtens auch keinen freiwilligen Prätorianer, der aus dem Gebüsch springt und plötzlich:

„NUTTEN! FOTZEN! FICKEN!“

ruft.
Das wirkt weniger wie eine Verteidigung und mehr wie jemand, der während einer Gerichtsverhandlung versehentlich seine Suchhistorie vorliest.

Praetorianus obscenus.

Der Prätorianer der gepflegten Themenentgleisung.
Stellen wir uns das einmal bildlich vor.
Richter:
„Der Angeklagte möge seine Position erläutern.“
Du:

„FOTZEN!“

Richter:
„Haben Sie dafür Beweise?“
Du:

„FICKEN!“

Richter:
„Möchten Sie noch etwas ergänzen?“
Du:

„ZAUNLATTEN!“

Der Gerichtsschreiber legt den Stift weg.
Die Staatsanwaltschaft schaut auf die Uhr.
Der Verteidiger beantragt eine längere Mittagspause.

Causa perdita est.

Der Fall ist verloren.
Und damit kommen wir natürlich zum eigentlichen Kronjuwel deines Beitrags:

„Prüft mal eure Latten am Zaun!“

Diesen Satz muss man würdigen.
Er besitzt etwas fast Philosophisches.
Ein Beitrag beginnt bei LIBI und DGB.
Dann geht es über Nutten, Fotzen und Ficken.
Dann Latein.
Dann Fotzenjunky.
Und am Ende stehen wir:

im Baumarkt.

Das ist kein Gedankengang.
Das ist eine Busreise ohne Reiseleiter.

Itinerarium mentis sine navigatione.

Eine geistige Rundreise ohne Navi.
Aber ich habe deinen Rat selbstverständlich ernst genommen.
Der Zaun wurde geprüft.
Latten:
vollständig.
Schrauben:
fest.
Holz:
trocken.
Statik:
einwandfrei.
Pilzbefall:
negativ.
Termiten:
keine.

Lignum erectum, constructio stabilis.

Die Latten stehen.
Alles gut.
Bei deinem Beitrag fiel mir allerdings ein anderes strukturelles Problem auf.
Nicht am Zaun.

Im Argumentationsgerüst.

Dort scheint tatsächlich etwas zu fehlen.
Genauer gesagt:
mehrere tragende Elemente.
Das Fundament besteht derzeit aus:
„voll bekloppt“
„geil“
„Dräck“
„Nutten“
„Fotzen“
„Ficken“
„Looser“
„Fotzenjunky“
„Zaunlatten“
Das ist weniger ein Argumentationsgebäude als der Inhalt eines Müllcontainers nach einem besonders deprimierenden Junggesellenabschied.

Architectura stercoris.

Und irgendwo zwischen all diesen Trümmern sucht man den eigentlichen Gedanken.
Mit Taschenlampe.
Schaufel.
Suchhund.
Bergwacht.
Vielleicht sogar Wärmebildkamera.

Argumentum desideratur.

Das Argument wird vermisst.
Zuletzt gesehen:
vermutlich vor dem Absenden.
Man könnte eine Vermisstenanzeige aufgeben:
Name: Argument
Alter: unbekannt
Bekleidung: möglicherweise ein Nebensatz
Besondere Merkmale: logisch nachvollziehbar
Zuletzt gesehen: nicht in diesem Beitrag
Hinweise bitte an die örtliche Rhetorikbehörde.

Politia argumentorum investigat.

Die Ermittlungen laufen.
Schwarzhumorig betrachtet haben wir hier tatsächlich beinahe eine vollständige Beerdigung.
Der Gedanke liegt im Sarg.
Die Logik trägt schwarz.
Die Grammatik sitzt in der ersten Reihe und weint.
Die Rhetorik steht draußen, raucht eine Zigarette und sagt:
„Ich konnte nichts mehr machen.“
Der Pfarrer beginnt:

„Liebe Gemeinde, wir haben uns heute versammelt …“

Und von hinten ruft jemand:

„FOTZEN!“

Stille.
Der Pfarrer schließt das Buch.
Der Organist geht nach Hause.

Requiescat in pace, argumentum.

Möge das Argument in Frieden ruhen.
Es hatte kein langes Leben.
Eigentlich hatte es überhaupt keins.
Die Todesursache:

Substantia nulla bei maximaler Lautstärke.

Der Notarzt versuchte noch eine Reanimation.
Die Logik brachte den Defibrillator.
Die Grammatik legte einen Zugang.
Die Vernunft begann mit Herzdruckmassage.
Keine Reaktion.
Dann fiel noch einmal das Wort:

„Nutten.“

Daraufhin wurde die Uhrzeit des Todes festgestellt.

Finis.

Und trotzdem:
Ich lade dich ernsthaft ein.
Diskutiere.
Sehr gern.
Sag mir:
Wo liege ich falsch?
Welcher meiner Punkte stimmt nicht?
Welche Schlussfolgerung ist unlogisch?
Warum hat DGB recht?
Warum hat LIBI recht?
Welche konkrete Aussage von mir kannst du widerlegen?
Das wäre interessant.
Das wäre lustig.
Das könnte sogar schön dreckig werden.

Pugna rhetorica legitima.

Eine ordentliche rhetorische Schlägerei.
Aber dafür braucht man eben wenigstens etwas, womit man schlagen kann.
Ein Argument.
Einen Fakt.
Eine Beobachtung.
Eine halbwegs nachvollziehbare Schlussfolgerung.
Aktuell kommst du eher mit einer Plastiktüte voller Schimpfwörter in die Arena und wunderst dich, dass niemand „Ave Caesar“ ruft.

Gladius non inventus est.

Das Schwert wurde nicht gefunden.
Stattdessen:
drei Genitalbegriffe und eine Zaunlatte.
Auch eine Bewaffnung.
Nur nicht besonders zielgenau.
Vielleicht war das Ganze aber auch eine bewusste rhetorische Strategie.
Dann wäre sie tatsächlich faszinierend:

Argumentum per Überforderungum Vulgaritatis.

Man wirft so viel sprachlichen Unrat auf einmal in den Raum, dass jeder vergisst, nach dem Inhalt zu fragen.
Ein wenig wie ein Tintenfisch.
Nur statt Tinte:

Stammtisch.

Das besitzt biologisch durchaus Charme.
Aber Diskussion funktioniert anders.
Wenn du sagst:
„Metatron ist voll auf LIBI und DGB eingeschossen.“
Gut.
Dann können wir darüber reden.
Warum empfindest du das so?
Welche Kritik findest du unfair?
Welche Aussage wurde falsch wiedergegeben?
Wo liegt der Denkfehler?
Das wären Punkte.
Aber:
„Fotzenjunky“
ist kein Gegenargument.
„Looser“
ist kein Beleg.
„Ficken“
ist keine Widerlegung.
Und die Zaunlatte besitzt trotz ihrer beeindruckenden Statik keine wissenschaftliche Zitierfähigkeit.

Lignum non est argumentum.

Holz ist kein Argument.
Man könnte sogar sagen:
Dein Beitrag ist ein hervorragendes Beispiel dafür, warum ein bisschen Latein manchmal ganz hilfreich ist.
Nicht, weil Latein automatisch klug macht.
Tut es nicht.
Aber es gibt uns wenigstens hübsche Bezeichnungen für Katastrophen.
Zum Beispiel:

Argumentum ad hominem.

Persönlicher Angriff statt Sachargument.

Reductio ad genitalia.

Alles wird auf Genitalvokabular reduziert.

Confusio maxima.

Maximale Themenvermischung.

Stercus verbale.

Verbaler Dreck.
Und mein persönlicher Favorit:

Multum strepitus, parum rationis.

Viel Lärm.
Wenig Begründung.
Du wolltest offenbar richtig derb sein.
Das ist gelungen.
Du wolltest vermutlich auch treffen.
Ob das gelungen ist, ist schwieriger.
Denn eine Beleidigung ohne guten Gedanken dahinter ist wie ein Feuerwerkskörper ohne Schwarzpulver:
Man wirft ihn.
Alle schauen kurz.
Dann passiert:
nichts.

Puffus minimus.

Ein kleiner rhetorischer Rohrkrepierer.
Und deshalb noch einmal dein großer Rat:

„Prüft mal eure Latten am Zaun!“

Danke.
Wirklich.
Meine Prüfung ist abgeschlossen.
Zaun stabil.
Latten vorhanden.
Keine Gefahr im Verzug.
Vielleicht darf ich den Rat minimal erweitern:

Prüf beim nächsten Beitrag nicht nur die Latten.

Prüf, ob zwischen ihnen irgendwo ein Argument hängt.

Denn ein stabiler Zaun ist schön.
Aber wenn dahinter nur sprachliches Ödland liegt, hilft auch die beste Verschraubung nichts.

Lignum firmum, contentum vacuum.

Das Holz ist stabil.
Der Inhalt bleibt leer.
Also:
Sehr gern weiter.
Gern grob.
Gern sarkastisch.
Gern schwarzhumorig.
Gern mit Straßendreck an den Schuhen.
Gern auch ohne Latein.
Aber bring wenigstens einen echten Gedanken mit.
Nur einen.
Wir verlangen keine Dissertation.
Keine Habilitation.
Keine päpstliche Bulle.
Kein Gutachten von DGB.
Keinen 👍 von LIBI.

Argumentum unum sufficit.

Ein Argument würde reichen.
Und wenn das gelingt, verspreche ich:
Dann können die Zaunlatten wieder einfach das tun, wofür sie gedacht sind.

Am Zaun stehen.

Bis dahin lautet der amtliche Befund:

Zaun stabil.

Genitalwortbestand vollständig.

Argument weiterhin vermisst.

Multa obscena, pauca argumenta.
Viele Obszönitäten.
Wenige Argumente.
Oder noch kürzer:

Die Latte steht. Der Gedanke liegt.

Quod erat demonstrandum.

 
Das geht ab hier voll bekloppt. Der Mann voll eingeschossen auf @Libi und @dgb. Find ich geil, meh Dräck immer gut!
Aber @Metatron schreib doch mal wat nützliches. Nutten, Fotzen, Ficken, diese Richtung.
Aber klar, er ist so ein superschlauer Looser Translate Lateiner wie Fotzenjunky @Vaginaedux.

Kleiner Rat Jungs, prüft mal eure Latten am Zaun!
 

Imprimatur LIBIensis – Wenn eine Unterstellung plötzlich einen Like bekommt

Manchmal schreibt das Forum seine Satire wirklich selbst.
Man muss gar nichts mehr erfinden.
Man muss nur lesen.
DGB schreibt über einen Club zunächst ausgesprochen positiv:
Tolle Anlage.
Großzügig renoviert.
Schöne Umkleide.
Leckeres Essen.
Beste Voraussetzungen.
Bis hierhin:

Laus maxima.

Lob in geordneten Bahnen.
Doch dann kommt der kleine Satz, bei dem die rhetorischen Glocken anfangen zu läuten:

„Aber sie locken auf dem TP mit WGs, von denen sie schon vorher genau wissen, daß sie gar nicht kommen werden.“

Halt.
Langsam.
Das ist sprachlich nicht:
„Es werden WGs angekündigt, die dann manchmal nicht kommen.“
Das wäre eine Beobachtung.
Es ist auch nicht:
„Ich habe den Eindruck, dass manche Ankündigungen unzuverlässig sind.“
Das wäre eine Einschätzung.
Nein.
Hier steht:

„VON DENEN SIE SCHON VORHER GENAU WISSEN, DASS SIE GAR NICHT KOMMEN WERDEN.“

Das ist eine Behauptung über Wissen.
Und damit automatisch auch über bewusstes Handeln.

Scientia praevia.

Vorheriges Wissen.
Der Club weiß es angeblich vorher.
Trotzdem wird damit geworben.
Das wäre, wenn es stimmt, durchaus relevant.
Aber wenn man es nicht belegen kann, ist es eben nicht bloß eine neutrale Feststellung.
Es ist eine ziemlich konkrete Unterstellung.
Und jetzt kommt der wirklich wunderschöne Teil:

LIBI gefällt das.

Like.
Daumen hoch.
Absolution erteilt.

Imprimatur.

Der Pontifex hat geprüft.
Der Pontifex hat genehmigt.
Der Pontifex hat geliked.
Und irgendwo schlägt die Ironie dreimal die Kirchenglocke.
Denn wir erinnern uns doch an die große LIBI-Doktrin:

„Ich unterstelle bewusst niemandem etwas!“

Ein Satz, der seinerzeit ungefähr eine halbe Sekunde nach:

„Bis es scheinbar irgendjemand wieder einschaltet.“

erschien.
Damals war schon die Frage faszinierend, wie man erst eine handelnde Person ins Spiel bringt und danach erklärt, man unterstelle niemandem etwas.
Doch nun wird die Sache akademisch noch interessanter.
DGB schreibt:

„Sie wissen vorher genau, dass die angekündigten WGs nicht kommen.“

Und LIBI:
👍

Consensus duorum, suspicio sanctificata.

Wenn zwei überzeugt sind, bekommt die Vermutung offenbar den kirchlichen Segen.
Man könnte fast meinen, es gäbe inzwischen eine neue Regel:

Lex LIBIensis de Unterstellungibus

§ 1

Wenn LIBI eine Handlung andeutet, ist es selbstverständlich keine Unterstellung.

§ 2

Wenn DGB eine konkrete Absicht unterstellt, ist es offenbar ein Like wert.

§ 3

Wenn jemand auf genau diese Unterstellung hinweist, wurde der Beitrag vermutlich falsch verstanden.

§ 4

Im Zweifel:
„So war das nicht gemeint.“
Ein herrlich geschlossenes System.

Argumentum Teflonensis.

Nichts bleibt haften.
Besonders amüsant ist das Wort:

„GENAU“

Sie wissen es nicht möglicherweise.
Nicht vermutlich.
Nicht angeblich.
Nicht „meiner Einschätzung nach“.
Nein.

„Sie wissen schon vorher GENAU …“

Das ist keine Vermutung mehr mit Bademantel.
Das tritt bereits im Anzug auf.
Mit Aktentasche.
Und Zeugenaussage.
Man fragt sich unwillkürlich:
Woher wissen wir eigentlich, was der Club vorher genau wusste?
Gab es Sitzungsprotokolle?
Interne Mails?
Eine Tonaufnahme?
Stand morgens im Büro:
„Achtung, WG kommt definitiv nicht, bitte trotzdem bewerben“?
Oder befinden wir uns wieder im beliebten Fachgebiet:

Telepathia Forumensis.

Gedankenlesen aus sicherer Entfernung.
Denn zwischen:
„Eine angekündigte Person kam nicht“
und
„Der Betreiber wusste schon vorher genau, dass sie nicht kommen würde“
liegt rhetorisch doch ein kleines Stück Land.
Ungefähr die Fläche von Österreich.

Factum unum, intentio altera.

Das Ereignis ist das eine.
Die behauptete Absicht das andere.
Aber glücklicherweise verfügen wir inzwischen über die Universitas DGB-LIBIensis.
DGB ist bekanntermaßen zuständig für:
Beobachtung.
Bewertung.
weitreichende Schlussfolgerung.
LIBI ist zuständig für:
Imprimatur.
Kursorische Prüfung.
Und gegebenenfalls spätere Erklärung, weshalb das natürlich überhaupt keine Unterstellung gewesen sei.
Eine perfekte Arbeitsteilung.

DGB scribit, LIBI absolvit.

DGB schreibt.
LIBI erteilt Absolution.
Man stelle sich denselben Satz einmal in einem anderen Zusammenhang vor:
„Der Händler verkauft dieses Auto und weiß schon vorher genau, dass der Motor kaputtgehen wird.“
Das wäre selbstverständlich eine Behauptung.
„Der Veranstalter verkauft Tickets und weiß vorher genau, dass die Veranstaltung ausfällt.“
Auch eine Behauptung.
„Der Club wirbt mit Personen, von denen er vorher genau weiß, dass sie nicht kommen.“
Aber natürlich:

Nur eine Beobachtung.

Selbstverständlich.
Keine Unterstellung weit und breit.
Die Unterstellung wurde vermutlich nur wieder von irgendeinem Leser heimlich eingeschaltet.

Aliquis accusationem activavit.

Irgendjemand hat die Unterstellung aktiviert.
Aber wir unterstellen natürlich niemandem etwas.
Und dann ist da noch LIBIs Like.
Dieses kleine digitale Symbol bekommt im Kontext beinahe staatsrechtliche Bedeutung.
👍
Nicht bloß Zustimmung.
Nein.

Bulla Pontificia Digitalis.

Die päpstliche Like-Bulle.
DGB veröffentlicht die These.
LIBI legt den Daumen darunter.
Damit ist die Sache offenbar kanonisiert.
Früher brauchte man für die Heiligsprechung zwei Wunder.
Heute reichen ein Forumsbeitrag und ein Like.

Sanctificatio per pollicem.

Heiligsprechung durch Daumen.
Und genau deshalb ist der Vorgang so herrlich.
LIBI, der noch vor kurzem so großen Wert darauf legte, dass er niemandem etwas unterstellt, findet offenbar nichts Anstößiges daran, einen Satz zu liken, der einem Betreiber sehr ausdrücklich unterstellt, im Vorfeld genau zu wissen, dass eine Ankündigung nicht eintreffen werde.

Miraculum contradictionis.

Das Wunder des Widerspruchs.
Vielleicht lautet die eigentliche Regel also gar nicht:
„Man soll niemandem etwas unterstellen.“
Vielleicht lautet sie:

„Man soll MIR nichts unterstellen.“

Ah.
Das würde plötzlich erstaunlich viel erklären.

Quod licet DGB, placet LIBI.

Was DGB darf, gefällt LIBI.
Denn Unterstellungen sind offenbar nicht grundsätzlich problematisch.
Sie müssen nur in die richtige Richtung zeigen.

Suspicio externa bona, suspicio interna mala.

Verdacht nach außen:
gut.
Verdacht gegen die eigene Position:
schlecht.
Das kennt man.
Das ist dieselbe wundervolle asymmetrische Empfindlichkeit, die uns schon länger begleitet.
Andere dürfen in die Lupe.
Bei sich selbst beschlägt plötzlich das Glas.
Andere Motive dürfen interpretiert werden.
Eigene Motive:
bitte keine Ferndiagnosen.
Andere dürfen angeblich vorher „genau wissen“, was geschehen wird.
Aber wenn jemand den eigenen Wortlaut beim Wort nimmt:

„Verzerrt!“

Man könnte dem Like deshalb einen offiziellen lateinischen Namen geben:

Imprimatur Contradictionis

Genehmigung des Widerspruchs.
DGB:
„Sie wissen es vorher genau.“
LIBI:
👍
Ein anderer:
„Das ist doch eine Unterstellung.“
LIBI vermutlich:
„Wo wird denn da jemandem etwas unterstellt?“
Und irgendwo packt die Logik ihre Sachen.

Logica forum reliquit.

Die Logik hat das Forum verlassen.
Vielleicht nur vorübergehend.
Vielleicht kommt sie wieder.
Vielleicht weiß irgendjemand sogar schon vorher genau, dass sie nicht wiederkommt.
Aber Vorsicht:

Wir unterstellen bewusst niemandem etwas.

Wir stellen lediglich fest:
DGB schreibt eine ziemlich konkrete Behauptung darüber, was andere angeblich schon vorher genau wissen.
Und ausgerechnet LIBI – der Mann von

„Ich unterstelle bewusst niemandem etwas!“

setzt darunter:

👍

Mehr muss man eigentlich gar nicht schreiben.
Kein Kommentar.
Keine Erklärung.
Keine Fußnote.
Nur dieser kleine Daumen.

Pollex Maximus.

Das kleinste Symbol des Forums – und plötzlich die größte Pointe des ganzen Threads.
Denn wo früher noch wortreich erklärt wurde, man wolle selbstverständlich niemandem irgendetwas unterstellen, reicht jetzt offenbar ein einziger Klick, um eine fremde Unterstellung mit dem päpstlichen Gütesiegel zu versehen.
DGB:

„Die wissen schon vorher genau, dass sie nicht kommen.“

LIBI:

👍

Und damit schließt sich der Kreis so perfekt, dass selbst die Satire kurz arbeitslos wird.

DGB insinuat. LIBI approbat.

DGB unterstellt.
LIBI gefällt’s.
Oder in der kürzesten Zusammenfassung dieses ganzen Schauspiels:

Gestern: „Ich unterstelle niemandem etwas!“

Heute: 👍

Komisch ist es schon, oder LIBI?
Und diesmal braucht es nicht einmal eine Antwort.

Der Like reicht.


Quod erat geliketum. 👍

 
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@Libi
Ich würde mir wünschen, dass nach der Erklärung des @admin der themenfremden Beitrag aus diesem Thread entfernt wird, wo es alleine um ein technisches Problem geht, das nun schon 3 Leute betrifft.

De Puritate Threadorum – oder: Wenn Ordnung plötzlich sehr selektiv wird

Ach, wie schön.
Jetzt wird also aufgeräumt.
Ordo ante omnia.
Ordnung über alles.
Der Thread behandelt ein technisches Problem.
Drei Leute sind betroffen.
Und deshalb möge bitte alles entfernt werden, was nicht exakt in dieses technisch reine Biotop passt.
Verständlich.
Fast rührend.
Man möchte sofort weiße Handschuhe anziehen und ein kleines Schild aufstellen:

„Bitte keine Gedanken außerhalb des markierten Bereichs.“

Denn natürlich muss ein Thread sauber bleiben.
Steril.
Keimfrei.
Frei von Nebenbemerkungen.
Frei von Kontext.
Frei von allem, was den streng abgezirkelten Problemkorridor verlassen könnte.

Threadus Purissimus Maximus.

Nur Technik.
Keine Seitengedanken.
Keine Ironie.
Keine Hinweise auf Widersprüche.
Keine unerwünschte Atmosphäre.
Am besten noch Zugang nur mit Haarnetz.
Besonders schön ist dabei die Formulierung:
„wo es alleine um ein technisches Problem geht“
Alleine.
Ganz allein.
Wie ein seltenes Tier im Naturschutzgebiet.
Nicht anfassen.
Nicht füttern.
Nicht erweitern.
Nicht hinterfragen.
Nur anschauen und leise nicken.

Technica sancta est.

Die Technik ist heilig.
Und natürlich ist es überhaupt nicht relevant, dass in eben diesem technischen Kontext zuvor bereits Formulierungen gefallen sind wie sinngemäß:
„Bis es scheinbar irgendjemand wieder einschaltet.“
Nein, nein.
Das war selbstverständlich reine Technik.
Kristallklar technisch.
Fast schon Maschinenbau.
Keine Vermutung.
Keine Andeutung.
Kein zwischenmenschlicher Beiklang.
Nur ein ganz normaler unbekannter „Irgendjemand“, der offenbar irgendetwas „wieder einschaltet“.

Homo Technicus Incognitus.

Der unbekannte Techniker.
Eine rein technische Naturerscheinung.
So wie Blitz.
Donner.
Regen.
Und jemand, der einen Schalter betätigt.
Alles Wetter.
Und dann natürlich die inzwischen legendäre Ergänzung:

„Ich unterstelle bewusst niemandem etwas!“

Selbstverständlich.
Wir erinnern uns.
Erst:
„Irgendjemand schaltet es wieder ein.“
Dann:
„Ich unterstelle niemandem etwas.“
Und nun:
„Bitte themenfremde Beiträge entfernen.“
Man muss sagen:
Das besitzt eine gewisse dramaturgische Schönheit.

Primum insinuo, deinde nego, postremo deleo.

Erst andeuten.
Dann bestreiten.
Am Ende bitte aufräumen.
Fast schon ein vollständiges Kommunikationsmodell.
Andere Menschen diskutieren Widersprüche.
Hier bestellt man lieber die Müllabfuhr.

Argumentum per moderationem.

Wenn die Gegenrede stört, könnte sie ja vielleicht woanders stören.
Sehr elegant.
Fast aristokratisch.
Man müsste die Forumssoftware eigentlich um eine neue Funktion erweitern:
„Beitrag widerspricht meiner gewünschten Themenästhetik – bitte entfernen.“
Mit drei Stufen:
Leicht störend.
Unangenehm treffend.
Bitte sofort desinfizieren.
Natürlich ist vollkommen richtig, dass ein Thread nicht völlig entgleisen sollte.
Aber die interessante Frage ist:
Wann wird ein Beitrag „themenfremd“?
Sobald er wirklich nichts mit dem Thema zu tun hat?
Oder sobald er einen Aspekt des eigenen Beitrags aufgreift, den man lieber nicht weiter diskutiert sehen möchte?

Quaestio delicata.

Eine heikle Frage.
Denn wenn man in einem technischen Thread selbst Formulierungen verwendet, die über reine Technik hinausgehen und auf handelnde Personen oder Absicht hindeuten, dann kann man sich hinterher schwerlich wundern, wenn jemand genau diese Formulierung kommentiert.
Das ist ungefähr so, als würde man auf einer Wetterseite schreiben:
„Irgendjemand manipuliert offenbar meinen Regenmesser.“
Und anschließend rufen:
„Bitte politische Kommentare löschen! Hier geht es nur ums Wetter!“

Causa posita, responsio vetita.

Die Ursache darf gesetzt werden.
Die Reaktion darauf bitte nicht.
Das wäre natürlich bequem.
Man könnte künftig jeden Beitrag so strukturieren:
Absatz 1:
technische Beobachtung.
Absatz 2:
weitreichende Andeutung.
Absatz 3:
„Ich unterstelle niemandem etwas.“
Absatz 4:
„Bitte alle Antworten auf Absatz 2 entfernen, weil themenfremd.“

Perfectum systema.

Ein nahezu verlustfreies Verfahren.
Eigene Andeutung bleibt stehen.
Reaktion verschwindet.
Thread wieder sauber.
Ego unbeschädigt.
Ordnung hergestellt.
Pax Forumensis.
Und natürlich:
Drei Leute sind betroffen.
Das verleiht dem Problem Gewicht.
Drei!
Nicht einer.
Nicht zwei.
Drei.

Trinitas Technica.

Die heilige Dreifaltigkeit der Ladeprobleme.
Spätestens ab drei Fällen wird aus einer Beobachtung offenbar eine kleine epidemiologische Lage.
Man wartet beinahe auf:
„Das Problem breitet sich aus.“
Noch zwei Nutzer und das Robert-Koch-Institut eröffnet einen Liveticker.
Natürlich kann ein technisches Problem mehrere Menschen betreffen.
Keine Frage.
Aber die Zahl drei besitzt argumentativ noch keine magische Kraft.
Drei Betroffene beweisen:
Drei Betroffene haben ein Problem.
Nicht automatisch:
Ursache geklärt.
Absicht bewiesen.
Schalter gefunden.
Täter lokalisiert.

Tres homines non faciunt causam.

Drei Menschen machen noch keine Ursache.
Und genau deshalb wäre Gelassenheit vielleicht gar nicht schlecht.
Technischen Fehler beschreiben.
Daten sammeln.
Admin prüfen lassen.
Fertig.
Man braucht weder unsichtbare Schaltermeister noch ein kleines Säuberungskommando für Antworten, die die eigene Wortwahl thematisieren.
Aber vielleicht ist genau das die neue Forumsordnung:

Lex LIBI I

Technische Probleme dürfen umfassend beschrieben werden.

Lex LIBI II

Vermutungen über unbekannte handelnde Personen bleiben technisch.

Lex LIBI III

Hinweise darauf, dass diese Vermutungen wie Unterstellungen klingen, sind themenfremd.

Lex LIBI IV

Unbequeme Nebenwirkungen des eigenen Wortlauts sind möglichst zu entfernen.
Das wäre immerhin konsistent.
Auf eine sehr besondere Weise.
Man könnte es auch Lateinisch zusammenfassen:

Quod mihi convenit, ad rem pertinet. Quod mihi non convenit, extra thema est.

Was mir passt, gehört zum Thema.
Was mir nicht passt, ist themenfremd.
Das ist natürlich eine herrlich flexible Definition.
Sie eignet sich für praktisch jede Diskussion.
Besonders faszinierend ist dabei wieder die alte asymmetrische Empfindlichkeit.
Selbst darf man Formulierungen mit ordentlich Interpretationsspielraum platzieren.
Aber sobald jemand diesen Spielraum tatsächlich betritt:
„Themenfremd!“
Selbst darf man vermuten.
Andere dürfen nicht über die Vermutung sprechen.
Selbst darf man einen unbekannten „Irgendjemanden“ ins Spiel bringen.
Andere dürfen nicht fragen, was mit diesem „Irgendjemand“ eigentlich gemeint war.

Libertas unilateralis.

Einseitige Meinungsfreiheit mit eingebauter Einbahnstraße.
Rein geht alles.
Zurück bitte nichts.
Vielleicht sollte der betreffende Beitrag auch gar nicht gelöscht werden.
Vielleicht gehört er gerade deshalb dorthin.
Denn Technik ist nicht nur Ladezeit, Serverantwort und Fehlermeldung.
In einem Forum gehört zum Thema auch, wie man technische Probleme beschreibt.
Wenn aus „ich habe ein Problem“ plötzlich „irgendjemand schaltet es wieder ein“ wird, ist das kommunikativ eben nicht mehr nur ein Ping-Wert.
Da kommt Interpretation hinzu.
Und wer interpretiert, muss damit rechnen, interpretiert zu werden.

Qui insinuat, responsum toleret.

Wer andeutet, sollte eine Antwort aushalten.
Das wäre vielleicht die einfachere Regel.
Und weniger arbeitsintensiv für den Admin.
Denn andernfalls müsste man künftig bei jedem Beitrag prüfen:
Ist er wirklich themenfremd?
Oder nur unbequem?
Ist er sachfremd?
Oder trifft er einen Punkt?
Stört er den Thread?
Oder lediglich die gewünschte Erzählung?

Differentia subtilis, sed gravis.

Ein feiner, aber gewichtiger Unterschied.
Und am Ende bleibt wieder diese wunderbare kleine Dramaturgie:

„Irgendjemand schaltet es wieder ein.“

danach:

„Ich unterstelle bewusst niemandem etwas.“

und jetzt:

„Bitte den themenfremden Beitrag entfernen.“

Man könnte fast meinen, nicht der Beitrag sei themenfremd.
Vielleicht ist nur die Erinnerung an den eigenen Wortlaut etwas themenunangenehm.

Memoria molesta.

Unbequeme Erinnerung.
Aber keine Sorge.
Wir unterstellen selbstverständlich niemandem etwas.
Wir stellen nur fest:

„Aber wir unterstellen natürlich niemandem etwas. Komisch ist es schon, oder Libi?“​


Quod erat moderandum.
 
@Metatron bitte nicht nur in @Libi und @dgb festbeissen. Es treiben sich noch andere Schreiberlinge rum hier, die sollte man endlich auch mal frühstücken! Du bist begabt und hast das Latein bzw. die Maschine im Griff. Bitte gerne weiter zubeissen...:devilish:
 

Conclave Infallibilium – dgb & LIBI oder: Wenn zwei Endstationen der Erkenntnis einander finden

Habemus Duo

Es gibt im Internet Begegnungen, die wirken zufällig.
Und dann gibt es Begegnungen, bei denen man sich fragt, warum die Vorsehung so lange gebraucht hat.
Andere Menschen finden zusammen, weil sie dieselbe Musik mögen.
Dieselben Autos.
Dieselben Reiseziele.
dgb und LIBI scheinen sich auf einer wesentlich höheren Ebene gefunden zu haben:

Beide besitzen eine bemerkenswerte Begabung, sehr genau zu wissen, was bei anderen nicht stimmt.

Concordia Certitudinis.
Die Eintracht der Gewissheit.
Zwei Männer.
Zwei Spezialgebiete.
Ein gemeinsamer Grundsatz:

Omnes examinantur – ipsi numquam.

Alle werden untersucht.
Nur sie selbst erstaunlich selten.
Beginnen wir mit dgb.

Caput I – DGB, Doctor Osculorum, Morborum et Omnium

dgb ist kein gewöhnlicher Teilnehmer zwischenmenschlicher Begegnungen.
Andere Menschen geniessen den BJ einer Frau.
dgb scheint eine Abnahmeprüfung durchzuführen.
Andere denken:
„Hat gepasst.“
Oder:
„Hat eben nicht gepasst.“
dgb dagegen scheint innerlich bereits Formblatt 17b auszufüllen:
Osculum inspectum est.
Blasen geprüft.
Lippenführung:
mangelhaft.
Rhythmus:
fragwürdig.
Technik:
verbesserungswürdig.
Chemie:
offenbar ebenfalls Fehler der Gegenseite.
Und nach einer gewissen Zahl solcher Begegnungen entsteht jene wundervolle wissenschaftliche Erkenntnis:

Frauen können offenbar nicht blasen.

Mehrere Frauen.
Unterschiedliche Menschen.
Unterschiedliche Situationen.
Unterschiedliche Begegnungen.
Aber erstaunlicherweise immer derselbe Befund.
Ein gewöhnlicher Wissenschaftler würde irgendwann vorsichtig fragen:

Communis denominator quis est?

Wer ist eigentlich der gemeinsame Nenner?
Eine Frage von geradezu revolutionärer Gefährlichkeit.
Denn plötzlich könnte auffallen:
In sämtlichen Versuchsreihen war eine Person durchgehend beteiligt.

dgb.

Ipse.
Er selbst.
Doch exakt an diesem Punkt endet offenbar die Forschung.
Laboratorium clausum est.
Das Labor ist geschlossen.
Stromausfall.
Feiertag.
Keine Termine.
Das Mikroskop funktioniert hervorragend – solange es nach außen zeigt.

Microscopium unilateralum.

Einseitige Hochpräzisionsoptik mit automatischer Selbstabschaltung.
Und als wäre der Lehrstuhl für Kusstechnik noch nicht anspruchsvoll genug, erweitert sich das Forschungsgebiet gelegentlich sogar auf gesundheitliche Vermutungen.
Das ist akademisch beeindruckend.
Vom Kusskritiker zum medizinischen Kommentator in wenigen Beiträgen.

Ab osculo ad diagnosin.

Vom Kuss zur Diagnose.
Andere benötigen dafür Medizinstudium, Staatsexamen, Facharztausbildung, Untersuchung, Befunde und Anamnese.
Hier genügen offenbar:
Erfahrung.
Eindruck.
Vermutung.
WLAN.

Doctor Interneticus sine examine.

Der Internetarzt ohne Untersuchung.
Natürlich wird selbstverständlich nichts diagnostiziert.
Nein.
Es werden nur Dinge „angesprochen“.
Möglichkeiten „in den Raum gestellt“.
Vermutungen „erwogen“.
Und sobald jemand darauf reagiert, beginnt die rhetorische Rückwärtsfahrt:
„Das habe ich so gar nicht gesagt.“
„So war das nicht gemeint.“
„Meine Aussage wird verzerrt.“

Transsubstantiatio argumenti.

Die wundersame Verwandlung des Arguments nach erfolgter Kritik.
Vor der Reaktion:
deutlich genug zum Veröffentlichen.
Nach der Reaktion:
so hochdifferenziert, dass jeder, der es wörtlich verstanden hat, offensichtlich selbst schuld ist.
Eine äußerst komfortable Konstruktion.

Iudicium externum, immunitas interna.

Urteil nach außen.
Immunität nach innen.
Doch dann greift das Schicksal ein.
Der große Diagnostiker erlebt plötzlich selbst etwas, das sich seiner sonst so zuverlässigen Ursachenforschung entzieht:

das Forum funktioniert nicht richtig.

Seiten laden langsam.
Beiträge hängen.
Weiße Seiten.
Fehlermeldungen.
Mal funktioniert alles.
Mal nichts.
Error intermittens, furor permanens.
Der Fehler kommt gelegentlich.
Der Ärger bleibt.
Und plötzlich sitzt jener Mann, der sonst bei fremden Menschen erstaunlich schnell Ursachen findet, vor einem Ladebalken und muss sich mit einer völlig neuen Diagnose auseinandersetzen:

„Keine Ahnung.“

Fast rührend.

Humilitas per Browser.

Demut durch Technik.
Router?
Browser?
Cache?
Provider?
DNS?
Mondphase?
Sonnensturm?
Irgendwann wird aus dem Forumsbesuch ein Forschungsprogramm der NASA.
Nur eine Sache bleibt unverändert:
Die Überzeugung, dass irgendwo irgendetwas nicht stimmt.
Und genau an dieser Stelle betritt unser zweiter Protagonist die Bühne.

Caput II – LIBI, Pontifex Certitudinis Maximus

Wenn dgb Professor für Fremdbegutachtung ist, dann ist LIBI der Pontifex der Gewissheit.
Man muss LIBI eines lassen:
Die nahezu übernatürliche Sicherheit, mit der er gelegentlich zu Themen auftritt, besitzt nicht jeder.
Gewöhnliche Menschen überlegen.
Sie wägen ab.
Sie lesen nach.
Manche erlauben sich sogar den geradezu skandalösen Gedanken:
„Vielleicht könnte ich mich irren.“
LIBI wirkt häufiger, als sei dieser lästige Teil der Erkenntnisgewinnung längst abgeschlossen.
Andere haben Gedanken.
LIBI hat Beschlüsse.
Andere schreiben:
„Meiner Meinung nach.“
Bei LIBI hört man zwischen den Zeilen häufiger:

Roma locuta, causa finita.

Rom hat gesprochen.
Die Sache ist beendet.
Nur heißt Rom inzwischen LIBI und besitzt einen Forumslogin.

Veni, legi, correxi.

Ich kam.
Ich las.
Ich korrigierte.
Wobei das „legi“ inzwischen sogar eine besondere Qualität besitzt.
Wortlawinen werden schließlich nur kursorisch überflogen.
Aus Sicherheitsgründen.
Vernünftig.
Schließlich könnte zwischen zwei Absätzen plötzlich Kontext lauern.

Cave contextum!

Vorsicht vor Zusammenhang.
Das Faszinierende geschieht erst danach.
Man liest nur kursorisch und stellt anschließend fest:
„Meine Aussagen werden verzerrt wiedergegeben und grob missverstanden.“

Lectio brevis, indignatio longa.

Kurze Lektüre.
Lange Beschwerde.
Manche Menschen brauchen einen ganzen Text, um ihn misszuverstehen.
Hier reichen offenbar ausgewählte Stichproben.
Effizienz muss man anerkennen.
Und dann liefert LIBI schließlich jenes rhetorische Meisterstück, das einen Ehrenplatz im Museum für angewandte Selbstwidersprüche verdient.
Es geht um technische Probleme im Forum.
Wochenlang funktioniert alles.
Dann wieder nicht.
Das ist ärgerlich.
Völlig nachvollziehbar.
Dann allerdings schreibt LIBI sinngemäß:

„Bis es scheinbar irgendjemand wieder einschaltet.“

Moment.
Langsam.

IRGENDJEMAND.

SCHALTET.

ES WIEDER EIN.

Wir haben also plötzlich einen Akteur.
Eine Person.
Jemanden, der etwas tut.
Nicht:
„Der Fehler tritt wieder auf.“
Nicht:
„Das Problem kehrt zurück.“
Nicht:
„Vielleicht liegt ein technischer Zusammenhang vor.“
Sondern:

„Irgendjemand schaltet es wieder ein.“

Man sieht förmlich einen dunklen Serverraum vor sich.
In der Ecke sitzt eine Gestalt.
Vor ihr ein riesiger roter Schalter:
LIBI
NORMALBETRIEB ◯
ÄRGERN ●
Klick.
„So. Jetzt wieder.“
Doch unmittelbar danach geschieht das Wunder:

„UND ICH UNTERSTELLE BEWUSST NIEMANDEM ETWAS!“

Grandios.

Accusatio sine accusatione.

Die Unterstellung ohne Unterstellung.
Erst wird eine handelnde Person eingeführt.
Dann wird feierlich erklärt, dass selbstverständlich überhaupt niemandem eine Handlung unterstellt wurde.
Das ist kein kleiner logischer Stolperstein.

Das ist ein rhetorischer Treppensturz über drei Stockwerke.

Contradictio Maxima.
Ein unbekannter Täter bleibt ein unterstellter Täter.
Er ist lediglich unbekannt.

Nomen ignotum, suspicio manifesta.

Name unbekannt.
Unterstellung vorhanden.
Wenn jemand sagt:
„Irgendjemand klaut hier Geld aus der Kasse“,
dann hat er sehr wohl behauptet, dass jemand Geld klaut.
Der Satz
„Aber ich beschuldige niemanden“
löscht die vorherige Behauptung nicht.
Ein Disclaimer ist schließlich kein Radiergummi.
Oder:
„Ich unterstelle meinem Nachbarn selbstverständlich nichts. Ich stelle nur fest, dass mein Fernseher weg ist und er seit gestern exakt denselben besitzt.“
Natürlich.

Nulla accusatio!

Gar keine Unterstellung.
Nur ein Zufall mit Täterbeschreibung.
Man könnte ebenso sagen:
„Ich behaupte nicht, dass jemand absichtlich meinen Reifen beschädigt. Ich sage lediglich, dass ihn offenbar jemand absichtlich beschädigt.“
Danach:

„Bitte nichts hineininterpretieren!“

Herrlich.

Primum insinuo, deinde nego.

Erst deute ich es an.
Dann bestreite ich, etwas angedeutet zu haben.
Und genau hier beginnen DGB und LIBI plötzlich erstaunlich gut zusammenzupassen.

Caput III – Et invenerunt se

Und sie fanden einander.

dgb und LIBI.
Der eine beurteilt Frauen, Kusstechnik und gelegentlich gesundheitliche Möglichkeiten.
Der andere beurteilt Argumentationen, Interpretationen und nun offenbar auch die Wahrscheinlichkeit eines unbekannten Mannes am imaginären Störungsschalter.
Beide besitzen unterschiedliche Spezialgebiete.
Aber dieselbe rhetorische Grundversicherung:

Wenn wir über andere sprechen, ist es Analyse.

Wenn andere über uns sprechen, ist es Verzerrung.

dgb:
„Bei den Frauen stimmt etwas nicht.“
Antwort:
„Vielleicht könnte die gemeinsame Konstante eine Rolle spielen?“
Plötzlich:
Missverständnis.
LIBI:
„Irgendjemand schaltet es offenbar wieder ein.“
Antwort:
„Das klingt aber nach einer Unterstellung.“

Plötzlich:

„ICH UNTERSTELLE NIEMANDEM ETWAS!“

Gladius emissus, manus lavantur.

Das Schwert ist geworfen.
Die Hände werden gewaschen.
Pontius Pilatus hätte vermutlich anerkennend genickt.
Und nun kommt etwas hinzu, das jede feste Überzeugung besonders liebt:
Bestätigung.
dgb liest LIBI.
LIBI liest dgb.
Einer sagt:
„Sehe ich auch so.“
Der andere:
„Genau.“

Et facta est evidentia.

Und Evidenz ward.
Vorher:
eine Meinung.
Jetzt:
zwei Meinungen.
Im Forum manchmal bereits ausreichend, um innerlich eine Pressekonferenz einzuberufen.

Consensus duorum, veritas aeterna.

Zwei stimmen überein.
Also kann die ewige Wahrheit nicht weit entfernt sein.
Stichprobengröße:
2.
Peer Review:
gegenseitiges Kopfnicken.
Konfidenzintervall:
vom eigenen Bildschirm bis zum Horizont.

Caput IV – Universitas dgb-LIBI

Eigentlich sollte man jetzt eine gemeinsame Hochschule gründen:

Universitas Omniscientiae Forumensis

Institutum dgb-LIBI pro Certitudine Absoluta

Fakultät I:
KBlasechnik und Lippenprüfung
Direktor:
dgb.
Fakultät II:
Gesundheitliche Vermutungen ohne Patientenkontakt
Direktor:
dgb.
Fakultät III:
Allgemeine Frauenbegutachtung
Direktor:
ebenfalls dgb.
Fakultät IV:
Endgültige Diskussionsauslegung
Direktor:
LIBI.
Fakultät V:
Kursorisches Lesen bei vollständiger Urteilsfähigkeit
Direktor:
LIBI.
Fakultät VI:
Technische Kausalitätsforschung mit unbekanntem Schalterbetätiger
Direktor:
LIBI.
Fakultät VII:
Nachträgliche Bedeutungskorrektur eigener Aussagen
Gemeinschaftsprofessur.
Nur ein Lehrstuhl bleibt unbesetzt:

Facultas Reflexionis Suae.

Selbstreflexion.
Geschlossen.
Personalmangel.
Angeblich gab es einmal einen Bewerber.
Er stellte jedoch zu viele Fragen.

Caput V – Der Spiegel, der nur nach außen zeigt

Man müsste dem neuen Institut ein Wappen geben.
Oben:
eine Lupe.
Daneben:
ein Stethoskop.
Darunter:
ein Router.
In der Mitte:
ein großer Spiegel.
Nur besitzt dieser Spiegel eine Besonderheit:

Er zeigt ausschließlich nach außen.

Speculum externum.
dgb sieht darin:
Frauen.
Blastechnik.
mögliche Defizite.
mögliche gesundheitliche Ursachen.
LIBI sieht:
falsche Interpretationen.
schlechte Argumente.
unbekannte Schalterbetätiger.
Missverständnisse.
Nur zwei Menschen erscheinen darin niemals:
dgb und LIBI.

Miraculum speculi.

Ein Spiegel ohne Rückspiegelung.
Fast revolutionäre Physik.
Und genau hier liegt die vielleicht schönste Gemeinsamkeit:

Die asymmetrische Empfindlichkeit.

Nach außen:
großzügige Analyse.
Andere Menschen dürfen eingeordnet werden.
Bewertet.
Interpretiert.
Ihre Motive dürfen vermutet werden.
Ihre Gesundheit darf Gegenstand von Spekulationen werden.
Eine unbekannte Person darf sogar „irgendetwas wieder einschalten“.
Aber sobald die eigene Aussage untersucht wird:
Alarm.
„Verzerrt!“
„Missverstanden!“
„Nicht so gemeint!“
„Ich unterstelle niemandem etwas!“

Scutum Egoensis Maximus.

Der große Schutzschild des Ichs.
Das ist ungefähr wie ein Mann, der den ganzen Nachmittag mit Steinen wirft und beim ersten Stein in seine Richtung empört ruft:
„Vorsicht! Hier stehen Menschen!“
Oder ein Boxer, der zehn Runden austeilt und beim ersten Gegentreffer die Handschuhe fallen lässt:
„Moment! Das wird jetzt persönlich.“

Pugilator sine receptione.

Austeilen:
ja.
Empfangen:
nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung.

Caput VI – Ordo Infallibilium

Vielleicht ist eine Universität sogar zu wenig.
Vielleicht braucht es einen Orden.

Ordo Sanctissimae Certitudinis

Der heilige Orden der unerschütterlichen Gewissheit

Ordensregel I:
Andere Menschen dürfen analysiert werden.
Ordensregel II:
Eigene Aussagen dürfen ausschließlich wohlwollend und unter vollständiger Berücksichtigung sämtlicher ungeschriebener Bedeutungen interpretiert werden.
Ordensregel III:
Wer zustimmt, hat den Beitrag verstanden.
Ordensregel IV:
Wer widerspricht, hat nicht richtig gelesen.
Ordensregel V:
Wer wörtlich zitiert, reißt aus dem Zusammenhang.
Ordensregel VI:
Eine Vermutung über andere ist Erfahrung.
Eine Vermutung über ein Ordensmitglied ist Unterstellung.
Ordensregel VII:
Der Satz
„Ich unterstelle niemandem etwas“
darf jederzeit verwendet werden, insbesondere unmittelbar nachdem man etwas unterstellt hat.
Ordensregel VIII:
Das Wort
„scheinbar“
dient als diplomatische Immunität.
Ordensregel IX:
Der gemeinsame Nenner wird niemals untersucht.

Denominator communis sacer est.

Der gemeinsame Nenner ist heilig.
Ordensregel X:
Sollte die eigene Aussage trotzdem problematisch erscheinen, gilt:

„So war das nicht gemeint.“

Damit ist jedes Risiko beseitigt.
Ein nahezu perfektes System.
Stimmt jemand zu:
Bestätigung.
Widerspricht jemand:
Missverständnis.
Zitiert jemand:
Kontextproblem.
Zeigt jemand einen Widerspruch:
Fehlinterpretation.

Perpetuum mobile egoensis.

Das Perpetuum mobile der Selbstbestätigung.
Die Physik behauptet, so etwas könne nicht funktionieren.
Das Forum erwidert:
„Geschenkt.“

Caput VII – Zwei Päpste, ein Forum

Die wirklich spannende Frage lautet allerdings:
Was geschieht an dem Tag, an dem dgb und LIBI einmal nicht derselben Meinung sind?
Solange beide dasselbe Dogma verkünden:
Frieden.
Eintracht.
Brüderlichkeit.
Aber zwei unfehlbare Instanzen mit unterschiedlichen Wahrheiten?

Duo Papae, unum forum – quid mali evenire potest?

Zwei Päpste.
Ein Forum.
Was könnte schon schiefgehen?
dgb:
„Das ist eindeutig.“
LIBI:
„Nein.“
dgb:
„Du hast mich falsch verstanden.“
LIBI:
„Du hast meinen Beitrag nur kursorisch gelesen.“
dgb:
„Du verzerrst meine Aussage.“
LIBI:
„Geschenkt.“
dgb:
„Das habe ich nie behauptet.“
LIBI:
„Doch, das steht da.“
dgb:
„Aber so war es nicht gemeint.“
Stille.
Dann erkennt LIBI plötzlich seinen eigenen natürlichen Feind:

sich selbst in einem anderen Benutzerkonto.

Schisma Forumensis Maximus.
Das große Schisma.
Aristoteles bestellt Popcorn.
Sokrates zieht einen Stuhl heran.
Und irgendwo flüstert Cicero:
„Endlich wird es interessant.“
Bis dahin aber:
Harmonie.

Caput VIII – Habemus Duo

Der eine:

dgb – Doctor Osculorum et Morborum

Sachverständiger für die Fehler der weiblichen Welt und Großmeister der externen Ursachenforschung.
Der andere:

LIBI – Pontifex Certitudinis Maximus

Oberste Instanz für endgültige Meinungen, kursorische Textprüfung und unbekannte Personen, die offenbar geheimnisvolle Dinge „wieder einschalten“.
Gemeinsam:

Duo Infallibilium.

Zwei unterschiedliche Fachrichtungen.
Eine gemeinsame Philosophie:
Wenn genügend andere Menschen problematisch erscheinen, sollte man auf keinen Fall voreilig den gemeinsamen Nenner untersuchen.
Das könnte schließlich unangenehm werden.

Ego ultimus suspectus.

Das eigene Ich ist immer der letzte Verdächtige.
Und damit hat das Forum möglicherweise gefunden, was ihm bislang fehlte:
einen Doctor und einen Pontifex.
Der eine diagnostiziert.
Der andere verkündet.
Der eine weiß, was mit anderen nicht stimmt.
Der andere weiß, dass jemand offenbar etwas einschaltet.
Beide unterstellen selbstverständlich niemandem etwas.

Nemo accusatur, omnes suspecti sunt.

Niemand wird beschuldigt.
Alle sind verdächtig.
Und sollte dieser Beitrag nun als übertrieben, verzerrt, grob missverstanden oder falsch interpretiert bezeichnet werden, wäre die passende Antwort eigentlich schon vorhanden:

Primum insinuo, deinde nego.

Erst unterstellen.
Dann erklären, man habe nichts unterstellt.
Oder in der inzwischen klassischen deutschen Fassung:

„Irgendjemand schaltet es offenbar wieder ein.“

Unmittelbar gefolgt von:

„ICH UNTERSTELLE BEWUSST NIEMANDEM ETWAS!“

Quod erat contradictum.

Was zu widersprechen war.
Und irgendwo dreht sich weiterhin ein kleiner Ladebalken.
Requiescat in Certitudine.
Lieber @Metatron

Dein Eifer in aller Ehren – und vorweg möchten wir auch festhalten: Deine Beiträge haben durchaus ihren Mehrwert. Einige Sätze sind dabei schon sehr, sehr lustig und sorgen bei dem einen oder anderen User durchaus für ein Schmunzeln oder sogar herzhaftes Lachen. Man merkt – oder zumindest ist das unser Eindruck –, dass vieles davon auch mit einem Augenzwinkern und ironisch gemeint ist.

Wir können Dir zudem verraten, dass Deine Beiträge am Freitag im Club Swiss durchaus Thema waren. Viele der anwesenden Schreiber haben sich dafür ausgesprochen, dass Deine Beiträge weiterhin freigeschaltet werden sollen. Sie sehen darin keine Beleidigungen, sondern vielmehr einen zusätzlichen, manchmal durchaus erheiternden Input in der ansonsten so strengen und ernsten Welt da draussen.

Innerhalb der Administration haben wir Deine Beiträge ebenfalls besprochen. Sie sind hart an der Grenze, bewegen sich aber aus unserer Sicht noch klar weg von persönlichen Beleidigungen. Es handelt sich letztlich um Deine Ansichten über einige User.

Du hast sicherlich bemerkt, dass wir Dir deshalb einen eigenen Thread eingerichtet haben. Wir bitten Dich, inskünftig Deine Beiträge dort zu posten. Wir werden keine weiteren sprudelnden und philosophischen Ergüsse von Dir mehr in anderen Threads freischalten.

So können wir Deine Beiträge weiterhin stehen lassen, ohne dass sie sich quer durch das gesamte Forum verteilen und dort immer wieder für Diskussionen sorgen.

Besten Dank für Dein Verständnis.
 
Wir sind also Trolle, die auf diese Weise vertrieben werden sollen.
Statt Kommunikation zu suchen, läuft es anonym und hinter den Kulissen im "Forum ohne Zensur".
Verstanden.
Seit gestern Morgen kann ich jetzt wieder nur massiv eingeschränkt hier im Forum teilnehmen. Nachdem 4 Wochen alles wie am Schnürchen lief, muss ich jetzt wieder Minuten warten, bis ich mich einwählen kann, werden die Seiten nicht richtig aufgerufen, kann ich kaum etwas posten.

Das ist jetzt schon das 3. Mal on/off. Das Problem muss doch dauerhaft zu beheben sein! Jedes Mal, wenn ich mich hier beklage und der Admin sich an den „externen Serververantwortlichen“ wendet, ist das Problem nach kurzer Zeit behoben. Bis es scheinbar irgendjemand wieder einschaltet. An meinen Geräten und Einstellungen ändert sich dagegen nie etwas.

Ich bitte nochmals herzlich darum, dass man mir wie allen anderen auch einen freien und unbehinderten Zugang zu diesem Forum gewährt.

Libi
und ich unterstelle bewusst niemandem etwas!

Conclave Infallibilium – dgb & LIBI oder: Wenn zwei Endstationen der Erkenntnis einander finden

Habemus Duo

Es gibt im Internet Begegnungen, die wirken zufällig.
Und dann gibt es Begegnungen, bei denen man sich fragt, warum die Vorsehung so lange gebraucht hat.
Andere Menschen finden zusammen, weil sie dieselbe Musik mögen.
Dieselben Autos.
Dieselben Reiseziele.
dgb und LIBI scheinen sich auf einer wesentlich höheren Ebene gefunden zu haben:

Beide besitzen eine bemerkenswerte Begabung, sehr genau zu wissen, was bei anderen nicht stimmt.

Concordia Certitudinis.
Die Eintracht der Gewissheit.
Zwei Männer.
Zwei Spezialgebiete.
Ein gemeinsamer Grundsatz:

Omnes examinantur – ipsi numquam.

Alle werden untersucht.
Nur sie selbst erstaunlich selten.
Beginnen wir mit dgb.

Caput I – DGB, Doctor Osculorum, Morborum et Omnium

dgb ist kein gewöhnlicher Teilnehmer zwischenmenschlicher Begegnungen.
Andere Menschen geniessen den BJ einer Frau.
dgb scheint eine Abnahmeprüfung durchzuführen.
Andere denken:
„Hat gepasst.“
Oder:
„Hat eben nicht gepasst.“
dgb dagegen scheint innerlich bereits Formblatt 17b auszufüllen:
Osculum inspectum est.
Blasen geprüft.
Lippenführung:
mangelhaft.
Rhythmus:
fragwürdig.
Technik:
verbesserungswürdig.
Chemie:
offenbar ebenfalls Fehler der Gegenseite.
Und nach einer gewissen Zahl solcher Begegnungen entsteht jene wundervolle wissenschaftliche Erkenntnis:

Frauen können offenbar nicht blasen.

Mehrere Frauen.
Unterschiedliche Menschen.
Unterschiedliche Situationen.
Unterschiedliche Begegnungen.
Aber erstaunlicherweise immer derselbe Befund.
Ein gewöhnlicher Wissenschaftler würde irgendwann vorsichtig fragen:

Communis denominator quis est?

Wer ist eigentlich der gemeinsame Nenner?
Eine Frage von geradezu revolutionärer Gefährlichkeit.
Denn plötzlich könnte auffallen:
In sämtlichen Versuchsreihen war eine Person durchgehend beteiligt.

dgb.

Ipse.
Er selbst.
Doch exakt an diesem Punkt endet offenbar die Forschung.
Laboratorium clausum est.
Das Labor ist geschlossen.
Stromausfall.
Feiertag.
Keine Termine.
Das Mikroskop funktioniert hervorragend – solange es nach außen zeigt.

Microscopium unilateralum.

Einseitige Hochpräzisionsoptik mit automatischer Selbstabschaltung.
Und als wäre der Lehrstuhl für Blastechnik noch nicht anspruchsvoll genug, erweitert sich das Forschungsgebiet gelegentlich sogar auf gesundheitliche Vermutungen.
Das ist akademisch beeindruckend.
Vom Blaskritiker zum medizinischen Kommentator in wenigen Beiträgen.

Ab osculo ad diagnosin.

Vom Blowjob zur Diagnose.
Andere benötigen dafür Medizinstudium, Staatsexamen, Facharztausbildung, Untersuchung, Befunde und Anamnese.
Hier genügen offenbar:
Erfahrung.
Eindruck.
Vermutung.
WLAN.

Doctor Interneticus sine examine.

Der Internetarzt ohne Untersuchung.
Natürlich wird selbstverständlich nichts diagnostiziert.
Nein.
Es werden nur Dinge „angesprochen“.
Möglichkeiten „in den Raum gestellt“.
Vermutungen „erwogen“.
Und sobald jemand darauf reagiert, beginnt die rhetorische Rückwärtsfahrt:
„Das habe ich so gar nicht gesagt.“
„So war das nicht gemeint.“
„Meine Aussage wird verzerrt.“

Transsubstantiatio argumenti.

Die wundersame Verwandlung des Arguments nach erfolgter Kritik.
Vor der Reaktion:
deutlich genug zum Veröffentlichen.
Nach der Reaktion:
so hochdifferenziert, dass jeder, der es wörtlich verstanden hat, offensichtlich selbst schuld ist.
Eine äußerst komfortable Konstruktion.

Iudicium externum, immunitas interna.

Urteil nach außen.
Immunität nach innen.
Doch dann greift das Schicksal ein.
Der große Diagnostiker erlebt plötzlich selbst etwas, das sich seiner sonst so zuverlässigen Ursachenforschung entzieht:

das Forum funktioniert nicht richtig.

Seiten laden langsam.
Beiträge hängen.
Weiße Seiten.
Fehlermeldungen.
Mal funktioniert alles.
Mal nichts.
Error intermittens, furor permanens.
Der Fehler kommt gelegentlich.
Der Ärger bleibt.
Und plötzlich sitzt jener Mann, der sonst bei fremden Menschen erstaunlich schnell Ursachen findet, vor einem Ladebalken und muss sich mit einer völlig neuen Diagnose auseinandersetzen:

„Keine Ahnung.“

Fast rührend.

Humilitas per Browser.

Demut durch Technik.
Router?
Browser?
Cache?
Provider?
DNS?
Mondphase?
Sonnensturm?
Irgendwann wird aus dem Forumsbesuch ein Forschungsprogramm der NASA.
Nur eine Sache bleibt unverändert:
Die Überzeugung, dass irgendwo irgendetwas nicht stimmt.
Und genau an dieser Stelle betritt unser zweiter Protagonist die Bühne.

Caput II – LIBI, Pontifex Certitudinis Maximus

Wenn dgb Professor für Fremdbegutachtung ist, dann ist LIBI der Pontifex der Gewissheit.
Man muss LIBI eines lassen:
Die nahezu übernatürliche Sicherheit, mit der er gelegentlich zu Themen auftritt, besitzt nicht jeder.
Gewöhnliche Menschen überlegen.
Sie wägen ab.
Sie lesen nach.
Manche erlauben sich sogar den geradezu skandalösen Gedanken:
„Vielleicht könnte ich mich irren.“
LIBI wirkt häufiger, als sei dieser lästige Teil der Erkenntnisgewinnung längst abgeschlossen.
Andere haben Gedanken.
LIBI hat Beschlüsse.
Andere schreiben:
„Meiner Meinung nach.“
Bei LIBI hört man zwischen den Zeilen häufiger:

Roma locuta, causa finita.

Rom hat gesprochen.
Die Sache ist beendet.
Nur heißt Rom inzwischen LIBI und besitzt einen Forumslogin.

Veni, legi, correxi.

Ich kam.
Ich las.
Ich korrigierte.
Wobei das „legi“ inzwischen sogar eine besondere Qualität besitzt.
Wortlawinen werden schließlich nur kursorisch überflogen.
Aus Sicherheitsgründen.
Vernünftig.
Schließlich könnte zwischen zwei Absätzen plötzlich Kontext lauern.

Cave contextum!

Vorsicht vor Zusammenhang.
Das Faszinierende geschieht erst danach.
Man liest nur kursorisch und stellt anschließend fest:
„Meine Aussagen werden verzerrt wiedergegeben und grob missverstanden.“

Lectio brevis, indignatio longa.

Kurze Lektüre.
Lange Beschwerde.
Manche Menschen brauchen einen ganzen Text, um ihn misszuverstehen.
Hier reichen offenbar ausgewählte Stichproben.
Effizienz muss man anerkennen.
Und dann liefert LIBI schließlich jenes rhetorische Meisterstück, das einen Ehrenplatz im Museum für angewandte Selbstwidersprüche verdient.
Es geht um technische Probleme im Forum.
Wochenlang funktioniert alles.
Dann wieder nicht.
Das ist ärgerlich.
Völlig nachvollziehbar.
Dann allerdings schreibt LIBI sinngemäß:

„Bis es scheinbar irgendjemand wieder einschaltet.“

Moment.
Langsam.

IRGENDJEMAND.

SCHALTET.

ES WIEDER EIN.

Wir haben also plötzlich einen Akteur.
Eine Person.
Jemanden, der etwas tut.
Nicht:
„Der Fehler tritt wieder auf.“
Nicht:
„Das Problem kehrt zurück.“
Nicht:
„Vielleicht liegt ein technischer Zusammenhang vor.“
Sondern:

„Irgendjemand schaltet es wieder ein.“

Man sieht förmlich einen dunklen Serverraum vor sich.
In der Ecke sitzt eine Gestalt.
Vor ihr ein riesiger roter Schalter:
LIBI
NORMALBETRIEB ◯
ÄRGERN ●
Klick.
„So. Jetzt wieder.“
Doch unmittelbar danach geschieht das Wunder:

„UND ICH UNTERSTELLE BEWUSST NIEMANDEM ETWAS!“

Grandios.

Accusatio sine accusatione.

Die Unterstellung ohne Unterstellung.
Erst wird eine handelnde Person eingeführt.
Dann wird feierlich erklärt, dass selbstverständlich überhaupt niemandem eine Handlung unterstellt wurde.
Das ist kein kleiner logischer Stolperstein.

Das ist ein rhetorischer Treppensturz über drei Stockwerke.

Contradictio Maxima.
Ein unbekannter Täter bleibt ein unterstellter Täter.
Er ist lediglich unbekannt.

Nomen ignotum, suspicio manifesta.

Name unbekannt.
Unterstellung vorhanden.
Wenn jemand sagt:
„Irgendjemand klaut hier Geld aus der Kasse“,
dann hat er sehr wohl behauptet, dass jemand Geld klaut.
Der Satz
„Aber ich beschuldige niemanden“
löscht die vorherige Behauptung nicht.
Ein Disclaimer ist schließlich kein Radiergummi.
Oder:
„Ich unterstelle meinem Nachbarn selbstverständlich nichts. Ich stelle nur fest, dass mein Fernseher weg ist und er seit gestern exakt denselben besitzt.“
Natürlich.

Nulla accusatio!

Gar keine Unterstellung.
Nur ein Zufall mit Täterbeschreibung.
Man könnte ebenso sagen:
„Ich behaupte nicht, dass jemand absichtlich meinen Reifen beschädigt. Ich sage lediglich, dass ihn offenbar jemand absichtlich beschädigt.“
Danach:

„Bitte nichts hineininterpretieren!“

Herrlich.

Primum insinuo, deinde nego.

Erst deute ich es an.
Dann bestreite ich, etwas angedeutet zu haben.
Und genau hier beginnen DGB und LIBI plötzlich erstaunlich gut zusammenzupassen.

Caput III – Et invenerunt se

Und sie fanden einander.

dgb und LIBI.
Der eine beurteilt Frauen, Kusstechnik und gelegentlich gesundheitliche Möglichkeiten.
Der andere beurteilt Argumentationen, Interpretationen und nun offenbar auch die Wahrscheinlichkeit eines unbekannten Mannes am imaginären Störungsschalter.
Beide besitzen unterschiedliche Spezialgebiete.
Aber dieselbe rhetorische Grundversicherung:

Wenn wir über andere sprechen, ist es Analyse.

Wenn andere über uns sprechen, ist es Verzerrung.

dgb:
„Bei den Frauen stimmt etwas nicht.“
Antwort:
„Vielleicht könnte die gemeinsame Konstante eine Rolle spielen?“
Plötzlich:
Missverständnis.
LIBI:
„Irgendjemand schaltet es offenbar wieder ein.“
Antwort:
„Das klingt aber nach einer Unterstellung.“

Plötzlich:

„ICH UNTERSTELLE NIEMANDEM ETWAS!“

Gladius emissus, manus lavantur.

Das Schwert ist geworfen.
Die Hände werden gewaschen.
Pontius Pilatus hätte vermutlich anerkennend genickt.
Und nun kommt etwas hinzu, das jede feste Überzeugung besonders liebt:
Bestätigung.
dgb liest LIBI.
LIBI liest dgb.
Einer sagt:
„Sehe ich auch so.“
Der andere:
„Genau.“

Et facta est evidentia.

Und Evidenz ward.
Vorher:
eine Meinung.
Jetzt:
zwei Meinungen.
Im Forum manchmal bereits ausreichend, um innerlich eine Pressekonferenz einzuberufen.

Consensus duorum, veritas aeterna.

Zwei stimmen überein.
Also kann die ewige Wahrheit nicht weit entfernt sein.
Stichprobengröße:
2.
Peer Review:
gegenseitiges Kopfnicken.
Konfidenzintervall:
vom eigenen Bildschirm bis zum Horizont.

Caput IV – Universitas dgb-LIBI

Eigentlich sollte man jetzt eine gemeinsame Hochschule gründen:

Universitas Omniscientiae Forumensis

Institutum dgb-LIBI pro Certitudine Absoluta

Fakultät I:
KBlasechnik und Lippenprüfung
Direktor:
dgb.
Fakultät II:
Gesundheitliche Vermutungen ohne Patientenkontakt
Direktor:
dgb.
Fakultät III:
Allgemeine Frauenbegutachtung
Direktor:
ebenfalls dgb.
Fakultät IV:
Endgültige Diskussionsauslegung
Direktor:
LIBI.
Fakultät V:
Kursorisches Lesen bei vollständiger Urteilsfähigkeit
Direktor:
LIBI.
Fakultät VI:
Technische Kausalitätsforschung mit unbekanntem Schalterbetätiger
Direktor:
LIBI.
Fakultät VII:
Nachträgliche Bedeutungskorrektur eigener Aussagen
Gemeinschaftsprofessur.
Nur ein Lehrstuhl bleibt unbesetzt:

Facultas Reflexionis Suae.

Selbstreflexion.
Geschlossen.
Personalmangel.
Angeblich gab es einmal einen Bewerber.
Er stellte jedoch zu viele Fragen.

Caput V – Der Spiegel, der nur nach außen zeigt

Man müsste dem neuen Institut ein Wappen geben.
Oben:
eine Lupe.
Daneben:
ein Stethoskop.
Darunter:
ein Router.
In der Mitte:
ein großer Spiegel.
Nur besitzt dieser Spiegel eine Besonderheit:

Er zeigt ausschließlich nach außen.

Speculum externum.
dgb sieht darin:
Frauen.
Blastechnik.
mögliche Defizite.
mögliche gesundheitliche Ursachen.
LIBI sieht:
falsche Interpretationen.
schlechte Argumente.
unbekannte Schalterbetätiger.
Missverständnisse.
Nur zwei Menschen erscheinen darin niemals:
dgb und LIBI.

Miraculum speculi.

Ein Spiegel ohne Rückspiegelung.
Fast revolutionäre Physik.
Und genau hier liegt die vielleicht schönste Gemeinsamkeit:

Die asymmetrische Empfindlichkeit.

Nach außen:
großzügige Analyse.
Andere Menschen dürfen eingeordnet werden.
Bewertet.
Interpretiert.
Ihre Motive dürfen vermutet werden.
Ihre Gesundheit darf Gegenstand von Spekulationen werden.
Eine unbekannte Person darf sogar „irgendetwas wieder einschalten“.
Aber sobald die eigene Aussage untersucht wird:
Alarm.
„Verzerrt!“
„Missverstanden!“
„Nicht so gemeint!“
„Ich unterstelle niemandem etwas!“

Scutum Egoensis Maximus.

Der große Schutzschild des Ichs.
Das ist ungefähr wie ein Mann, der den ganzen Nachmittag mit Steinen wirft und beim ersten Stein in seine Richtung empört ruft:
„Vorsicht! Hier stehen Menschen!“
Oder ein Boxer, der zehn Runden austeilt und beim ersten Gegentreffer die Handschuhe fallen lässt:
„Moment! Das wird jetzt persönlich.“

Pugilator sine receptione.

Austeilen:
ja.
Empfangen:
nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung.

Caput VI – Ordo Infallibilium

Vielleicht ist eine Universität sogar zu wenig.
Vielleicht braucht es einen Orden.

Ordo Sanctissimae Certitudinis

Der heilige Orden der unerschütterlichen Gewissheit

Ordensregel I:
Andere Menschen dürfen analysiert werden.
Ordensregel II:
Eigene Aussagen dürfen ausschließlich wohlwollend und unter vollständiger Berücksichtigung sämtlicher ungeschriebener Bedeutungen interpretiert werden.
Ordensregel III:
Wer zustimmt, hat den Beitrag verstanden.
Ordensregel IV:
Wer widerspricht, hat nicht richtig gelesen.
Ordensregel V:
Wer wörtlich zitiert, reißt aus dem Zusammenhang.
Ordensregel VI:
Eine Vermutung über andere ist Erfahrung.
Eine Vermutung über ein Ordensmitglied ist Unterstellung.
Ordensregel VII:
Der Satz
„Ich unterstelle niemandem etwas“
darf jederzeit verwendet werden, insbesondere unmittelbar nachdem man etwas unterstellt hat.
Ordensregel VIII:
Das Wort
„scheinbar“
dient als diplomatische Immunität.
Ordensregel IX:
Der gemeinsame Nenner wird niemals untersucht.

Denominator communis sacer est.

Der gemeinsame Nenner ist heilig.
Ordensregel X:
Sollte die eigene Aussage trotzdem problematisch erscheinen, gilt:

„So war das nicht gemeint.“

Damit ist jedes Risiko beseitigt.
Ein nahezu perfektes System.
Stimmt jemand zu:
Bestätigung.
Widerspricht jemand:
Missverständnis.
Zitiert jemand:
Kontextproblem.
Zeigt jemand einen Widerspruch:
Fehlinterpretation.

Perpetuum mobile egoensis.

Das Perpetuum mobile der Selbstbestätigung.
Die Physik behauptet, so etwas könne nicht funktionieren.
Das Forum erwidert:
„Geschenkt.“

Caput VII – Zwei Päpste, ein Forum

Die wirklich spannende Frage lautet allerdings:
Was geschieht an dem Tag, an dem dgb und LIBI einmal nicht derselben Meinung sind?
Solange beide dasselbe Dogma verkünden:
Frieden.
Eintracht.
Brüderlichkeit.
Aber zwei unfehlbare Instanzen mit unterschiedlichen Wahrheiten?

Duo Papae, unum forum – quid mali evenire potest?

Zwei Päpste.
Ein Forum.
Was könnte schon schiefgehen?
dgb:
„Das ist eindeutig.“
LIBI:
„Nein.“
dgb:
„Du hast mich falsch verstanden.“
LIBI:
„Du hast meinen Beitrag nur kursorisch gelesen.“
dgb:
„Du verzerrst meine Aussage.“
LIBI:
„Geschenkt.“
dgb:
„Das habe ich nie behauptet.“
LIBI:
„Doch, das steht da.“
dgb:
„Aber so war es nicht gemeint.“
Stille.
Dann erkennt LIBI plötzlich seinen eigenen natürlichen Feind:

sich selbst in einem anderen Benutzerkonto.

Schisma Forumensis Maximus.
Das große Schisma.
Aristoteles bestellt Popcorn.
Sokrates zieht einen Stuhl heran.
Und irgendwo flüstert Cicero:
„Endlich wird es interessant.“
Bis dahin aber:
Harmonie.

Caput VIII – Habemus Duo

Der eine:

dgb – Doctor Osculorum et Morborum

Sachverständiger für die Fehler der weiblichen Welt und Großmeister der externen Ursachenforschung.
Der andere:

LIBI – Pontifex Certitudinis Maximus

Oberste Instanz für endgültige Meinungen, kursorische Textprüfung und unbekannte Personen, die offenbar geheimnisvolle Dinge „wieder einschalten“.
Gemeinsam:

Duo Infallibilium.

Zwei unterschiedliche Fachrichtungen.
Eine gemeinsame Philosophie:
Wenn genügend andere Menschen problematisch erscheinen, sollte man auf keinen Fall voreilig den gemeinsamen Nenner untersuchen.
Das könnte schließlich unangenehm werden.

Ego ultimus suspectus.

Das eigene Ich ist immer der letzte Verdächtige.
Und damit hat das Forum möglicherweise gefunden, was ihm bislang fehlte:
einen Doctor und einen Pontifex.
Der eine diagnostiziert.
Der andere verkündet.
Der eine weiß, was mit anderen nicht stimmt.
Der andere weiß, dass jemand offenbar etwas einschaltet.
Beide unterstellen selbstverständlich niemandem etwas.

Nemo accusatur, omnes suspecti sunt.

Niemand wird beschuldigt.
Alle sind verdächtig.
Und sollte dieser Beitrag nun als übertrieben, verzerrt, grob missverstanden oder falsch interpretiert bezeichnet werden, wäre die passende Antwort eigentlich schon vorhanden:

Primum insinuo, deinde nego.

Erst unterstellen.
Dann erklären, man habe nichts unterstellt.
Oder in der inzwischen klassischen deutschen Fassung:

„Irgendjemand schaltet es offenbar wieder ein.“

Unmittelbar gefolgt von:

„ICH UNTERSTELLE BEWUSST NIEMANDEM ETWAS!“

Quod erat contradictum.

Was zu widersprechen war.
Und irgendwo dreht sich weiterhin ein kleiner Ladebalken.
Requiescat in Certitudine.
 
Wortlawinen überfliege ich schon aus Gründen der Sicherheit stets nur kursorisch. Aber Chapeau!
Daß meine Aussagen verzerrt wiedergegeben und grob mißverstanden werden: geschenkt. Ich freue mich auf Fortsetzungen besonders wegen der lateinischen Überschriften.
Laß Dich inspirieren und tische auf!
 
Find ich geil, ein superschlauer Autor hat hier im Forum seine eigene Kolumne. Pseudo-Lateiner wie der andere Superschlaue @Vaginaedux. Aber der schreibt wenigstens über Fleischfotzen und andere Fotzen zum Mitwixen.
Jo, aber klaro, der schöne Geist soll auch Platz haben hier im Fotzenforum. 👍
 

Casanova Forumensis – Osculum, Morbus et Ego Maximus

Da gibt es da noch jene ganz besondere Erscheinung im Forum, die nicht nur überzeugt ist, dass Frauen angeblich alle nicht blasen können, sondern offenbar nebenbei auch noch ein vollständiges Medizinstudium absolviert hat – irgendwo zwischen Login, Kommentarspalte und Frühstückskaffee.

Homo Casanovensis Diagnosticus.

Unterart:

Kusskritiker Maximus.

Fachgebiet:
weibliches Fehlverhalten, angeblich mangelhafte Lippenarbeit und spontane Ferndiagnosen ohne Untersuchung.
Andere Menschen bekommen einen BJ und denken:
„War schön.“
Er denkt:
„Technisch unzureichend.“
Andere erleben einen Moment.
Er erstellt innerlich ein Prüfprotokoll.
Lippenposition:
mangelhaft.
Rhythmus:
verbesserungswürdig.
Zungeneinsatz:
nicht DIN-konform.
Gesamtnote:
„Frauen können einfach nicht blasen“
Natürlich.
Alle.
Millionen Frauen.
Verschiedene Länder.
Verschiedene Persönlichkeiten.
Verschiedene Erfahrungen.
Aber glücklicherweise existiert irgendwo ein einzelner Mann im Internet, der endlich das weltweite Geheimnis entschlüsselt hat.

Professor Osculum Maximus.

A.K.A. dgb


Lehrstuhl für angewandte Lippenkritik an der Universitas Forumensis.
Seine wissenschaftliche Grundlage:
„Ich habe da meine Erfahrungen.“
Ah.
Damit ist die Forschung abgeschlossen.

Argumentum ex Bettkante.

Harvard kann schließen.
Oxford kann die Schlüssel abgeben.
Die Menschheit hat ihre Antwort.
Wenn eine Frau seiner Meinung nach schlecht küsst, kann sie nicht küssen.
Wenn die nächste ebenfalls schlecht küsst, kann auch sie nicht küssen.
Wenn Nummer drei, vier, fünf und sechs angeblich ebenfalls nichts taugen, dann ist selbstverständlich klar:
Es liegt an den Frauen.
An wem denn sonst?
Bei jedem normalen Experiment würde man irgendwann fragen:
„Was ist eigentlich die einzige Variable, die jedes Mal gleich geblieben ist?“

Aber diese Frage fällt unter:

Scientia prohibita.

Verbotene Wissenschaft.
Denn der gemeinsame Nenner darf selbstverständlich niemals untersucht werden.

Communis denominator: ipse.

Der gemeinsame Nenner:
er selbst.
Doch bevor dieser Gedanke gefährlich nahekommt, erfolgt bereits die nächste Stufe seiner Expertise.
Denn unser Casanova bewertet nicht nur das Blasen.
Nein.
Er diagnostiziert gleich mit.
Eine Frau bläst anders, als er erwartet?
„Da stimmt bestimmt etwas nicht.“
Eine Frau hat keine Lust?
„Da steckt vielleicht etwas dahinter.“
Eine Frau lehnt ihn ab?
Plötzlich wird aus dem enttäuschten Casanova der Oberarzt der Kommentarspalte.

Medicus Interneticus Absolutus.

Andere Ärzte benötigen Studium, Staatsexamen, Facharztausbildung, Untersuchung, Laborwerte und Anamnese.
Er benötigt:
einen Eindruck.
Einen Verdacht.
Und WLAN.

Diagnostica sine examine.

Diagnose ohne Untersuchung.
Aber selbstverständlich mit hundert Prozent Überzeugung.
Besonders faszinierend ist der Übergang.
Vor fünf Minuten:
„Die Frau kann nicht blasen.“
Kurz darauf:
„Vielleicht hat sie ja irgendeine Krankheit.“
Das nenne ich Karriere.
Vom Lippen-TÜV direkt in die Innere Medizin.
Ohne Umweg.
Ohne Studium.
Ohne weißen Kittel.
Nur mit Benutzerkonto.

Doctor Honoris Causa Universitatis Googleensis.

Man wartet förmlich auf die Visitenkarte:
„Spezialist für Blasmängel, Frauenprobleme und medizinische Vermutungen auf Basis persönlicher Enttäuschung.“
Dabei funktioniert sein System makellos.
Bläst eine Frau zu wenig leidenschaftlich:
schlecht.
Bläst sie zu leidenschaftlich:
auch verdächtig.
Zu viel Zunge:
keine Technik.
Zu wenig:
irgendwas stimmt nicht.
Will sie nicht blasen:
Problem.
Will sie gehen:
noch größeres Problem.
Widerspricht sie:
auffällig.
Wird sie sauer:
Beweis erbracht.
Sagt sie gar nichts:
besonders verdächtig.

Circulus Casanovensis Perfectus.

Ein perfekter Kreis, in dem jedes Ergebnis bereits vorher feststeht.
Die Frau kann praktisch gar nichts richtig machen, weil selbst ihre Reaktion auf eine Unterstellung sofort zur nächsten Unterstellung verarbeitet wird.
Sie sagt:
„Das ist Unsinn.“
Er:
„Warum reagierst du denn so empfindlich?“
Sie bleibt ruhig.
Er:
„Komisch.“
Sie lacht.
Er:
„Sie überspielt etwas.“
Sie geht.
Er:
„Hab ich doch gewusst.“
Genial.
Ein wissenschaftliches System, das niemals verlieren kann.
Nicht weil es richtig ist.
Sondern weil jede Widerlegung automatisch als Bestätigung umetikettiert wird.

Logica Egoensis Invicta.

Unbesiegbare Ego-Logik.
Besonders praktisch ist dabei, dass die medizinische Lupe immer nur in eine Richtung zeigt.
Nie heißt es:
„Vielleicht lag es einfach an fehlender Chemie.“
Nie:
„Vielleicht passen zwei Menschen beim Küssen / Blasen einfach nicht zusammen.“
Nie:
„Vielleicht sollte ich nicht Millionen Frauen verallgemeinern.“
Und ganz sicher nie:
„Vielleicht war ich selbst einfach nicht ihr Typ.“
Nein.
Das wäre eine Theorie mit extremen Nebenwirkungen.
Mögliche Symptome:
Selbstreflexion.
Einsicht.
Realitätskontakt.
In schweren Fällen sogar:
Respekt vor anderen Menschen.

Periculum maximum.

Daher besser sofort zurück zur bewährten Methode.
Frau beurteilen.
Blasen bewerten.
Krankheit vermuten.
Beitrag abschicken.
Fertig.

Semper femina culpabilis.

Die Frau ist schuld.
Wenn das Blasen schlecht war:
ihre Schuld.
Wenn die Chemie nicht stimmt:
ihre Schuld.
Wenn sie ihn nicht will:
wahrscheinlich stimmt mit ihr etwas nicht.
Wenn sie anderer Meinung ist:
dann erst recht.
So wird aus einem simplen BJ irgendwann eine medizinische Fallkonferenz, bei der nur eine entscheidende Person fehlt:
ein tatsächlicher Arzt.
Dafür haben wir den Casanova Forumensis.
Sein Untersuchungszimmer:
die Kommentarspalte.
Sein Stethoskop:
Vorurteil.
Sein Labor:
Bauchgefühl.
Seine Fachliteratur:
„Hab ich mal irgendwo gelesen.“
Seine Diagnose:
steht bereits fest, bevor die Frau überhaupt den Mund aufmacht.
Oder bläst.
Und während echte Medizin vorsichtig mit Diagnosen umgeht, arbeitet unser Professor nach dem bewährten Prinzip:

Veni, vidi, diagnostici.

Ich kam, ich sah, ich diagnostizierte.
Man stelle sich nur vor, die Frauen würden dasselbe tun.
Eine Frau befriedigt drei Männer oral, in Stellung 69 und schreibt anschließend:
„Männer können grundsätzlich nicht lecken und vermutlich stimmt medizinisch bei denen irgendetwas nicht.“
Man kann sich ungefähr vorstellen, wie schnell unser Professor plötzlich ein Seminar über Fairness, Vorurteile und unzulässige Verallgemeinerungen veranstalten würde.

Quod licet Casanovae, non licet feminae.

Was der Forums-Casanova darf, darf eine Frau natürlich noch lange nicht.
Und so sitzt er da, Abend für Abend, als letzter großer Qualitätsprüfer der romantischen Welt.
Andere erinnern sich an schöne Begegnungen.
Er erinnert sich an Mängellisten.
Andere sagen:
„Hat halt nicht gepasst.“
Er sagt:
„Die konnte nicht blasen.“
Andere akzeptieren Ablehnung.
Er sucht nach Erklärungen bei ihr.
Und wenn ihm gar nichts mehr einfällt, wird eben noch eine Krankheit vermutet.
Denn alles ist offenbar wahrscheinlicher als die schlichte Möglichkeit:

Vielleicht wollte sie dich einfach nicht.

Oder:

Vielleicht war die 69er für sie genauso schlecht.

Diese beiden Gedanken liegen allerdings im Hochsicherheitsbereich des Forums und dürfen nur mit Schutzkleidung betreten werden.
Denn plötzlich könnte man entdecken, dass Beziehungen, Anziehung und Blasen keine TÜV-Prüfung sind.
Dass Menschen verschieden sind.
Dass Chemie nicht einseitig funktioniert.
Und dass eine Frau keine medizinische Diagnose benötigt, nur weil sie nicht so bläst, reagiert oder empfindet, wie irgendein Mann es gern hätte.

Mysterium magnum.

Am Ende bleibt daher eigentlich nur eine Sache, die wirklich dringend überprüft werden sollte:
nicht die Gesundheit der Frauen,
nicht deren Blastechnik,
nicht deren angebliche Defekte,
sondern die erstaunliche Fähigkeit eines Mannes, bei jeder Begegnung immer exakt denselben Schuldigen zu finden:
alle anderen.

Semper iudicans, numquam se ipsum.

Immer urteilen, niemals sich selbst betrachten.
Und irgendwo sitzt ein echter Arzt, liest den Beitrag und denkt:
„Elf Jahre Ausbildung. Hätte ich gewusst, dass ein Forumsaccount Names dgb reicht.“
Während irgendwo anders eine Frau vermutlich einfach nur erleichtert denkt:

„Gott sei Dank war es nur ein Blowjob.“

Requiescat in Ego.

Denn manchmal liegt das Problem weder auf den Lippen noch in irgendeiner Krankheit.
Manchmal sitzt es einfach vor der Tastatur und schreibt gerade den nächsten Beitrag.
🤣🤣🤣...
 
Frauen lieben es, einen gefälligen Schwanz zu lutschen. Genauso wie wir eine ansprechende Fotze lecken. Und wenn mann/frau etwas gern tut, dann verdient es zumindest Respekt.

Es ist wie beim Furzen: Frauen ist es einfach ungleich peinlicher als Männern.
 
Vor kurzem schrieb ich von dem Verdacht auf Feigwarzen bei einer WG, was von einem Schreiber nicht gut aufgenommen wurde. Und ich verstehe das, denn es ist ein heikles Thema. Es ging um Gottes willen nicht darum, jemanden schlechtzureden. Schon gar nicht im Sinne von Schuldzuweisung. Andererseits ist eine Infektion mit Papillomaviren keine Kleinigkeit.
Daher generell die Frage, wie Ihr damit umgeht, denn hier im Forum findet sich wenig. Ich erwähne die folgenden, weil man keine speziellen Tests braucht, um zumindest den begründeten Verdacht zu haben.
1. Feigwarzen (Condylomata acuminata), Bedingt durch Papillomaviren. <https://de.wikipedia.org/wiki/Condylomata_acuminata>
2. Bakterielle Vaginose. Erkennbar am streng fischigen Geruch. Sie ist sogar ziemlich häufig. <https://de.wikipedia.org/wiki/Bakterielle_Vaginose>

Diese Themen sind für alle unangenehm, aber vielleicht sollten wir doch einmal darüber sprechen. Es ist wahrscheinlich, dass diese beiden genannten Infektionen den schon länger Aktiven bekannt sind. Also, nehmt Euch ein Herz und laßt es raus.
Eigene kleine Anekdote: ich habe einmal unvorsichtigerweise eine WG mit B.V. gefingert. Der penetrante Geruch ging durch Seifenlösung überhaupt nicht weg. Erst nach zigfachem Ansprühen mit Desinfektionslösung über Stunden war er dann am Ende endlich weg :-)
dgb
Meistens verzichte ich auf FO. Die wenigsten Frauen können vernünftig blasen, insofern verpaßt man da wenig.
Gleich poppen mit Gummi, und gut ist.
CIM ist einfach nur igittigitt. Am besten, nachdem man vorher in Asien Transen blanko gepoppt hat :eek:🤣

Casanova Forumensis – Osculum, Morbus et Ego Maximus

Da gibt es da noch jene ganz besondere Erscheinung im Forum, die nicht nur überzeugt ist, dass Frauen angeblich alle nicht blasen können, sondern offenbar nebenbei auch noch ein vollständiges Medizinstudium absolviert hat – irgendwo zwischen Login, Kommentarspalte und Frühstückskaffee.

Homo Casanovensis Diagnosticus.

Unterart:

Kusskritiker Maximus.

Fachgebiet:
weibliches Fehlverhalten, angeblich mangelhafte Lippenarbeit und spontane Ferndiagnosen ohne Untersuchung.
Andere Menschen bekommen einen BJ und denken:
„War schön.“
Er denkt:
„Technisch unzureichend.“
Andere erleben einen Moment.
Er erstellt innerlich ein Prüfprotokoll.
Lippenposition:
mangelhaft.
Rhythmus:
verbesserungswürdig.
Zungeneinsatz:
nicht DIN-konform.
Gesamtnote:
„Frauen können einfach nicht blasen“
Natürlich.
Alle.
Millionen Frauen.
Verschiedene Länder.
Verschiedene Persönlichkeiten.
Verschiedene Erfahrungen.
Aber glücklicherweise existiert irgendwo ein einzelner Mann im Internet, der endlich das weltweite Geheimnis entschlüsselt hat.

Professor Osculum Maximus.

A.K.A. dgb


Lehrstuhl für angewandte Lippenkritik an der Universitas Forumensis.
Seine wissenschaftliche Grundlage:
„Ich habe da meine Erfahrungen.“
Ah.
Damit ist die Forschung abgeschlossen.

Argumentum ex Bettkante.

Harvard kann schließen.
Oxford kann die Schlüssel abgeben.
Die Menschheit hat ihre Antwort.
Wenn eine Frau seiner Meinung nach schlecht küsst, kann sie nicht küssen.
Wenn die nächste ebenfalls schlecht küsst, kann auch sie nicht küssen.
Wenn Nummer drei, vier, fünf und sechs angeblich ebenfalls nichts taugen, dann ist selbstverständlich klar:
Es liegt an den Frauen.
An wem denn sonst?
Bei jedem normalen Experiment würde man irgendwann fragen:
„Was ist eigentlich die einzige Variable, die jedes Mal gleich geblieben ist?“

Aber diese Frage fällt unter:

Scientia prohibita.

Verbotene Wissenschaft.
Denn der gemeinsame Nenner darf selbstverständlich niemals untersucht werden.

Communis denominator: ipse.

Der gemeinsame Nenner:
er selbst.
Doch bevor dieser Gedanke gefährlich nahekommt, erfolgt bereits die nächste Stufe seiner Expertise.
Denn unser Casanova bewertet nicht nur das Blasen.
Nein.
Er diagnostiziert gleich mit.
Eine Frau bläst anders, als er erwartet?
„Da stimmt bestimmt etwas nicht.“
Eine Frau hat keine Lust?
„Da steckt vielleicht etwas dahinter.“
Eine Frau lehnt ihn ab?
Plötzlich wird aus dem enttäuschten Casanova der Oberarzt der Kommentarspalte.

Medicus Interneticus Absolutus.

Andere Ärzte benötigen Studium, Staatsexamen, Facharztausbildung, Untersuchung, Laborwerte und Anamnese.
Er benötigt:
einen Eindruck.
Einen Verdacht.
Und WLAN.

Diagnostica sine examine.

Diagnose ohne Untersuchung.
Aber selbstverständlich mit hundert Prozent Überzeugung.
Besonders faszinierend ist der Übergang.
Vor fünf Minuten:
„Die Frau kann nicht blasen.“
Kurz darauf:
„Vielleicht hat sie ja irgendeine Krankheit.“
Das nenne ich Karriere.
Vom Lippen-TÜV direkt in die Innere Medizin.
Ohne Umweg.
Ohne Studium.
Ohne weißen Kittel.
Nur mit Benutzerkonto.

Doctor Honoris Causa Universitatis Googleensis.

Man wartet förmlich auf die Visitenkarte:
„Spezialist für Blasmängel, Frauenprobleme und medizinische Vermutungen auf Basis persönlicher Enttäuschung.“
Dabei funktioniert sein System makellos.
Bläst eine Frau zu wenig leidenschaftlich:
schlecht.
Bläst sie zu leidenschaftlich:
auch verdächtig.
Zu viel Zunge:
keine Technik.
Zu wenig:
irgendwas stimmt nicht.
Will sie nicht blasen:
Problem.
Will sie gehen:
noch größeres Problem.
Widerspricht sie:
auffällig.
Wird sie sauer:
Beweis erbracht.
Sagt sie gar nichts:
besonders verdächtig.

Circulus Casanovensis Perfectus.

Ein perfekter Kreis, in dem jedes Ergebnis bereits vorher feststeht.
Die Frau kann praktisch gar nichts richtig machen, weil selbst ihre Reaktion auf eine Unterstellung sofort zur nächsten Unterstellung verarbeitet wird.
Sie sagt:
„Das ist Unsinn.“
Er:
„Warum reagierst du denn so empfindlich?“
Sie bleibt ruhig.
Er:
„Komisch.“
Sie lacht.
Er:
„Sie überspielt etwas.“
Sie geht.
Er:
„Hab ich doch gewusst.“
Genial.
Ein wissenschaftliches System, das niemals verlieren kann.
Nicht weil es richtig ist.
Sondern weil jede Widerlegung automatisch als Bestätigung umetikettiert wird.

Logica Egoensis Invicta.

Unbesiegbare Ego-Logik.
Besonders praktisch ist dabei, dass die medizinische Lupe immer nur in eine Richtung zeigt.
Nie heißt es:
„Vielleicht lag es einfach an fehlender Chemie.“
Nie:
„Vielleicht passen zwei Menschen beim Küssen / Blasen einfach nicht zusammen.“
Nie:
„Vielleicht sollte ich nicht Millionen Frauen verallgemeinern.“
Und ganz sicher nie:
„Vielleicht war ich selbst einfach nicht ihr Typ.“
Nein.
Das wäre eine Theorie mit extremen Nebenwirkungen.
Mögliche Symptome:
Selbstreflexion.
Einsicht.
Realitätskontakt.
In schweren Fällen sogar:
Respekt vor anderen Menschen.

Periculum maximum.

Daher besser sofort zurück zur bewährten Methode.
Frau beurteilen.
Blasen bewerten.
Krankheit vermuten.
Beitrag abschicken.
Fertig.

Semper femina culpabilis.

Die Frau ist schuld.
Wenn das Blasen schlecht war:
ihre Schuld.
Wenn die Chemie nicht stimmt:
ihre Schuld.
Wenn sie ihn nicht will:
wahrscheinlich stimmt mit ihr etwas nicht.
Wenn sie anderer Meinung ist:
dann erst recht.
So wird aus einem simplen BJ irgendwann eine medizinische Fallkonferenz, bei der nur eine entscheidende Person fehlt:
ein tatsächlicher Arzt.
Dafür haben wir den Casanova Forumensis.
Sein Untersuchungszimmer:
die Kommentarspalte.
Sein Stethoskop:
Vorurteil.
Sein Labor:
Bauchgefühl.
Seine Fachliteratur:
„Hab ich mal irgendwo gelesen.“
Seine Diagnose:
steht bereits fest, bevor die Frau überhaupt den Mund aufmacht.
Oder bläst.
Und während echte Medizin vorsichtig mit Diagnosen umgeht, arbeitet unser Professor nach dem bewährten Prinzip:

Veni, vidi, diagnostici.

Ich kam, ich sah, ich diagnostizierte.
Man stelle sich nur vor, die Frauen würden dasselbe tun.
Eine Frau befriedigt drei Männer oral, in Stellung 69 und schreibt anschließend:
„Männer können grundsätzlich nicht lecken und vermutlich stimmt medizinisch bei denen irgendetwas nicht.“
Man kann sich ungefähr vorstellen, wie schnell unser Professor plötzlich ein Seminar über Fairness, Vorurteile und unzulässige Verallgemeinerungen veranstalten würde.

Quod licet Casanovae, non licet feminae.

Was der Forums-Casanova darf, darf eine Frau natürlich noch lange nicht.
Und so sitzt er da, Abend für Abend, als letzter großer Qualitätsprüfer der romantischen Welt.
Andere erinnern sich an schöne Begegnungen.
Er erinnert sich an Mängellisten.
Andere sagen:
„Hat halt nicht gepasst.“
Er sagt:
„Die konnte nicht blasen.“
Andere akzeptieren Ablehnung.
Er sucht nach Erklärungen bei ihr.
Und wenn ihm gar nichts mehr einfällt, wird eben noch eine Krankheit vermutet.
Denn alles ist offenbar wahrscheinlicher als die schlichte Möglichkeit:

Vielleicht wollte sie dich einfach nicht.

Oder:

Vielleicht war die 69er für sie genauso schlecht.

Diese beiden Gedanken liegen allerdings im Hochsicherheitsbereich des Forums und dürfen nur mit Schutzkleidung betreten werden.
Denn plötzlich könnte man entdecken, dass Beziehungen, Anziehung und Blasen keine TÜV-Prüfung sind.
Dass Menschen verschieden sind.
Dass Chemie nicht einseitig funktioniert.
Und dass eine Frau keine medizinische Diagnose benötigt, nur weil sie nicht so bläst, reagiert oder empfindet, wie irgendein Mann es gern hätte.

Mysterium magnum.

Am Ende bleibt daher eigentlich nur eine Sache, die wirklich dringend überprüft werden sollte:
nicht die Gesundheit der Frauen,
nicht deren Blastechnik,
nicht deren angebliche Defekte,
sondern die erstaunliche Fähigkeit eines Mannes, bei jeder Begegnung immer exakt denselben Schuldigen zu finden:
alle anderen.

Semper iudicans, numquam se ipsum.

Immer urteilen, niemals sich selbst betrachten.
Und irgendwo sitzt ein echter Arzt, liest den Beitrag und denkt:
„Elf Jahre Ausbildung. Hätte ich gewusst, dass ein Forumsaccount Names dgb reicht.“
Während irgendwo anders eine Frau vermutlich einfach nur erleichtert denkt:

„Gott sei Dank war es nur ein Blowjob.“

Requiescat in Ego.

Denn manchmal liegt das Problem weder auf den Lippen noch in irgendeiner Krankheit.
Manchmal sitzt es einfach vor der Tastatur und schreibt gerade den nächsten Beitrag.
 

Metatron

Ich unterstelle bewusst niemandem etwas
Registriert
6 Okt. 2025
Beiträge
19
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45

Homo Forumensis Negativus – In defectu veritas

Es gibt Menschen, die morgens aufstehen und sich freuen, dass die Sonne scheint.
Und dann gibt es ihn.
Den Forenschreiber.
Den Suchenden.
Den Mann, der selbst bei blauem Himmel erst einmal prüft, ob das Blau nicht möglicherweise einen Produktionsfehler aufweist.
Homo Forumensis Negativus.

Unterart:

Querulantus Permanentus.

Gattung:

Defectus Suchensis Maximus.

Lebensraum: Internetforum.
Natürliche Feinde: Zufriedenheit, Gelassenheit und Menschen, die einfach sagen:
„Bei mir funktioniert’s.“
Sein wissenschaftliches Motto lautet:

„Omnia mala sunt, sed nondum inventa.“

Alles ist schlecht. Man hat es nur noch nicht gefunden.
Denn dieser Mensch glaubt nicht an fehlerfreie Produkte.
Er glaubt auch nicht an Zufall.
Und an Zufriedenheit schon gar nicht.
Zufriedenheit ist für ihn lediglich die bedauerliche Folge mangelnder Recherche.
Wo ein normaler Mensch sagt:
„Mein Auto läuft seit drei Jahren problemlos.“
antwortet er:
„Interessant.“
Und dieses „Interessant“ klingt nicht nach Interesse.
Es klingt wie der Pathologe, der gerade etwas Ungewöhnliches in deiner Leber entdeckt hat.
„Interessant …“
Pause.
„Wie viele Kilometer?“
„45.000.“
„Aha.“
Da ist es wieder.
Aha.
Das lateinische Aha mortalis.
Der Moment, in dem dein eigentlich völlig funktionierendes Fahrzeug plötzlich emotional bereits auf dem Schrottplatz steht.
Dann beginnt die Untersuchung.
Nicht fahren.
Nicht genießen.
Untersuchen.
Taschenlampe raus.
Lesebrille auf.
Handyzoom auf 12-fach.
Und hinein in die heilige Liturgie des Mangels.
In nomine Spaltmaß, Lacknase et Kunststoffknarzen. Amen.
Die Tür wird nicht einfach geschlossen.
Nein.
Sie wird analysiert.
„Hört ihr das?“
Nein.
„Da.“
Nein.
„Dieses ganz leichte … tack.“
Nein, Smarteyes.
Wir hören nichts.
„Doch. Wenn man genau hinhört.“
Wenn man genau genug hinhört, hört man vermutlich auch die eigene Ehe zerbrechen.
Aber Smarteyes hört:
tack.
Und damit beginnt ein 87-seitiger Thread.
Titel:

„Qualitätsproblem bei Modell XY???“​

Drei Fragezeichen.
Mindestens.
Denn ein Fragezeichen wäre eine Frage.
Drei Fragezeichen sind bereits ein Ermittlungsverfahren.
Im ersten Beitrag schreibt er:
„Ich möchte hier wirklich keine Panik verbreiten.“
Natürlich nicht.
Deshalb auch nur 14 Fotos, fünf rote Kreise, drei Pfeile und ein Video in Zeitlupe.
„Aber mir ist aufgefallen, dass bei meinem Fahrzeug die linke Türdichtung im Bereich zwischen 14 und 17 Zentimetern oberhalb der unteren Kante möglicherweise minimal anders aussieht als rechts.“

Possibilis Dichtungsabweichung Minor.

Gefahrenstufe Rom.
Das Forum hält den Atem an.
Rom brennt.
Nero spielt Geige.
Smarteyes misst Gummi.
Ein anderer Nutzer schreibt:
„Sieht bei mir genauso aus.“
Smarteyes:
„Dann betrifft es offenbar mehrere.“
Natürlich.
Schon haben wir keinen Einzelfall mehr.
Wir haben eine Serie.
Noch drei Beiträge und die Tagesschau muss eine Sondersendung machen.
Dann meldet sich jemand:
„Also bei mir sieht alles normal aus.“
Fehler.
Großer Fehler.
Denn jetzt kommt Smarteyes’ stärkste rhetorische Waffe:

„Noch.“​

„Bei mir klappert nichts.“
„Noch.“
„Mein Akku ist super.“
„Noch.“
„Ich habe keinerlei Probleme.“
„Noch.“
„Mein Arzt sagt, ich bin gesund.“
„Noch.“
Dieser Mann könnte auf einer Taufe stehen, das Baby anschauen und sagen:
„Ja, süß. Aber warten wir mal die Langzeiterfahrung ab.“

Memento mori.

Alles ist vergänglich.
Vor allem Garantieansprüche.
Der Negativus Maximus besitzt außerdem eine außergewöhnliche Begabung:
Er kann gute Nachrichten rückwärts lesen.
Hersteller:
„Neue Software verbessert Reichweite um fünf Prozent.“
Negativus:
„Dann war sie vorher also fünf Prozent schlechter.“
Hersteller:
„Wir bieten ab sofort zehn Jahre Garantie.“
Negativus:
„Warum braucht man zehn Jahre Garantie, wenn das Produkt angeblich so gut ist?“
Hersteller:
„Kostenloses Upgrade für Bestandskunden.“
Negativus:
„Dann muss vorher ja etwas falsch gewesen sein.“
Hersteller:
„Wir haben ein Problem behoben.“
Negativus:
„Aha! Also gab es ein Problem!“
Hersteller:
„Es gab kein Problem.“
Negativus:
„Typisch. Vertuschung.“

Checkmate.

Gegen diese Logik kommt man nicht an.
Sie ist wasserdicht.
Oder zumindest wird Smarteyes morgen prüfen, ob sie wirklich wasserdicht ist.
Seine höchste Kunst ist allerdings die präventive Unzufriedenheit.
Dabei beschwert man sich bereits über Dinge, die noch gar nicht passiert sind.
„Das wird bestimmt irgendwann Probleme machen.“
Wann?
„Irgendwann.“
Was genau?
„Wird man sehen.“
Belege?
„Erfahrung.“
Welche Erfahrung?
„Meine.“
Was ist passiert?
„Noch nichts.“
Perfekt.

Defectus Futurus.

Der Fehler der Zukunft.
Schrödingers Mangel.
Er existiert und existiert gleichzeitig nicht, bis jemand im Forum einen Thread eröffnet.
Besonders schön wird es, wenn Smarteyes auf einen glücklichen Besitzer trifft.
Der schreibt:
„Ich liebe das Auto. 80.000 Kilometer, null Probleme.“
Smarteyes antwortet:
„Freut mich für dich.“
Lüge.
Es freut ihn überhaupt nicht.
Innerlich ist sofort Krisensitzung.
80.000 Kilometer?
Null Probleme?
Unmöglich.
Da muss etwas übersehen worden sein.
Also beginnt die Befragung.
„Welche Bauwoche?“
„Welches Werk?“
„Welche Softwareversion?“
„Welche Felgengröße?“
„Welche Außentemperatur?“
„Überwiegend Kurz- oder Langstrecke?“
„Lädst du AC oder DC?“
„Mit welcher Hand schließt du die Fahrertür?“
Spätestens hier merkt man:
Das ist kein Forum mehr.
Das ist Nürnberger Prozess gegen ein Auto.
Und das Auto hat keinen Anwalt.
Natürlich findet Smarteyes irgendwann etwas.
Man findet immer etwas.
Ein Pixel.
Ein Geräusch.
Eine Verzögerung.
Ein Schatten.
Eine Kante.
Ein Geruch.
Vielleicht sitzt sogar irgendwo eine Schraube und sieht verdächtig zufrieden aus.
Und dann ist er da.
Der Moment der Erlösung.
Smarteyes zoomt hinein.
Sein Puls steigt.
Die Pupillen weiten sich.
Engel singen.
Ein römischer Legionär bläst irgendwo in ein Horn.
Und Smarteyes schreibt:

„Hab ich mir doch gedacht.“​

Eureka Defectum!
Gefunden.
Eine Kunststoffkante weist unter direkter Beleuchtung bei einem Betrachtungswinkel von exakt 37 Grad eine minimale optische Unregelmäßigkeit auf.
Endlich.
Das Leben hat wieder Sinn.
Die Frau kann aufatmen.
Die Kinder bekommen ihren Vater zurück.
Zumindest bis morgen.
Denn dann entdeckt jemand, dass Version 4.7.2 veröffentlicht wurde.
Und Smarteyes fragt:
„Hat jemand schon Probleme damit?“
Das Update ist seit sieben Minuten online.
Noch hat es kaum jemand heruntergeladen.
Egal.
Smarteyes wartet.
Geduldig.
Wie ein Geier über der Autobahn.

Vultur Interneticus.

Irgendjemand wird etwas melden.
Bluetooth.
Navigation.
Verbrauch.
Knarzen.
Display.
Irgendetwas.
Und wenn nach drei Tagen immer noch niemand einen Fehler gefunden hat?
Dann eröffnet Smarteyes selbst einen Thread:

„Merkwürdig wenig Rückmeldungen zum neuen Update.“​

Untertitel:
„Traut sich keiner?“
Denn völlige Fehlerfreiheit ist für ihn keine gute Nachricht.
Sie ist höchst verdächtig.
Vielleicht werden negative Beiträge gelöscht.
Vielleicht schweigen die Betroffenen.
Vielleicht steckt der Hersteller dahinter.
Vielleicht steckt sogar das Forum dahinter.
Vielleicht steckt die Regierung dahinter.
Und spätestens Seite 19 erfahren wir, dass Smarteyes seit 1998 sowieso keinem Softwareupdate mehr traut.

Conspiratio Defectus Maximus.

Doch man muss auch fair sein:
Menschen wie Smarteyes erfüllen eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.
Ohne sie würden wir Produkte einfach benutzen.
Wir würden morgens in unser Auto steigen.
Losfahren.
Musik hören.
Vielleicht sogar Spaß haben.
Unverantwortlich.
Ohne Homo Forumensis Negativus wüssten wir gar nicht, dass unser Armaturenbrett bei minus sieben Grad möglicherweise ein Geräusch macht, das bei plus acht Grad nicht existiert.
Wir würden niemals erfahren, dass irgendein Nutzer in Buxtehude im November 2023 einmal kurz einen schwarzen Bildschirm hatte.
Wir würden friedlich schlafen.
Und Frieden ist bekanntlich der natürliche Feind jedes guten Forums.
Darum wacht Smarteyes.

Semper vigilans. Semper querulans. Semper online.

Wenn wir schlafen, recherchiert er.
Wenn wir fahren, misst er.
Wenn wir genießen, zweifelt er.
Wenn wir lachen, öffnet er einen neuen Thread.
Er ist der Wächter des Mangels.
Der Apostel des Defekts.
Der Hohepriester des Spaltmaßes.
Pontifex Maximus Meckerensis.
Und irgendwann, eines fernen Tages, wird Smarteyes sterben.
Man wird ihn in einen wunderschönen Sarg legen.
Massivholz.
Handarbeit.
Perfekte Verarbeitung.
Die Familie wird schweigend danebenstehen.
Der Bestatter wird sagen:
„Ein wirklich hochwertiges Modell.“
Und aus dem Sarg hört man ganz leise:
„Die linke Ecke schließt nicht bündig.“
Requiescat in pace?
Nein.

Requiescat in Reklamatione.

Denn manche Menschen finden selbst im Jenseits noch etwas zu beanstanden.
Und sollte der Himmel tatsächlich perfekt sein, wird Smarteyes spätestens am zweiten Tag einen Beitrag eröffnen:

„Hat sonst noch jemand Probleme mit der Ewigkeit?“​

Erster Kommentar:
„Bei mir läuft alles problemlos.“

Smarteyes:

„Noch.“

 
...
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