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Liebe Kollegen, wenn wir uns das nächste Mal sehen, hoffe ich eure Ideen zu hören, woran es liegen könnte, im Titel stehen meine. Ich hatte bisher immer den bescheidenen Eindruck, dass ich weder der allerhässlichste, noch allerunerträglichste oder allerunfreigiebigste Mensch auf Erden bin. Aber sagt mir gerne, wenn ich mich täusche…
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Endlich mal jemand, dem es ähnlich geht.
Nach meiner Beobachtung optimieren einige Damen Einnahmen versus Aufwand radikal.
Neulich sah ich eine Schnepfe, die ich am Anfang ihrer Karriere noch ohne Allüren kennengelernt und mehrfach gezimmert hatte. Mittlerweile will sie nicht mehr mit mir gehen. Wie kommt's?
Ich sah sie also in einem Club mit einem anderen Kunden. Da deren Tisch direkt neben mir stand, habe ich genüßlich und im Detail beobachten können, wie das abläuft. Beim dritten Getränk angekommen, beschwerte sich der zahlende Kunde darüber, daß ihr vorheriges Glas noch fast voll war. Sie hat ihm dann herbe mitgeteilt, daß sie eigentlich gar nicht trinken will
Sie hat begriffen, mit welchen Methoden man die Männer weichkocht, melkt und sie für die Zukunft gewinnt. Bei mir funktioniert das halt nicht, und dies ist wohl der wahre Grund, warum sie mit mir nichts mehr zu tun haben will.
Schauen wir uns das ganze etwas genauer an.
Es ist ein Lustspiel in fünf Akten.
1. Das Vorspiel - oder wie lockt man Kunden an
Zunächst brauchen wir am besten WGs, die im höheren Segment des jeweiligen Clubs spielen, die das gewisse Etwas haben. Häufiger aber gibt es die, die es eigentlich nicht haben, es aber geschickt vortäuschen können und sich so in dieselbe Liga gemogelt haben. Sie kleiden und schminken sich dann so gekonnt, daß sie nicht nur besonders attraktiv wirken sondern auch eine gewisse Klasse ausstrahlen. Das Verhalten im Clubraum kennt Variante A) Bei Neukunden wird proaktiv kurz gecheckt, wie melkbar sie sind. B) sie verhalten sich zunächst distanziert bis unnahbar. Das wiederum zieht einige Hummeln, pardon, Kunden um so stärker an.
1. Akt - Weichkochen
Lassen sie sich dann herab, mit einem zu sprechen, werden sogleich Getränke angemahnt. Leider seien die Clubregeln halt so, sie dürften sich sonst nicht zu einem setzen. Die Getränke kommen, am liebsten gleich eine Flasche Champagner. Die wird, falls möglich, gerne und großzügig mit benachbarten Kolleginnen geteilt, so daß die Bouteille im Nu leer ist.
2. Akt - Melken
Nach kurzem Smalltalk wird im dann folgenden Verkaufsgespräch deutlich gemacht, daß man sehr gerne mit dem hohen Herrn ins Zimmer ginge. Aber nur unter gewissen Bedingungen -denn siehe oben: "we want to enjoy more". Vielleicht wäre ja ein Trio genehm, ansonsten ab einer Stunde aufwärts, gerne natürlich mit Buchung diverser Extras. Anderfalls wird es leider schwierig. Die zahlende Hummel, pardon, der geschätzte Kunde will seine Anfangsinvestition nicht umsonst getätigt haben und geht wohl oder übel mit. Am Ende sind selbst in günstigeren Clubs dann 500 Fränkli weg, im Globe eher Richtung 700. So kassieren WGs und Clubs doppelt und dreifach bei überschaubarem Aufwand. Welche Dame hat da nicht Freude am Beruf?
3. Akt - Kundenbindung
Da das ganze so gut geklappt hat, soll es nicht das letzte Mal gewesen sein. Wie binden wir nun die Hummel, daß sie immer wieder vorbeifliegt? Wir geben ihr das Gefühl, ganz speziell zu sein. WGs versichern treuherzig, wie wunderschön und besonders die gemeinsamen Stunden waren. Beim Gedanken ans nächste Mal seien sie jetzt schon feucht. Schlichte Hummeln glauben das, gehen mit einem Lächeln heim und planen bereits für den nächsten Flug.
4. Akt - Optional: Spiel mit Althummeln
Dazu gehört bei den Ausgekochteren das beliebte Spiel, "sichere" Hummeln zugunsten von neuen zeitweise zu ignorieren oder hintanzustellen. Denn damit die Choreographie langfristig funktioniert, müssen immer neue Hummeln akquiriert werden, um einerseits einen möglichst großen Stamm aufzubauen und andererseits Abgänge zu kompensieren. Wenn es gut läuft, werden Stammhummeln zu Liebeskaspern konditioniert, die die WGs zusätzlich mit Massagen, mitgebrachtem Essen bis hin zu wertvollen Geschenken verwöhnen. Passiert das öfter, wird die Dame unweigerlich zur Prinzessin.
So funktioniert also das schöne Spiel, das ewig gleich wiederholt wird. Am Ende spielen persönliche Anti- oder Sympathien nur eine untergeordnete Rolle. Es geht den Melkmädchen vorwiegend darum, bei überschaubarem Aufwand den Verdienst zu maximieren.
Kommen wir, nun ja, zum Elefanten im Raum, der Größenfrage.
Auch da kann ich mitfühlen, denn mein kleiner Freund scheint wohl auch etwas größer zu sein als normal. Ich habe Verständnis, wenn kleingebaute WGs mich deswegen ablehnen. Denn ich möchte keiner Schmerzen bereiten, und meide selbst willige Damen, bei denen es im Zimmer einmal Probleme damit gab, undzwar aus Rücksicht.
Nimmt man alles zusammen, kann an einem Abend die Auswahl an verbleibenden Damen ziemlich klein werden. Damit muß man halt leben.
Was könntest Du falsch gemacht haben? Wahrscheinlich überhaupt nichts! Du wurdest einfach Opfer des gnadenlosen Spiels von Angebot und Nachfrage.
Und zur Puffpause: habe ich auch schon gemacht und ist immer eine gute Idee. Man bekommt den Kopf wieder frei und spart auch noch viel Geld. Kommt man dann nach Monaten wieder, sind zahlreiche andere WGs am Start. Neues Spiel, neues Glück!
Alles Gute Dir, und mach eine lange Pause.
P.S. Was machst Du mit Anfang 30 überhaupt so oft im Puff?
